Fußball-WM 2010 in Südafrika - das Tagebuch der Nationalmannschaft. Heute: Auf Wiedersehen, Südafrika - was bleibt hängen?
11. Juli 2010, 13:15 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter WM-2006, Int-Fussball.
Das MAG begleitet unsere Nationalmannschaft während der WM 2010 in Südafrika. Heute: Auf Wiedersehen, Südafrika – was bleibt hängen?
Liebes Tagebuch,
eigentlich war die WM ja mit der irgendwie blutleeren Halbfinalpleite am Mittwoch gegen Spanien beendet. Und da die brütende Hitze ein Übriges tut, fällt das Resümee entsprechend kurz aus.
Dritter sind wir nun also geworden, haben im kleinen Finale mit einer krankheitsbedingt umgestellten Truppe nochmal Moral und Kampfgeist bewiesen und Uruguay in einem dann doch recht ansprechenden Spiel nach zwischenzeitlichem Rückstand mit 3:2 bezwungen. Gut so, das unterstreicht den positiven Gesamteindruck der jungen DFB-Auswahl, die sich mit ihrer Unbekümmertheit und ihren teilweise herzerfrischenden Auftritten in aller Welt viele neue Freunde gemacht hat und zurecht Komplimente einsammelte. Als Einheit sind sie hier aufgetreten, haben viele Kritiker eines besseren belehrt und die große Anhängerschar zuhause begeistert – wir sind stolz auf euch, Jungs!
Und doch bleibt bei aller Sympathie und der Bronzemedaille, die die Jungs sich zweifellos verdient haben, das verlorene Semifinale als Wermutstropfen. Nicht die Niederlage gegen den amtierenden Europameister und WM-Favoriten Spanien an sich hat für viel Unmut bei vielen Fans und hier im Forum zu hitzigen Diskussionen geführt, sondern die Art und Weise. Hat sich Löw verzockt, waren die Spanier zu stark, unsere Jungs zu grün oder einfach vom zu großen Respekt eingeschüchtert? Die Meinungen gehen weit auseinander und kaum jemand ließ sich von der Gegenseite überzeugen.
Im Fokus der Kritiker steht Bundestrainer Joachim Löw, dem sowohl falsche Taktik als auch falsche Personalentscheidungen vorgeworfen werden, außerdem könne er ein Spiel nicht lesen und nicht gut motivieren – er soll doch seinen Hut nehmen. Die andere Seite lobt “ihren Jogi” dagegen und hofft sehnsüchtig auf dessen Verbleib. Und seine Zukunft ist sicherlich jetzt die Kardinalfrage. Vieles hängt von seiner Entscheidung ab, die er mit einigem Abstand zum Turnier treffen möchte und zu der es “noch keinerlei Tendenz” gibt. Das Vertrauen seiner Spieler und der DFB-Oberen genießt er uneingeschränkt – aber wie sieht’s in ihm selbst aus?
Obwohl ich nicht immer mit seinen Planspielen auf einer Linie liege, befürworte ich mittlerweile seinen Verbleib und hoffe auf eine Vertragsverlängerung. Was man hat, hat man – was man bekommt…
Ich könnte noch von Vuvuzelas, strauchelnden Favoriten, Schiedsrichterfehlleistungen, dem Orakel Paul und den Stars der Endrunde usw. schreiben, aber das schenke ich mir. Ich bin froh, dass diese WM ein friedliches Event war und hoffe frohen Mutes auf eine titelträchtige Zukunft für den deutschen Fußball – egal wie es beim DFB nun personell weitergeht.
In diesem Sinne…
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