[WM 2010] Griechenland - als Außenseiter zur 2. Teilnahme an einer Endrunde
28. Mai 2010, 17:39 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter WM-2006, Int-Fussball.
| Griechenland |
Steckbrief:
Trikotfarben: blau-weiß
FIFA-Weltrangliste: 13
WM-Teilnahmen: 1994 (Aus in der Vorrunde)
Kontinentalmeister: 1 (2004)
Rekordnationalspieler: Theodoros Zagorakis (120 Einsätze)
Rekordtorschütze: Nikos Anastopoulos (29 Tore)
Trainer: Otto Rehhagel (71 Jahre)
WM-Historie, aktuelle Spieler und Trainer:
Die WM-Geschichte der Hellenen ist äußerst übersichtlich: Nur ein einziges Mal schaffte man die Qualifikation und nahm an einer Endrunde teil. Das war 1994 in den USA, wo man aber sang- und klanglos nach Niederlagen gegen Argentinien (0:4), Bulgarien (0:4) und Nigeria (0:2) ohne Punkt und eigenen Treffer als Gruppenletzter nach der Vorrunde die Heimreise antreten musste. Und selbst “König Otto”, der am 09. August 2001 seinen Job als griechischer Nationaltrainer antrat und mit der Mannschaft 2004 in Portugal sensationell Europameister wurde, blieb bei seiner ersten WM-Qualifikation auf der Strecke – und der amtierende Kontinentalchampion bei der WM 2006 in Deutschland nur Zuschauer.
Doch der keineswegs amtsmüde Otto Rehhagel trotzte aufkeimender Kritik, nahm die erneute Herausforderung der Qualifikation für die erste Weltmeisterschaft auf afrikanischen Boden an und machte es im zweiten Anlauf besser, wenngleich auch dieser nach durchaus machbarer Auslosung zur Zitterpartie wurde. Griechenland belegte in der Gruppe 2 mit einem Zähler Rückstand auf die Schweiz den zweiten Platz und musste den Umweg über die nervenaufreibenden Play-offs nehmen. Gegner in der Relegation war die Ukraine. Nach einem torlosen Remis im Hinspiel vor eigenem Publikum, gelang beim Rückspiel in Donezk dann doch noch das kleine Wunder. Dimitrios Salpigidis erzielte den einzigen Treffer der Partie nach gut einer halben Stunde – der Weg nach Südafrika war frei.
Otto Rehhagel hielt während der Qualifikation nicht an einem starren Spielsystem fest, sondern zeigte sich durchaus variabel. Wenn man so will, dann kann man das 3-4-3 als Basis heranziehen, da dies in den zwölf Spielen (die Play-offs mit eingerechnet) immerhin sechsmal als Ausgangsformation diente.
Im WM-Aufgebot, in das viele Spieler der heimischen Super League berufen wurden, befinden sich noch einige der Helden von Portugal. Bei den Torhütern hat Konstantinos Chalkias “überlebt”. Doch ob der Keeper, der bei der EM 2004 nur Tourist war, diesmal als Nummer eins fungieren wird und nicht wieder ein Reservistendasein darben muss, bleibt abzuwarten. Nachdem er die ersten acht Qualifikationsspiele zwischen den Pfosten stand, musste er zuletzt seinen Konkurrenten den Vortritt lassen. So scheint Alexandros Tzorvas von Panathinaikos Athen derzeit wohl die besten Karten zu besitzen.
Weitere Europameister im Kader von Rehakles sind Georgios Seitaridis, Giorgios Karagounis, Kostas Katsouranis und Angelos Charisteas. Der Stürmer, der sein Heimatland in Portugal gegen die Gastgeber im Finale zum Triumph köpfte und danach in der Bundesliga zumeist hinter den Erwartungen blieb, ist nicht der einzige nominierte Deutschland-Legionär. Er wird von Theofanis Gekas begleitet, der im Ligaalltag eine schwere Zeiten erlebte, dafür aber in der Qualifikation zehn Tore erzielte und damit zum besten Schützen überhaupt aufstieg.
Griechenland hat eine schwere Vorrundengruppe erwischt und gilt als Außenseiter. Die Gegner heißen Argentinien, Nigeria und Südkorea. Es wird verdammt schwer für die Hellenen, den Sprung in die zweite Runde zu verwirklichen. Argentinien mit all seinen Stars, ist eine echte Hausnummer im Weltfussball. Und auch wenn man in der aktuellen FIFA-Weltrangliste den 13. Platz einnimmt und somit vor Nigeria und Südkorea liegt, der zweite Platz in der Gruppe wäre ein Erfolg. Aber was im Fußball möglich ist, wenn es in der Mannschaft stimmt und man auf einer Erfolgswelle schwimmt, davon weiß man in Griechenland zu berichten. Wunder besitzen allerdings erfahrungsgemäß Seltenheitswert.
In Zeiten der Finanzkrise, die die Südosteuropäer voll erwischt hat und das ganze Land in Atem hält, könnte der Fußball von den vielschichtigen Problemen etwas ablenken. Wenn den Griechen bei den ganzen Sparmaßnahmen und Einschnitten auf allen Ebenen des täglichen Lebens nicht die Lust auf das Großereignis um das runde Leder Nicht komplett verhagelt hat.
Teile uns deine Meinung zu diesem Artikel über das Kontaktformular mit.
Weitere Artikel
- [Basketball-WM 2010] Nach Machtdemonstration gegen Griechenland: Spanien im Viertelfinale
- [Basketball-WM 2010] Das Aus: Deutschland verliert gegen Angola
- [Basketball-WM 2010] Vorbericht zur Basketball-WM 2010 in der Türkei
- Eingeworfen: Die Fussball-WM der Vergessenen
- Fußball-WM 2010 in Südafrika - das Tagebuch der Nationalmannschaft. Heute: Auf Wiedersehen, Südafrika - was bleibt hängen?
« Fußball-WM 2010 in Südafrika - das Tagebuch der Nationalmannschaft: WM-Stimmung | [WM 2010] Südafrika - Gastgeber mit Angst »
