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[Premier League 2010/11] Liverpool vs. Arsenal 1:1 - Last-Minute-Eigentor von Reina

16. August 2010, 12:13 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Int-Fussball.

Im einzigen Sonntagsspiel des ersten Spieltages standen sich an der Anfield Road der FC Liverpool und der FC Arsenal gegenüber. Ein Eigentor von Pepe Reina in der 90. Minute bescherte den Gästen den späten Punktgewinn und verdarb so das Debüt von Roy Hodgson.

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FC Liverpool 1:1 (0:0) FC Arsenal

Vorgeplänkel

Die Reds gegen die Gunners – ein Klassiker im englischen Fußball. Die beiden Rivalen kreuzten bislang 172-mal die Klingen, wobei Liverpool 68 Partien gewann und Arsenal den Platz 60-mal als Sieger verließ, 44-mal trennte man sich remis. Von den letzten 18 Ligaspielen gegen den Konkurrenten aus der Hauptstadt konnte der FC Liverpool allerdings nur deren drei gewinnen, zudem sind die Gunners am ersten Spieltag nur schwer zu schlagen. Während Liverpool in den letzten sieben Jahren zweimal mit einem Sieg in die Saison startete, gewann Arsenal acht der letzten neun Eröffnungsspiele.

Sollte Liverpool gewinnen, so wäre dies der 2000. Sieg im Ligabetrieb und Hodgson seit 1892 der erste Trainer, der zum Start drei Pflichtspiele siegreich gestalten würde. Hodgson verzichtete neben dem unter der Woche verpflichteten Poulsen zunächst auch auf Torres, der allerdings auf der Bank Platz nahm. Wenger musste komplett auf Fabregas verzichten, in der Startformation standen mit Chamakh und Koncielny zwei Neuverpflichtungen.

Die 1. Halbzeit

Vor einer tollen und erwartungsvollen Atmosphäre entwickelte sich ein zunächst temporeiches Spiel, in dem Arsenal die bessere Mannschaft war. Große Chancen waren allerdings Mangelware. Einzig ein direkter Freistoß von Vermaelen, den Reina zur Ecke lenken konnte und ein Schuss von Clichy über das Tor sind erwähnenswert.

Liverpool wachte erst kurz vor dem Pausenpfiff auf – dann aber eindrucksvoll mit zwei Hochkarätern. Zunächst zwang Johnson Almunia mit einem strammen Schuss von der Strafraumgrenze zu einer Glanzparade, dann kratze Clichy nach einer Ecke einen Kopfball von Ngog von der Linie. Im Anschluss an den nächsten Eckstoß dann ein Paukenschlag – Rote Karte für Joe Cole, der Koncielny übel in die Parade fuhr und von Schiedrichter Atkinson zurecht vom Platz gestellt wurde.

Die 2. Halbzeit

So wie die erste Halbzeit endete, begann auch die zweite: mit einem Paukenschlag. Arsenal bekam links am Sechzehner den Ball nicht weg, Mascherano bediente Ngog, und der junge Franzose hämmerte die Kugel aus spitzem Winkel hoch ins kurze Eck (46.). Almunia, der nicht immer den sichersten Eindruck machte und wohl noch vor Ablauf der Transferperiode neue Konkurrenz bekommt, bekam die Fäuste zwar nicht rasch genug hoch, den Treffer komplett ankreiden kann man ihn aber nicht.

Beflügelt durch die Führung setzte Liverpool trotz Unterzahl nach, Skrtel und Ngog vergaben aus aussichtsreicher Position jeweils per Kopf. Arsenal-Coach Wenger, der unter der Woche bis 2014 verlängert hat, sah seine Felle davon schwimmen. Rosicky, Wallcott und etwas später van Persie sollten für frische Impulse sorgen und der Partie eine erneute Wendung geben. Auf der Gegenseite nahm Hodgson unter anderem den Torschützen Ngog vom Feld und brachte dafür Torres – beide ernteten vom Publikum viel Applaus.

Die Schlussphase begann und Arsenal nahm tatsächlich noch mal richtig Fahrt auf. Walcott scheiterte mit einem um die Mauer gezwirbelten Freistoß aber ebenso am grandios haltenden Reina, wie wenig später Rosicky, dessen Schuss der Spanier mit einem Reflex so gerade über Latte lenken konnte. Eben noch der Held, dann der Depp – Reina machte in der Schlussminute mit einem kapitalen Lapsus nicht nur seine bis dato tadellose Leistung zunichte, sondern sorgte dafür, dass Arsenal noch zum glücklichen Punktgewinn kam. Mit der tief stehenden Sonne kämpfend, verschätzte er sich bei einer Hereingabe von Rosicky, Chamakh stieg hoch und beförderte den Ball an den Pfosten, von wo er zurück ins Feld sprang. Reina bekam das Spielgerät nicht zu fassen und beförderte ihn eigenhändig über die Linie zum Ausgleich (90.). Shit happens, ein Trauerspiel für ihn und sein aufopferungsvoll kämpfendes Team. Denn das war’s. Obwohl Gerrard mit einem Freistoß nochmal eine gute Gelegenheit zum 2:1 hatte, blieb es bei diesem Ergebnis. Letzte Szene der unterhaltsamen Partie war die gelb-rote Karte für Koscielny, nachdem dieser im Zweikampf mit Torres die Hand zu Hilfe nahm.

Während Liverpool den zum Greifen nahen Sieg also unglücklich aus der Hand gab, bewies Arsenal wieder einmal seine Qualitäten in den Schlussminuten. In der letzten Saison gelangen den Gunners gleich neun Treffer in der 90. Minute und der Nachspielzeit.

Statistik

Liverpool: Reina, G. Johnson, Agger, Carragher, Skrtel, Gerrard,, J. Cole, Mascherano (78. Lucas), Jovanovic (65. Maxi Rodriguez), Kuyt, Ngog (73. Torres) – Trainer: Hodgson

Arsenal: Almunia, Sagna, Vermaelen, Koscielny, Clichy, Eboué (59. Walcott), Diaby (76. van Persie), Nasri, Wilshere (59. Rosicky), Arshavin, Chamakh – Trainer: Wenger

Tore: 1:0 Ngog (46.), 1:1 Reina (90., Eigentor)

Schiedsrichter: Martin Atkinson
Zuschauer: 44.722 in Anfield
Gelbe Karten: Gerrard / Wilshere, Rosicky
Gelb-Rote Karte: Koscielny (90. +5)
Rote Karte: J. Cole (45. +1, grobes Foulspiel)


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