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[NBA 2009/10] Wie früher: Boston Celtics und Los Angeles Lakers in der Final Series

2. Juni 2010, 19:57 geschrieben von BVB-Benny.

Ja, es gibt derzeit auch noch andere sportliche Highlights als die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Und bei diesem lohnt es sich ganz besonders, einen genauen Blick darauf zu werfen. Denn nach einer langen Saison steht das Finale der NBA fest – und es ist ein Traumfinale. Mit den Boston Celtics und den Los Angeles Lakers treffen nicht nur zwei alte Rivalen aufeinander, sondern auch die erfolgreichsten Teams in der Geschichte der Liga. Grund genug für das MAG, einen kleinen Ausblick auf das Duell zu geben.

Die Teams

Boston Celtics – Zurück im Geschäft

Sie sind wieder da. Die Boston Celtics, mit 17 Titeln Rekordmeister der Liga, zählen zu den NBA-Teams mit den größten Fangemeiden. Doch zu verdanken hatten sie das lange Zeit ihren Erfolgen aus vergangenen Tagen. Diese waren auch üppig vorhanden. Zwischen 1960 und 1966 hatte man die Meisterschaft buchstäblich abonniert; in allen sieben Spielzeiten ging der Titel an das Team aus dem Osten der Vereinigten Staaten. Und in den 80er Jahren lieferte man sich Jahr für Jahr einen heißen Kampf mit den Los Angeles Lakers. Besonders das Duell der beiden Starspieler Larry Bird und Magic Johnson elektrisierte damals die Massen. Doch nach der Meisterschaft 1986 begann eine absolute Durststrecke für die Celtics. Ein Jahr danach errangen sie nochmal den Conference-Titel, doch das war nur das letzte Aufflackern der Nulllinie eines Patienten, der zwei Dekaden lang ins Koma fiel.

Nachdem man 2007 erneut nichts gerissen hatte, erfolgte endlich die Wende. Die Boston Celtics drohten ihren wichtigsten Spieler, Paul Pierce, zu verlieren, der mit der Erfolglosigkeit seines Teams mehr als unzufrieden war. Da sein Abgang den Verein noch tiefer in die Bedeutungslosigkeit hätte sinken lassen, zogen die Klubverantwortlichen die Reißleine. Ganze fünf Spieler musste man bieten, um im Tausch Kevin Garnett von den Minnesota Timberwolves zu bekommen. Zusätzlich wurde Ray Allen von den Seattle Super Sonics geholt. Und die Maßnahmen griffen sofort. Tatsächlich holte das erneuerte Team gleich im ersten Anlauf 2008 die erste Meisterschaft seit 22 Jahren.

Der Erfolg sollte keine Eintagsfliege bleiben. 2008/2009 spielte man ebenfalls eine gute Rolle, scheiterte im Halbfinale an den Orlando Magic denkbar knapp erst im siebenten Spiel der Best-of-seven-Serie. In dieser Saison gelang immerhin schon der Gewinn des Conference-Titels, und nun hat man die Chance, in der Final Series gegen den Rivalen aus alten Tagen zu zeigen, das man endgültig zurück ist. Es wäre der zweite Titel in drei Jahren. Das erinnert an vergangene Tage.

Los Angeles Lakers – Parallelen und Unterschiede

Auch die Lakers, nach den Boston Celtics mit 15 Meisterschaften das zweiterfolgreichste Team der NBA, hatten schon in vergangenen Tagen große Erfolge zu feiern. Man dominierte die Liga von 1949 bis 1954 und holte in dieser Zeit fünf von sechs möglichen Titeln. In den 80ern, wie schon erwähnt die Zeit der großen Duelle mit den Celtics, war man sogar noch dominater, wie fünf Meisterschaften in neun Jahren beweisen. Auch wenn die Serien stets eng waren, entschieden die Lakers sie zumeist doch zu ihren Gunsten.

Doch genau wie für die Celtics erfolgte auch für Los Angeles anschließend eine Phase des Misserfolgs. In den 90ern gab es für das Team nichts zu holen. Man reagierte allerdings früher und vor allem anders als der Erzrivale aus Boston. Jedoch war die Situation auch eine andere, denn dem Team der Lakers wurde auch in dieser Zeit von allen Seiten großes Talent zuerkannt. Das Problem musste also woanders liegen. So kam es, dass man sich 1999 mit Phil Jackson den Erfolg auf die Bank setzte. Der Headcoach kam mit der Empfehlung von sechs Meisterschaften aus Chicago und hatte wenig Mühe, aus Talenten Sieger zu formen und eine neue Erfolgsära einzuleiten. So gelang den Lakers zwischen 2000 und 2002 das sogenannte Threepeat, also drei Meisterschaften in Folge.

