[WM 2010] Deutschland unterliegt Serbien - Platzverweis für Miro Klose
18. Juni 2010, 16:43 geschrieben von Francescoli, abgelegt unter WM-2006, WM-2006.
Die deutsche Nationalmannschaft steckt im zweiten Gruppenspiel eine bittere Niederlage gegen Serbien ein.
| Deutschland | 0:1 (0:1) | Serbien |
Drei Hauptgründe für die Niederlage
Fußball ist ein komplexes Spiel. Eine Vielzahl von Faktoren entscheidet über Sieg oder Niederlage. Doch diese 0:1-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft lässt sich an drei zentralen Punkten festmachen.
Zum einen verpfiff der kleinliche Schiedsrichter Alberto Undiano das Spiel. Jeder etwas härter geführte Zweikampf wurde abgepfiffen, ein Spielfluss kam nie zustande. Vor allem muss als skandalös bewertet werden, dass der Mann aus Pamplona bereits in der Anfangsphase auch für kleinere taktische Fouls sofort Gelb zeigte. Ein Opfer wurde Miro Klose, der bereits nach seinem zweiten relativ harmlosen Foul die Gelb-Rote Karte sah (37.). Deutschland spielte von da an nicht nur mit einem Mann weniger, sondern kassierte sofort nach dem Platzverweis den Gegentreffer. Serbien war von dem Zeitpunkt an im Vorteil: Die Deutschen spielten ohne Stürmer, es kamen kaum noch Bälle in die Nähe des serbischen Strafraums, sodass sich Serbiens Hintermannschaft immer wieder in Ruhe ordnen konnte.
Der zweite entscheidende Punkt betrifft Holger Badstuber, der allergrößte Mühe gegen den erwartet starken Miloš Krasić hatte. Serbiens Offensive fand fast nur auf der deutschen linken Abwehrseite statt. Allerdings kann man dem jungen Münchner Badstuber die Verantwortung für das Gegentor nicht alleine zuschreiben, denn Krasić’ Flanke war eine Ewigkeit in der Luft und hätte ohne Probleme von anderen deutschen Spielern verteidigt werden können. Per Mertesacker und Arne Friedrich sahen in dieser Situation sehr schlecht aus.
Drittens muss man die Leistung von Lukas Podolski ansprechen. Der Kölner spielte im linken Mittelfeld nicht sehr glücklich, hatte aber, vor allem in der zweiten Halbzeit, als er eine zunehmend offensivere Position einnahm, eine Reihe von großartigen Einschussmöglichkeiten, die er aber ohne Ausnahme ungenutzt ließ. Auch die größte Chance zum Ausgleich ließ er liegen; sein Elfmeter war einfach schlecht geschossen.
Fazit
Nach dem überzeugenden Sieg gegen die Australier wurde die deutsche Nationalelf in den Himmel gelobt und zum engeren Kreis der Titelkandidaten gezählt. Dieses Spiel gegen keineswegs überragende Serben hat uns jedoch wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Zwar weist die deutsche Mannschaft großes kämpferisches Potential auf, doch sind spielerische Schwächen nicht zu übersehen. Jetzt ist Augenmaß angesagt: Jogi Löw und seine Team werden viel Arbeit investieren müssen, um der Mannschaft wieder ihren Glauben in die eigenen Stärken zu vermitteln. Eine weitere Aufgabe wird sein, die linke Seite zu stärken. Vielleicht werden auch personelle Veränderungen notwendig.
Statistik
Deutschland: Deutschland: Neuer – Lahm, Mertesacker, Friedrich, Badstuber (ab 77. Gómez) – Schweinsteiger, Khedira – Müller (ab 70. Cacau), Özil (70. Marin), Podolski – Klose – Trainer: Löw
Serbien: Serbien: Stojkovic – Ivanovic, Subotic, Vidic, Kolarov – Kuzmanovic (ab 75. Petrovic), Stankovic – Krasic, Jovanovic (79. Lazovic) – Ninkovic (70. Kacar), Zigic – Trainer: Antic
Tore: 0:1 Jovanovic (38.)
Schiedsrichter: Alberto Undiano (Spanien)
Zuschauer: 38.294 in Port Elizabeth
Gelb: Khedira, Lahm, Schweinsteiger – Ivanovic, Kolarov, Subotic, Vidic
Gelb-Rot: Klose wegen wiederholten Foulspiels (37.)
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