[1. Bundesliga 2009/10] 1:2 in Hannover. Eintracht endgültig zurück im Mittelmaß!
14. März 2010, 18:20 geschrieben von Mario, abgelegt unter Deutscher-Fussball.
Eintracht Frankfurt ist nach der dritten, durchaus verdienten, Niederlage in Folge bei Hannover 96 endgültig auf dem harten Boden der Tatsachen gelandet. Währenddessen ist bei den Niedersachsen der Bann nach dem Auswärtserfolg in Freiburg gebrochen. Nach 13 sieglosen Spielen in Serie durchdrang das Slomka-Team die Spirale des Misserfolges und packte nach der Wende im Breisgau gegen enttäuschende Hessen in der heimischen AWD-Arena einen weiteren Dreier aufs spärlich gefüllte Punktekonto.
| Hannover 96 | 2:1 (1:1) | Eintracht Frankfurt |
Wie schon gegen Schalke 04 fand Eintracht Frankfurt zunächst nicht in die von den Hannoveranern engagiert geführte Partie. Die Hausherren bestimmten das Geschehen vom Anpfiff an und drängten die Gäste in ihre Hälfte. Schon nach drei Minuten musste Oka Nikolov zum ersten Mal für das dilettantische Verhalten seiner Abwehr in die Bresche springen und einen 18-Meter-Schuss von Koné entschärfen, der zuvor Chris sowie Russ ins Leere laufen ließ. Kurz darauf musste Franz, den Skibbe nach überstandener Verletzung zurück ins Team geholt hatte, für seinen bereits geschlagenen Torhüter auf der Linie retten (6.). Der dritte Versuch der entschlossenen Gastgeber war dann erfolgreicher. Nachdem Ochs eine von Schmiedebach verunglückte Hereingabe völlig falsch eingeschätzt hatte und am Ball vorbei segelte, ließ Ya Konan das Leder von der Brust abtropfen. Andreasen schaltete am schnellsten und spitzelte das Spielgerät zur verdienten Führung aus kurzer Distanz über die Linie (14.).
Erst jetzt reagierten die Hessen, wenn auch nur mühselig, auf das Geschehen, das völlig aus dem Ruder zu driften drohte. Hannover machte in dieser Phase der Partie allerdings den Fehler, den Gästen zu viel Raum zu lassen. Diese wurden mit zunehmender Spieldauer immer sicherer in ihren Aktionen, um schließlich gegen Ende der ersten Hälfte die Spielkontrolle komplett zu übernehmen. Doch lediglich eine Volleyabnahme vom bis dahin blassen Altintop (30.) sorgte für Aufregung im Strafraum der Niedersachsen, die sichtlich bemüht waren, den knappen Vorsprung in die Halbzeit zu retten. Trotz der Frankfurter Überlegenheit fiel der Ausgleich einigermaßen überraschend. Gedanklich schien die Abwehr der 96er dabei bereits in der Kabine, denn eigentlich hätte Altintop nach Schweglers Flanke gegen Durica und Haggui nicht an den Ball kommen dürfen. Der Eintracht-Stürmer nutzte die kurze Schlafmützigkeit seiner Kontrahenten dann allerdings in Torjäger-Manier und traf per Direktabnahme. Fromlowitz hatte keine Chance (45+2).
Eintracht in Unterzahl
Hannover zeigte sich nach dem Seitenwechsel sichtlich geschockt vom späten Frankfurter Ausgleichstreffer und überließ den Hessen auch zu Beginn der zweiten Hälfte die Spielkontrolle. Benjamin Köhler, der von Teber schön freigespielt wurde, hatte dann auch die Führung vor Augen, scheiterte aber am heraus eilenden 96-Keeper (50.). Dann die Schlüsselszene des Spiels in der 54. Minute. Selim Teber, der sich bereits nach elf Minuten Gelb abgeholt hatte, nahm den Ball während eines Zweikampfes im Mittelfeld völlig unnötig – zudem absichtlich – mit der Hand mit. Schiedsrichter Gagelmann blieb nichts anderes übrig als Gelb-Rot zu zücken. Ganze drei Minuten brauchte Hannover, um die dezimierten sowie konsternierten Gäste für die Unzulänglichkeit des Deutsch-Türken zu bestrafen. Ya Konan spielte Elson frei, dessen Schuss aus zwölf Metern Nikolov noch abwehren konnte. Cherundolo verpasste den Abpraller, doch Pinto machte es besser und markierte das 2:1 (57.).
In der Folge hatten die Hessen einige Mühe, ins Spiel zurückzufinden. Trainer Skibbe reagierte, wenn auch ungewöhnlich, brachte Jung für Russ, später noch Caio für Meier und Fenin für Altintop. Zwar übernahm Frankfurt trotz Unterzahl noch mal das Kommando auf dem Feld. Zwingende Torgelegenheiten kreierten die Hessen bis auf eine Fenin-Chance allerdings keine mehr. Hannover hätte in der Schlussphase einen Konter durch den eingewechselten Hanke zum 3:1 nutzen müssen, ließ die hundertprozentige Chance aber liegen. So zitterten sich die Gastgeber mit Glück und Geschick über die Zeit und gönnten auch Maik Franz, der völlig uninspiriert mit gestrecktem Bein voraus im Strafraum zu Werke ging, seinen verdienten Feldverweis. Ein Umstand, den Trainer Skibbe, der Russ anstatt Franz vom Feld nahm, ärgern dürfte. Denn am kommenden Samstag muss der Eintracht-Trainer sein Team jetzt wegen drei Sperren auf einigen Positionen verändern. Neben Franz und Teber darf auch Ochs zuschauen, der wegen Meckerns seine fünfte gelbe Karte sah.
Statistik
Hannover: Fromlowitz – Schmiedebach, Haggui, Durica, Schulz – Andreasen – Pinto, Djakpa (55. Cherundolo) – Elson (76. Bruggink) – Ya Konan (88. Hanke), Kone. – Trainer: Slomka
Frankfurt: Nikolov – Franz, Chris, Russ (67. Jung), Spycher – Schwegler – Ochs, Teber, Meier (74. Caio), Köhler – Altintop (81. Fenin). – Trainer: Skibbe
Tore: 1:0 Andreasen (14.), 1:1 Altintop (45.+2), 2:1 Pinto (57.)
Zuschauer: 38.847
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Gelb-Rote Karten: Teber wegen absichtlichen Handspiels (54.); Franz wegen wiederholten Foulspiels (90.+1)
Gelbe Karten: Schulz (5/1), Cherundolo (5/1) – Ochs (5), Caio
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