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[Champions League 2009/10] Ende der englischen Dominanz? - Englische Pressestimmen

8. April 2010, 13:06 geschrieben von Jinxo, abgelegt unter Int-Fussball.

Ende der englischen Dominanz? – Englische Pressestimmen zum Thema

Alex Ferguson war sich auch nach dem Ausscheiden seiner Mannschaft gegen Bayern München sicher: „Die Premier League ist immer noch die beste Liga der Welt.“ Ein Blick auf die Anzahl der englischen Teilnehmer im Halbfinale des besten Vereinswettbewerbs der Welt hingegen lässt Zweifel aufkommen. Je eine Mannschaft aus Italien, Spanien, Deutschland und Frankreich stehen in der Vorschlussrunde der Champions League. Das rüttelt gewaltig am englischen Selbstbewusstsein, das sich durch jahrelange Erfolge in der Königsklasse aufgebaut hatte.

So überschreibt Ian Ladyman seinen Kommentar in der „Daily Mail“ mit den Zeilen „Time to face facts, we’re not so premier after all“ (Zeit, den Tatsachen ins Auge zu sehen, so führend sind wir letzten Endes doch nicht). Für Ladyman stellt Manchesters Ausscheiden das Ende der englischen Dominanz über Fußball-Europa dar. Er gibt zwar zu, dass ein Jahr alleine noch keinen Trend ausmacht, ist sich aber sicher, dass das Ausscheiden aller englischen Vereine kein Zufall ist. Der Kommentator des konservativen Boulevardblatts erkennt einen Abfall in der Qualität des Fußballs, den die englischen Topteams spielen, was vor allem daran erkennbar sei, dass gerade Chelsea und Manchester United in diesem Jahr weitaus mehr Spiele in der Liga verloren hätten als in den vorhergehenden Jahren.

Die Anzahl der Niederlagen führt auch Matt Dickenson, Chief Sports Correspondent für „The Times“ ins Feld, um klar zu machen, dass sowohl United als auch Chelsea wesentlich schwächer seien als im Vorjahr. Gleichzeitig meint er jedoch, dass Schlagzeilen über den Untergang der Premier League verfrüht seien. „Es ist nicht der italienische Fußball, der wieder auflebt, sondern Inter dank Mourinhos guter Arbeit; es liegt nicht daran, dass der deutsche Fußball wieder auf dem Vormarsch ist, sondern an van Gaal, der einer mächtigen bayerischen Institution wieder Leben eingehaucht hat.“ Er gibt zwar zu, dass man sich sehr wohl Sorgen machen müsste, sobald die Fernseheinnahmen schrumpfen oder Platinis Regeln zum „finanziellen Fairplay“ umgesetzt würden, doch im Moment müsse man sich nicht um den englischen Fußball, sondern nur um Chelsea und Manchester United Gedanken machen. Auch gibt er den englischen Lesern zu Bedenken, dass das Ausscheiden der englischen Team im Rest Europas wohlwollend aufgenommen wurde, weil sich in den letzten Jahren außerhalb Englands fast schon Langeweile ob der deutlichen Dominanz der Premier League breit gemacht hatte. Die stärksten Ängste in Sachen Premier League in Resteuropa würden dann allerdings bestätigt werden, wenn die Vereine „jetzt Frank Ribery kaufen oder Mourinho zurücklocken. Wenn man sie nicht schlagen kann, kauft man sie eben auf.“

Paul Hayward gibt sich im „Guardian“ ebenso nachdenklich, ob denn die Gesamtbetrachtung des englischen Ergebnisses nicht eine zu große Vereinfachung der Sachlage darstellt. Ebenso wie Dickenson, ist auch Hayward überzeugt, dass man alle Leistungen einzeln würdigen müsse. Man müsse aber ebenso zugeben, dass “Liverpool auf dem absteigenden Ast ist, Chelsea nicht mit Mourinho mithalten konnte, Arsenal kraftlos gegen herausragende Gegner aussehen und United einen acht Tage währenden Ausflug in Hölle mit dem Ausscheiden in der Champions League und der 1:2 Niederlage gegen Chelsea erleiden mussten.“ Europa, so gibt Hayward zu, befindet sich nicht länger im Klammergriff der Premier League. Besonders bitter sei dies, da mit Robben und Mourinho zwei der Hauptdarsteller des Halbfinales ohne England einst in der Premier League tätig waren.

Jon Carter, britischer Chef der amerikanischen Website ESPNsoccernet legt sein Augenmerk auch auf Arjen Robben und meint, dass der Niederländer den Unterschied im Duell zwischen Bayern und United gemacht habe. Somit sei es viel sinnvoller ihn und den Aufstieg der Münchner zu betrachten als den Abstieg des englischen Fußballs. Die hätten, so Carter, einfach nicht die erforderliche Leistung gebracht. Beste Liga der Welt hin oder her.

Links

Das Duell zwischen Bayern und Manchester United im Fußball-Forum
Die Diskussion zur Champions League im Forum
Die ewige Europacuptabelle in den Stats
Die UEFA-Fünfjahreswertung in den Stats
Der UEFA-Koeffizient in den Stats


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