[Premier League 2010/11] 3:0-Sieg gegen Liverpool - ManCitys Starensemble kann überzeugen
24. August 2010, 12:45 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Int-Fussball.
Vor den Augen des schwerreichen Geldgebers präsentierte sich Manchester City beim Heimspiel gegen den FC Liverpool in Galaform. Die teuer zusammengestellte Mannschaft schickte den FC Liverpool glatt und hochverdient mit 3:0 zurück in die nahe Hafenstadt.
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| Manchester City | 3:0 (1:0) | FC Liverpool |
Vorgeplänkel
Im eigentlichen Topspiel der zweiten Runde standen sich im City of Manchester Stadium die Citizens und die Reds gegenüber – doch es erschien fraglich, ob die beiden Schwergewichte des englischen Fußballs die bisherigen Ergebnisse noch toppen konnten.
Beide Mannschaften mussten sich am ersten Spieltag mit einem Remis begnügen, wobei die Torhüter jeweils eine entscheidende Rolle spielten – mit gegensätzlichem Ausgang. Für Liverpool war beim 1:1 gegen Arsenal deutlich mehr drin, der zum Greifen nahe und eigentlich verdiente Sieg wurde erst in den Schlussminuten durch ein Eigentor von Reina aus der Hand gegeben. Manchester City konnte sich bei Keeper Hart dagegen bedanken, dass es bei den Tottenham Hotspurs torlos blieb.
Für die investitionsfreudigen Citizens, deren Ziel mit dem Angriff auf die Spitze nicht nur auf nationaler Ebene eindeutig abgesteckt ist, war der Saisonstart damit unbefriedigend, ein Erfolg im ersten Heimspiel war fest vorprogrammiert und fast schon Pflicht. Mithelfen sollte dabei Neuzugang Milner, dessen Wechselhickhack von Aston Villa in der letzten Woche beendet wurde. Der Einsatz des zweiten namhaften Neuzugangs der letzten Woche, Balotelli, war allerdings fraglich. Der junge Italiener laboriert an einer Knieverletzung. Verletzt fielen auf Seiten der Heimelf ebenso Bridge, Kolarov und auch Boateng aus, der wohl noch einige Wochen auf sein Debüt warten muss.
Liverpools Coach Hodgson musste auf Königstransfer Cole verzichten, der nach seiner Roten Karte im Auftaktmatch von der FA für drei Spiele gesperrt wurde. Zudem war der Einsatz von Agger und Mascherano fraglich. Während der Däne dann doch in der Startaufstellung stand, fehlte der Kapitän der argentinischen Nationalmannschaft gänzlich im Kader. Mascherano, der Liverpool ja verlassen möchte, trieb Medienberichten zufolge seinen Wechsel voran.
Glaubt man der Statistik, dann durften wir nicht allzu viele Tore erwarten, gerade einmal 16 Treffer fielen in den letzten elf Partien. In der Gesamtbilanz liegt Liverpool deutlich vorn, 79 der 159 bisherigen Duelle konnten die Reds für sich entscheiden. City gewann den 40, ebenso oft trennte man sich remis.
Liverpool praktisch ohne Chance auf Punkte
Dass das vorher zur Topbegegnung auserkorene Duell zwischen den Citizens und den Reds die Erwartungen zu großen Teilen erfüllte, lag einzig und allein an den Hausherren. Im Gegensatz zum glücklichen 0:0 am ersten Spieltag bei den Tottenham Hotspurs präsentierte sich die Mancini-Elf am gestrigen Abend von ihrer Schokoladenseite – praktisch alle Mannschaftsteile spielten am oberen Level und bildeten eine geschlossene Einheit.
Beeindruckend bei den Hausherren war neben der kompakten Defensive und dem eindrucksvoll abgestimmten Mittelfeld vor allem das exzellente Flügelspiel über Adam Johnson auf der rechten und Neuzugang James Milner als Pendant auf der linken Seite. Die beiden Engländer wirbelten die Hintermannschaft der Gäste gehörig durcheinander und stellten sie ein ums andere Mal vor schier unlösbare Probleme. So ist es auch nicht verwunderlich, dass diese beiden Akteure maßgeblichen Anteil am hochverdienten 3:0-Erfolg gegen den FC Liverpool hatten. Dem frühen 1:0 durch Barry ging ein herrliches Zusammenspiel zwischen Johnson und Milner am rechten Flügel voraus. Johnson düpierte Agger und Jovanovic und bediente den von Gerrard aus den Augen gelassenen Milner mit einem feinen Zuspiel, ehe Milner dann auf Barry zurückgelegte und diese aus circa 10 Metern den Ball flach am chancenlosen Reina vorbeischob (13.). Bis zur Pause blieben trotz großer Überlegenheit weitere klare Möglichkeiten aus, die bis dato enttäuschenden Gäste waren dennoch mit dem knappen Rückstand gut bedient.
