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[WM 2010] 4:0 gegen Australien - Deutschland startet mit Paukenschlag ins Turnier

14. Juni 2010, 12:25 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter WM-2006, Int-Fussball.

Die deutsche Nationalmannschaft hat ihr Auftaktmatch gegen Australien in souveräner Manier mit 4:0 gewonnen, damit ein beachtenswertes Ausrufezeichen gesetzt und ihre Ambitionen untermauert.

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Deutschland 4:0 (2:0) Australien

Deutschland fulminant – Kampfansage an die Konkurrenz

Wow, was für ein Einstand für die junge deutsche Mannschaft. Mit 4:0 wurden den Socceroos, die bei der letzten WM vor vier Jahren in Deutschland nur knapp im Achtelfinale am späteren Weltmeister Italien gescheitert waren, die Grenzen aufgezeigt – und wie!

Nachdem Australien direkt nach dem Anpfiff beherzt nach vorn spielte und in der dritten Minute durch Richard Garcia aus Nahdistanz die Riesenchance zur Führung hatte, die Philipp Lahm und Manuel Neuer mit vereinten Kräften aber vereiteln konnten, stand man im weiteren Spielverlauf zumeist auf verlorenem Posten und war mit den vier Gegentreffern am Ende noch gut bedient. Pim Verbeeks in die Jahre gekommenen Mannen hatten dem Spielwitz der Bundesligaprofis kaum etwas entgegenzusetzen. Ständige Rhythmuswechsel, wunderbar vorgetragene Angriffe, sowie Vorteile in Sachen Technik und Spritzigkeit zeichneten das Spiel der Deutschen aus, deren Körpersprache Unbekümmertheit und Selbstvertrauen verriet. Nun wäre es sicherlich verfrüht, diesen tollen Auftakt zu hoch zu hängen und Deutschland gleich zum Topfavoriten zu küren, dazu war Australien nicht der richtige Gradmesser. Doch Deutschland ist natürlich in den Fokus gerückt und die Konkurrenz wird den Traumstart mit Argusaugen beobachtet haben. Die rund 63.000 Zuschauer im Moses Mabhida waren jedenfalls von der Vorstellung der deutschen Mannschaft angetan, und von der Kieler Förde bis zu den Alpen dürfte es nicht anders sein – die Begeisterung ist geweckt.

Joachim Löw schenkte bei seinem 50. Spiel jener Formation das Vertrauen, die sich in den letzten Tagen bereits abgezeichnet hatte. Holger Badstuber agierte links in der Viererkette, Thomas Müller begann im rechten offensiven Mittelfeld und Miroslav Klose bekam als zentrale Spitze die von ihm erhoffte Chance, sich selbst zu beweisen und es seinen Kritikern zu zeigen. Und nach den eindrucksvollen 90 Minuten muss man Löw zu seinen Entscheidungen gratulieren: Der Bundestrainer hat – zumindest bei dieser Partie – alles richtig gemacht. Während man das Leistungsvermögen der Hintermannschaft, die einfach zu wenig gefordert wurde und dennoch einige Male nicht ganz sicher wirkte, noch nicht wirklich einschätzen kann, macht das Offensivspiel Lust auf mehr. Vor allem Mesut Özil und Müller zerrten ständig an den Ketten, beeindruckten durch Übersicht und Esprit.

Podolski und Klose sorgen für Ruhe, Cacau und Müller für Feierlaune

So ist es auch nicht verwunderlich, dass die beiden am deutschen Führungstor beteiligt waren. Nach einem öffnenden Pass von Bastian Schweinsteiger auf Özil, nahm dieser am rechten Flügel Tempo auf und bediente dann Müller. Dessen flacher Rückpass von der Grundlinie kam genau in den Lauf von Lukas Podolski – der Kölner zog aus circa 15 Metern trocken ab und ließ Schwarzer im australischen Tore keine Abwehrchance (8.). Dieser Treffer sorgte natürlich für großen Jubel im deutschen Lager und beseitigte letzte Zweifel.

Nachdem mit Poldi eines der Sorgenkinder der letzten Bundesligasaison getroffen hatte, rückte nun Miroslav Klose mehr und mehr den Blickpunkt des Geschehens. Zunächst schien es so, als sollten diejenigen Recht behalten, die ihn lieber auf der Bank gesehen hätten – Klose ließ zwei gute Gelegenheiten freistehend aus. Dann zeigte der älteste Feldspieler im Team allerdings, dass er es noch kann. Nach einer maßgezirkelten Flanke seines Münchener Mannschaftskollegen Lahm, kam es vor Schwarzer an den Ball und vollstreckte per Kopf ins verwaiste Tor der Australier (27.). Ein Befreiungsschlag, Klose feierte sein 11. WM-Tor und wurde auch von seinen Teamkameraden entsprechend geherzt. Özil verpasste es nach gut einer halben Stunde, nachzulegen. So ging es mit dem Vorsprung von zwei Toren in die Pause.

Nach dem Kabinengang schraubten der agile Müller mit einer feinen Einzelleistung (68.) und der gerade eingewechselte Cacau (70.) mit einem Doppelschlag für den Endstand. Die Vorarbeit zu Müllers Treffer lieferte Podolski, Özil legte für Cacau auf. So sehr Özil als Spielgestalter und Vorbereiter auch zu gefallen wusste, ein eigener Treffer blieb den Bremer trotz guter Möglichkeiten erneut verwehrt, beim Abschluss hapert das momentan.

Am Ende gab es am verdienten Sieg der DFB-Kicker keinerlei Zweifel, bei besserer Chancenverwertung hätte es noch das ein oder andere Törchen mehr sein können. Doch im Gefühl des sicheren Sieges, ließ man es im zweiten Durchgang gegen dann ab der 56. Minute dezimierte Socceroos – Tim Cahill sah nach einem rüden Einsteigen gegen Schweinsteiger vom mexikanischen Referee glatt Rot – etwas gemütlicher angehen. Angesichts dieses Spiels ist die deutsche Auswahl erster Anwärter auf den Gruppensieg und scheint gewappnet für den weiteren Turnierverlauf.

Statistik

Deutschland: Neuer – Lahm, Mertesacker, Friedrich, Badstuber – Schweinsteiger, Khedira – Müller, Özil (74. Gomez), Podolski (81. Marin) – Klose (68. Cacau). – Trainer: Löw

Australien: Schwarzer – Wilkshire, Neill, Moore, Chipperfield – Valeri, Grella (46. Holman) – Emerton (74. Jedinak), Cahill, Culina – Garcia (64. Rukavytsya. – Trainer: Verbeek

Tore: 1:0 Podolski (8.), 2:0 Klose (26.), 3:0 Müller (68.), 4:0 Cacau (70.)

Schiedsrichter: Marco Rodriguez (Mexiko)
Zuschauer: 62.660 in Durban
Rote Karte: Cahill wegen groben Foulspiels (56.)
Gelbe Karten: Özil, Cacau / Moore, Neill, Valeri


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