Eigentlich war es ein erfreuliches Jahr für die deutschen Mannschaften, denn sie schlossen mit 18,083 Punkten als stärkster aller Verbände ab. Der einzige Wermutstropfen war das verlorene Finale der Champions League. Hätten die Bayern wenigstens das Elfmeterschießen erreicht, wäre Deutschland in der Abschlusstabelle vor Italien gewesen und hätte so bereits für die Spielzeit 2011/12 seinen Tabellenvierten in die Champions League Qualifikation schicken dürfen.
Neben dem deutschen Rekordmeister überstand auch der VfB Stuttgart die Gruppenphase und sicherte Deutschland weitere fünf Punkte für das Erreichen des Champions League Achtelfinals, scheiterte dort jedoch an den Katalanen aus Barcelona. Der VfL Wolfsburg musste CSKA Moskau in der Gruppenphase den Vortritt lassen. Dem deutschen Meister fehlte im vorletzten Gruppenspiel ein Tor gegen die Russen, um ebenfalls das Achtelfinale zu erreichen, der Werksclub musste mit der Europa League vorlieb nehmen. Dort scheiterten sie im Viertelfinale am späteren Finalisten FC Fulham, der eine Runde später auch den Hamburger SV aus dem Rennen warf.
Die Gruppenphase der Europa League überstanden auch Hertha BSC Berlin, die in der Zwischenrunde chancenlos gegen Benfica Lissabon waren, und Werder Bremen, das trotz vier geschossener Tore vor heimischem Publikum nur Remis gegen den FC Valencia spielte und damit das Viertelfinale verpasste. Wäre das Spiel torlos ausgegangen, stünde Deutschland dank des daraus resultierenden Einzugs von Werder ins Viertelfinale und dem damit verbundenen Bonuspunkt vor Italien. Das zeigt, wie knapp Deutschland dieses Jahr daran gescheitert ist, Italien zu überholen.
Die anderen Verbände
Die Champions League wurde nicht wie erwartet von England dominiert. Die letzten beiden Vertreter, Manchester United und Arsenal London, die beide im Achtelfinale noch durch beeindruckende Siege ihre Gegner ausschalteten, mussten im Viertelfinale die Segel streichen. Hinzu kam das Scheitern des FC Liverpool bereits in der Gruppenphase. Vier Mannschaften aus vier Nationen spielten das Halbfinale untereinander aus.
Von den Verbänden, die sich für das Achtelfinale der Champions League qualifizierten und damit erstmals fünf Punkte statt einem für ihr Land holten, erreichte nur Russland einen schlechteren Wert als im Vorjahr. Das lag vor allem daran, dass Dinamo Moskau in beiden Wettbewerben und neben St. Petersburg zwei weitere Vertreter die Qualifikation für die Europa League nicht überstanden. Auch die Schotten konnten nur ihre beiden Flaggschiffe, die Rangers (Platz vier in der Champions League) und Celtic (Platz drei in der Europa League), in die Gruppenphase bringen und rutschten bis auf Platz 16 ab.
Die Ukraine musste die stärksten Einbußen hinnehmen. Sie machte der vorangegangenen Spielzeit gegenüber fast elf Punkte weniger. Das zeigt deutlich, wie wichtig es ist, genügend Mannschaften in die Gruppenphasen zu bringen, was nur Dinamo Kiew (Vierter in der Champions League) und Schachtjor Donezk (Aus in der Zwischenrunde der Europa League) gelang. Hätte der letztgenannte Club trotz des Ausscheidens nicht noch wenigstens ein Remis daheim gegen den FC Fulham geholt, wäre Rumänien vorbeigezogen, das fünf Vereine in den Gruppenspielen hatte.
Ausblick auf die nächste Saison
Folgende Tabelle zeigt die Ausgangssituation nach Abzug der Punkte aus der Saison 2005/06, wobei die Bonuspunkte für bereits feststehende Teilnahmen an der Champions League 2010/11 mit eingerechnet sind:
Bei den ersten fünf Verbänden wird es, sofern nicht einer davon einen fürchterlichen Einbruch erlebt, keine Veränderungen geben. Einzig den Russen sitzen die Ukraine und das zuletzt starke Portugal im Nacken, die nur zwei respektive fünf Siege mehr brauchen, um vorbeizuziehen. Gespannt darf man auf das Abschneiden des neuen türkischen Meisters in der Champions League Gruppenphase sein. Die Clubs vom Bosporus haben 1,621 Punkte (umgerechnet fünf Siege) Vorsprung auf die Niederlande und starten auf Platz neun, weil den Rumänen die 16,833 Punkte aus der Spielzeit 2005/06 abgezogen wurden und sie in der Ausgangswertung auf Rang 13 zurückfielen.
Davon profitiert auch Dänemark, das allerdings mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,526 Punkten (also zwei Siegen) auf Platz zwölf beginnt. Hinter Rumänien lauern schon Belgien und Schottland, die beide jeweils vier Siege mehr als die Dänen benötigen, um sie zu überholen. Schottland darf von Platz 15 aus starten, weil der Schweiz der starke Wert von 9,375 aus dem Jahr 2005/06 fehlt. Für die Briten ergibt sich demnach die angenehme Situation, trotz zuletzt schwacher Leistungen ihren Platz zu halten. Die Bulgaren rutschen durch den Abzug von 8,750 Punkten auf Platz 21 ab und müssen aufpassen, dass sie ihren Vorsprung vor Norwegen und Kroatien halten. Beide Verbände sind mit drei Siegen mehr schon vorbeigezogen.
Die ersten beiden Qualifikationsrunden in beiden Wettbewerben werden bereits am 21. Juni ausgelost. Die Hinspiele der ersten Qualifikationsrunde der Champions League finden am 29. und 30. Juni statt, die der Europa League folgen am 1. Juli. Die Play-Offs werden am 6. August ausgelost und vom 24. bis 26. August ausgetragen. Die Auslosung der Gruppenphasen findet am 26. (Champions League) und am 27. August (Europa League) statt.