Aber dann war es erstmal wieder vorbei mit der Herrlichkeit und zwei Jahre ohne Meisterschaft führten zur Trennung des nur auf dem Feld kongenialen Duos Bryant/O’Neal. Zwei Alphatiere in einem Team konnte auf Dauer wohl nicht funktionieren. So großartig, wie die beiden als Basketballer harmonierten, so groß waren ihre zwischenmenschlichen Probleme außerhalb des Platzes. So kam es, dass die Lakers 2004 den älteren O’Neal an die Miami Heat abgaben. Doch wenn man Qualität auf dem Court verliert, führt das natürlich selten zu mehr Erfolg. So auch bei den Lakers. Es dauerte bis zur Saison 2007/2008 bis man diesen – im wahrsten Sinne des Wortes – gewichtigen Abgang verkraften konnte und wieder in der Final-Series stand, wo man – siehe da – auf den alten Rivalen aus Boston traf. Man zog jedoch den Kürzeren und konnte erst in der darauf folgenden Saison wieder die Meisterschaft nach Los Angeles holen, als man die Magic klar mit 4-1 bezwang. Nun stehen die Lakers also zum dritten Mal in Folge im Finale und können den Vorsprung des Rekordmeisters auf einen Titel verkürzen.

Das Duell

Inzwischen ist hoffentlich deutlich geworden, warum dieses Duell so besonders ist und warum die Paarung zurecht als Traumfinale bezeichnet werden kann. Doch wie stehen die Chancen beider Teams? Grundsätzlich ist das Duell recht offen. Auch wenn nach der Regular Season zumindest die Boston Celtics nur von den Wenigsten im Finale gesehen worden sein dürften, haben sie zuletzt gezeigt, dass sie genau dort hingehören. Vielleicht hauptverantwortlich dafür ist Point Guard Rajon Rondo. Ausgerechnet der 24-jährige war es, der in den bisherigen Playoff-Partien den alten Herren Pierce, Allen und Garnett Verantwortung abnahm. Vor allem seine Assists halfen den Celtics, sich gegen die favorisierten Cleveland Cavaliers und den Orlando Magic – beide nach der Regular Season Führende der Eastern Conference – durchzusetzen. Mit den Cavs bezwangen sie sogar das bis dato beste Team der Saison und den Orlando Magic waren in den beiden vorangegangen Playoff-Runden jeweils ein sogenannter Sweep, das heißt eine 4-0-Serie, gelungen. Kurzum: Auch wenn ihre Regular Season nicht mehr als solide war, wird mit den Boston Celtics zu rechnen sein und die Lakers werden nicht den Fehler machen, sie zu unterschätzen.

Denn auch wenn Los Angeles eine wesentlich bessere reguläre Saison gespielt hat und Titelverteidiger ist, gingen sie nicht als Topfavorit in die diesjährigen Playoffs. Zu beeindruckend war zunächst die Regular Season der Cavs, dann die beiden Sweeps der Magic. Doch nun, wo die Finalpaarung feststeht, werden den Lakers die leicht besseren Chancen zugesprochen. Zum zwölften Mal kämpfen beide Teams in den Endspielen gegeneinander, bisher zog Los Angeles neunmal den Kürzeren – keine gute Bilanz. Verbessern wollen sie diese vor allem durch ihre individuelle Klasse. Kobe Bryant ist an guten Tagen immer in der Lage, ein Spiel nahezu im Alleingang zu entscheiden, Pau Gasol und mit Abstrichen Ron Artest sind ebenfalls über jeden Zweifel erhaben. Und auch Center Andrew Bynum hat mittlerweile den Level eines Starspieler erreicht. Im Fußball würde man wohl sagen: Die Lakers haben den in der Breite besser besetzten Kader.

Ein zusätzlicher Vorteil ist vielleicht, dass die ersten beiden Spiele in Los Angeles stattfinden. So hat man die Möglichkeit, die Serie vor heimischem Publikum schon früh in die eigene Richtung zu lenken. Das erste Spiel zu Hause zu gewinnen ist vermutlich einfacher, als das erste Heimspiel mit einem möglichen 0-2-Rückstand im Nacken erfolgreich zu gestalten. Danach gäbe es zwar gleich drei Chancen nacheinander, die Scharte im Bostoner TD Banknorth Garden auszuwetzen, doch sollte ein alles entscheidendes siebentes Spiel nötig werden, würde dies auch wieder im Staples Center in Los Angeles stattfinden. Es gibt also einige Argumente, die für die Lakers sprechen. Das größte Argument der Celtics ist wohl ihre 9-3-Bilanz in den Finalserien gegen den Erzrivalen. Außerdem waren sie zuletzt in der Lage, sich stetig zu steigern. Können sie nun noch mal ein kleines Stück zulegen, dürften sich die Lakers vor große Probleme gestellt sehen. Für Spannung ist somit gesorgt, für Brisanz sowieso – also: Lasst die Spiele beginnen!

Termine:

Celtics at Lakers Fr. 4.Jun, 3.00 (MEZ)
Celtics at Lakers Mo. 7.Jun, 2.00 (MEZ)
Lakers at Celtics Mi. 9.Jun, 3.00 (MEZ)
Lakers at Celtics Fr. 11.Jun, 3.00 (MEZ)
Lakers at Celtics Mo. 14.Jun, 2.00 (MEZ) i.n.
Celtics at Lakers Mi. 16.Jun, 3.00 (MEZ) i.n.
Celtics at Lakers Fr. 18.Jun, 3.00 (MEZ) i.n.


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