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Abgebloggt 1/34: Magath, Rojek und die erste Geschichte der neuen Saison

24. August 2010, 16:17 geschrieben von BVB-Benny, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Hurra, wir haben unsere Bundesliga wieder. Nach 64 WM-Spielen mit grausamer bis mittelmäßiger Qualität freuen wir uns umso mehr auf die neue Saison. Denn neue Superstars wie Raúl und Ballack sollen das Niveau unserer Liga weiter anheben. Ob es allerdings tatsächlich die alten Männer sind, die für Furore sorgen werden? Auf der anderen Seite hat die Bundesliga mit Özil und Khedira zwei aufstrebende Talente an Real Madrid verloren. Nachfolger könnten aber genügend vorhanden sein: Von Reus, Marin, Träsch und Co. wird in diesem Jahr ein weiterer Schritt nach vorn erwartet.

Erfolgreiche Aufsteiger

Der erste Spieltag jedenfalls verlief verhältnismäßig unspektakulär. Auch wenn einige Partien unter der traditionellen Unsicherheit der ersten Spieltage litten war es fast, als hätte es die viermonatige Pause nicht gegeben. Unsere beiden Rückkehrer, der 1. FC Kaiserslautern und der FC St. Pauli, legten dabei einen synchronen Auftakt hin: Beide Aufsteiger gerieten 0:1 in Rückstand, um am Ende doch noch 3:1 zu gewinnen. Besonders die Hamburger zeigten dabei, dass sie attraktiven Angriffsfußball spielen können. Genau wie 1899 Hoffenheim, die beim 4:1 gegen Bremen endlich wieder an ihre erste Hinrunde in der Bundesliga erinnerten. Man, wie ich mich schon auf das zweite Topspiel der Saison freue, wenn die Kraichgauer zu Gast am Millerntor sind. Da treffen am Samstagabend zwei Teams aufeinander, die sich der totalen Offensive verschrieben haben. Das kann was geben! Ich tippe hoffnungsvoll auf sieben Tore.

Auf Schalke schaut es derzeit dagegen nicht so rosig aus: Nicht nur, dass der Saisonauftakt mit dem 1:2 in Hamburg daneben ging, erstmals seit seiner Zeit beim FC Bayern bläst Meistermacher Felix Magath nun auch der Wind ins Gesicht: Den Fans gefällt die Art nicht, wie Magath den Klub führt. Wurde bisher, vor allem in Wolfsburg, gelobt, dass alle Fäden in seiner Hand zusammengeführt werden, fällt nun immer öfter der Begriff Diktator. Konkret geht es um Rolf Rojek, dem Magath das Amt des Fanbeauftragten entzogen hatte, was den Schalker Anhänger übel aufstieß. Man munkelt, Rojek habe sein Amt verloren, weil er sich intern kritisch geäußert und mehr Mitspracherecht für die Fans gefordert hätte. In der Öffentlichkeit versuchen die Verantwortlichen einen Interessenkonflikt durch Rojeks Platz im Aufsichtsrat des Revierklubs zu zeichnen, dem man angeblich entgegen wirken wollte. Den Aufsichtsratsposten habe Rojek behalten, sodass von einer Entlassung keine Rede sein könne, so heißt es.

Aufstand gegen Magath?

Klar ist: Magath hat sich verändert. Er wird immer mehr zum Lautsprecher. Es vergeht kaum ein Spieltag, an dem er nicht durch irgendeine Äußerung gezielt auf sich und seinen FC Schalke aufmerksam macht. Das mag an sich nichts Schlechtes sein, doch waren die Aufmerksamkeiten zuletzt immer seltener positiver Natur. Auch setzt Magath nicht mehr wie in Wolfsburg nur darauf, unbekannten Spielern zum Durchbruch zu verhelfen und dadurch ein starkes Team zu formen, sondern fordert vermehrt viel Geld für fertige Stars. Ob ihm die finanziellen Unterschiede zwischen Schalke 04 und seinem Ex-Arbeitgeber schon aufgefallen sind? Natürlich hat Schalke in der vergangenen Saison durch die gute Platzierung und jetzt durch die Teilnahme an der Champions League viel Geld eingenommen. Doch sollte Magath nicht vergessen, bei aller Investionsfreude auch an dem Schuldenberg der Knappen zu arbeiten. Denn wenn trotz der neuen Stars der Erfolg ausbleibt, wird dieser Berg bedrohlich wachsen.

Doch das ist Zukunftsmusik. Im Moment muss sich Magath mit dem aktuellen Problem befassen, das ihm über den Kopf zu wachsen droht. Er hatte die Fans, die durch die Entlassung Rojeks aufgebracht waren, als kleine Gruppe bezeichnet, woraufhin wohl nahezu alle der am Samstag nach Hamburg mitgereisten Fans T-Shirts mit der Aufschrift “Kleine Gruppe” trugen. Zu allem Überfluss verteilte Manuel Neuer laut Medienberichten diese Shirts nach dem Spiel auch an seine Mitspieler, bevor sie gemeinsam in Richtung Kurve gingen. Neben dem Fanaufstand jetzt auch noch ein Aufstand der Spieler? Das war bisher nicht zu erwarten, aber da Magath immer wieder betont, wie wichtig volle Rückendeckung für seine Arbeit ist, wird es interessant, was für Konsequenzen er zieht, wenn diese weiterhin immer geringer wird. Es ist die erste spannende Geschichte der 48. Bundesliga-Saison, aber mit Sicherheit nicht die letzte…


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