Fussball-Forum-Fußball von seiner schönsten Seite!
Forum Fussball-Statistiken Magazin Tippspiel Impressum

Fußball-WM 2010 in Südafrika - das Tagebuch der Nationalmannschaft. Heute: Experten und der Trainer...

9. Juli 2010, 10:22 geschrieben von informer, abgelegt unter WM-2006, Int-Fussball.

Das MAG begleitet unsere Nationalmannschaft während der WM 2010 in Südafrika. Heute: Experten und der Trainer …

Liebes Tagebuch,

die WM ist vorbei. Eigentlich zwar noch nicht, weil Deutschland ja noch einmal um die goldene Ananas (vulgo: Platz 3) spielen muss darf, aber für die Fans ist das Thema jetzt erledigt. Dank der unglaublichen Performance der deutschen U-25 hatten sich alle auf den Titel eingestellt. Und der geht jetzt vermutlich ins benachbarte Holland. Also freuen wir Fußballfans uns über das Grillwetter aus dem Marketingkatalog für Wüstenregionen.

Aber zeigen wir Größe und gönnen es den hassgeliebten Wohnwagen-Käse-mit-Hasch-Konsumenten. Ich für meinen Teil bin mental schon weiter als im Finale. Aber immerhin nicht so weit, wie Olli Kahn, dessen Expertentum sich bei seinen Aussagen auch nach mehreren Auftritten noch verbirgt. Letztens gab er ja an, mal einen spontanen Kurztrip ans Kap Hoorn gemacht zu haben … Respekt, Olli, Du Nummer 2, der die für erstklassige Investmentfonds zu werben vorgibst. Von Südafrika ein Spontantrip nach Südamerika und zurück, und das in wenigen Stunden – Hammer! Wie macht man das?? Es ist schon klasse, wenn Experten à la Scholl (“Ich fliege in den Süden in den Urlaub, vielleicht nach Kanada oder so …”) oder eben Olli Kahn für unsere Gebührengelder eine bezahlte Bühne für absolut entbehrliches “Fachwissen” geboten bekommen und eigentlich nichts leisten, außer teure Sendeminuten mit Hohlprosa zu füllen. Kahn meinte nämlich das Kap der guten Hoffnung am Südzipfel eben des Landes, in dem derzeit die WM dem Ende entgegengeht.

Kommen wir zum Kasus knacktus: Dir, liebes Tagebuch, kann ich es ja anvertrauen – es bleibt ja unter uns. Löw. Vor der WM verspottet und gehasst (auch vom Autoren), nach drei guten Spielen (Australien, England, Argentinien) geliebt und verehrt (Hinweis: Nicht vom Autoren!). Ist das normal? Die Lage ist klar: Aus einer B-Elf hat Löw eine agile und spielfreudige Truppe gemacht und notgedrungen die Verjüngung der Nationalmannschaft eingeleitet. Und das also erfolgreich, wie selbst die beiden einzigen wirklichen Experten im Fernsehen (Klopp und Netzer) mitteilen. Aber hat man schon vergessen, dass die fast schon körperliche Verbindung zum sich selbst als Charakterkopf bezeichnenden Oliver Bierhoff einen tiefen Graben zwischen den DFB, das Team und sich selbst gerissen hat? Dass Löw auch für den mutlosen Auftritt gegen Spanien mitverantworlich ist? Übersieht man, dass Löw auf flache Strukturen innerhalb der Mannschaft setzt und damit auf dem Platz jemand fehlt, der in ernsten Momenten Verantwortung übernimmt (zu sehen an Podolski mit seinem verschossenen Elfmeter gegen Serbien)? Überstrahlen ein paar Siege die Eigenwilligkeit und das fragliche Sozialgebahren des Trainers Löw, der nicht müde wird, zu betonen, dass Teams wie Aserbaidschan und Liechtenstein vollwertige Gegner sind und auf dem Weg zu Titeln eine echte Prüfung darstellen? Wenn er doch so diszipliniert arbeitet, wie er vorgibt – warum schafft er es dann nicht, eine nachhaltige Überlegenheit der Nationalmannschaft gegenüber einigen Teams aufzubauen (Tschuldigung Chef, ich schreibe mich nicht wieder in Rage!)? Das Thema Nationaltrainer ist dasjenige, welches die Nationalelf noch ein bisschen beschäftigen wird. Auch in Sachen Kapitän. Dabei hat nämlich der Trainer das Wort, kein Ballack, Lahm oder sonst wer.

Bleibt nach dem 0:1 gegen Spanien nur eins: Tintenfisch Paul ist zuverlässig (nach gewissen Morddrohungen einiger Calamaris-Fans aus dem Forum wurde inzwischen Personenschutz Tierschutz für Paul angeordnet). Aus Geheimdienstkreisen wurde bekannt, dass spanische Separatisten offenbar eine Entführung Pauls planen, um seine nächste Vorhersage (nämlich der des Weltmeisters!) zu verhindern. Ob sein Aquarium aus Oberhausen im Rahmen eines Orakelschutzprogramms verlagert wird, wird in Sicherheitskreisen noch diskutiert. Vielleicht sollte man Paul auch zum Thema Bundestrainer befragen. Seine Zuverlässigkeitsquote in zwei Jahren liegt ja bei 99,9 Prozent. Mehr kann man nicht verlangen. Wir brauchen also keine Olli Kahns, Mehmet Scholls und andere derangierte Fußballkritiker, wir brauchen Pauls!

Und was zieht man für Lehren aus der WM? In Sachen Schiedsrichter ist noch was zu tun. Auch wenn Roberto Rosetti für sich Konsequenzen zog und nach Anerkennung des klaren Abseitstreffers Argentiniens im Viertelfinale (eine spielentscheidene Beeinflussung des Viertelfinals) nicht mehr pfeifen will, ist das Thema nicht geklärt. Wie immer, wenn etwas gut gemeint ist, kommt am Ende oft Murks heraus. Wir dürfen gespannt sein, welche Lehren in Entscheidungskreisen daraus gezogen werden.

Viel Glück bei der Trainersuche!

In diesem Sinne …


Teile uns deine Meinung zu diesem Artikel über das Kontaktformular mit.


Weitere Artikel


|