Mit einsetzendem Regen nahm die Partie im zweiten Durchgang deutlich an Fahrt auf, weil auch die Reds nun etwas aus ihrem Schneckenhaus kamen, die sichere Abwehr der Gastgeber aber nicht wirklich ins Wanken bringen konnte. Dem Angriffsspiel der Hodgson-Elf mangelte es an Kreativität, Zielstrebigkeit und vor allem an Gefahr von den Außenpositionen. Jovanovic und Kuyt spielten um einige Klassen schlechter als das Duo auf der Gegenseite, dessen Vorstellung auch in der zweiten Halbzeit lehrbuchreif war. Dem zweiten Treffer der Citizens, den der ebenfalls sehr auffällig agierende Tévez nach einer Milner-Ecke und einer anschließenden Kopfball-Vorlage des bulligen Richards aus Nahdistanz erzielte (52.), ging ebenso ein sehenswertes Solo von Johnson voraus, wie dem 3:0. Diesmal hatte Johnsen erneut dem bemitleidenswerten Agger einen Knoten in die Beine gespielt und war anschließend von Skrtel im Strafraum zu Fall gebracht worden. Den fälligen Elfmeter verwandelte Tévez sicher zum Entstand (68.).
Es fällt schwer, bei den Hausherren einzelne Spieler hervorzuheben, da wirklich alle zu überzeugen wussten. Sei es der sehr athletische Richards, der rechts in der Viererkette kaum etwas anbrennen ließ und immer wieder mit Wucht am Angriffsspiel teilnahm, seien es die sicheren Innenverteidiger Kolo Toure und Kompany, Lescott links hinten oder de Jong, Yaya Toure und Barry im Mittelfeld, der agile Tévez als nominell einzige Spitze, die bereits in höchsten Tönen gelobten Adam Johnson und James Milner oder der einen relativ ruhigen Abend verbringende Hart zwischen den Pfosten, allesamt bereiteten dem Trainer und dem begeistert applaudierenden Publikum große Freude.
Während Mancini die Partie von der Seitenlinie mit stolz geschwellter Brust verfolgte, sackte Hodgson einige Meter weiter immer mehr in sich zusammen. Er musste erkennen, dass seinen Reds doch noch ein ganzes Stück fehlt, um bei einem solchen Gegner bestehen zu können. Es fehlte einiges, hervorstechend war die Zweikampfschwäche der gesamten Mannschaft, die allzu anfällige Abwehrreihe, fehlender Esprit und das lahmende Angriffsspiel. Torres, der von Beginn an auflief, hat nach seiner auskurieren Verletzung noch lange nicht die Form vergangener Tage.
Richtig gefährlich wurde es für City-Keeper Hart nur ganz selten, doch wenn er gefordert war, dann zeigte er seine ganze Klasse. Großartig seine beiden Reflexe gegen Ngog und Torres, die nach einem Pfostenschuss von Gerrard quasi im Sekundentakt die Möglichkeit zum zwischenzeitlichen Anschlusstreffer hatten, aber ihren Meister in Hart fanden. Kurze Zeit später fiel der dritte Treffer für die Hausherren und das kurze Aufbäumen Liverpools war beendet. Wie auch die lediglich 35 % Ballbesitz noch einmal untermauern, die Niederlage war verdient und so müssen die Reds weiter auf ihren 2000. Liga-Sieg warten…
Statistik
Man City (4-3-3): Hart, Richards, K.Toure, Kompany, Lescott, Barry, Y. Toure (84. Zabaleta), De Jong, Milner, A. Johnson, Tevez (84. Jo) – Trainer: Mancini
Liverpool (4-4-2): Reina, Agger, Carragher, Skrtel, G. Johnson, Lucas, Kuyt, Jovanovic (85. Pacheco), Gerrard, Ngog, Torres (78. Babel) – Trainer: Hodgson
Tore: 1:0 Barry (13.), 2:0 und 3:0 Tevez (52. / 68., Foulelfmeter)
Schiedsrichter: Phil Dowd
Zuschauer: 47.087 im City of Manchester Stadium
Gelbe Karten: Richards / Skrtel
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