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[1. Bundesliga 2010/11] 2:0 gegen Bayern - 66 Sekunden ebnen dem 1. FC Kaiserslautern den Weg zur Glückseligkeit

28. August 2010, 12:40 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Vor ausverkauftem Haus und bombastischer Atmosphäre sorgte Aufsteiger Kaiserslautern am Freitagabend zum Auftakt des 2. Spieltages für einen bemerkenswerten Paukenschlag: Die Pfälzer schlugen dank zweier Treffer innerhalb kürzester Zeit Mitte der ersten Hälfte Titelfavorit Bayern München nicht unverdient mit 2:0.

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1. FC Kaiserslautern 2:0 (2:0) FC Bayern München

Der letzte Auftritt des FC Bayern bei einem Punktspiel war gleichbedeutend mit dem Abschied der Roten Teufel aus der 1. Bundesliga. Das Spiel im Mai 2006 endete 1:1, die Stimmung war mies und die Pfälzer gingen für vier Jahre in die Zweitklassigkeit. Der Zufall wollte es, dass zum ersten Heimspiel nach dem Wiederaufstieg ausgerechnet wieder die Bayern zu Gast waren – diesmal allerdings unter anderen Vorzeichen. Aufgrund des souveränen Aufstiegs herrschte vor dem Anpfiff auf dem bis auf den letzten Platz ausverkauften Betzenberg Euphorie, 130.000 Karten hätte man an den Mann bringen können – alle wollten den ersten Auftritt nach langer Abstinenz im Oberhaus live miterleben und dabei sein, wenn man dem Rekordmeister ein Bein stellt.

Zu Beginn der Partie sah es zunächst aber nicht danach aus. Die Gäste von der Isar übernahmen das Kommando und erspielten sich ein deutliches Übergewicht. Allerdings ließ es die van Gaal-Elf an Zielstrebigkeit und Tempo vermissen, so dass keine Gefahr für das von Sippel gehütete Tor entstand. Die Hausherren ließen den Rekordmeister erstmal machen und beschränkten sich auf laufintensive Defensivarbeit. Es vergingen etwa 20 Minuten ohne nennenswerte Torchancen, dann wurden die Bayern gefährlicher und hätten eigentlich in Führung gehen müssen. Nach einem wunderbaren Angriff, an dessen Ende, nach doppeltem Doppelpass zwischen Schweinsteiger und Müller, Müller völlig frei vor Sippel auftauchte, schob der junge Nationalstürmer das Spielgerät knapp am rechten Pfosten vorbei. Neben Müller waren auch Olic und Klose völlig ungedeckt im verwaisten Strafraum der Roten Teufel. Beide erhofften ein Zuspiel von Müller und waren dementsprechend sauer, als Müller es allein versuchte und der Ball am Gehäuse vorbeiging. Als wenig später Klose mit einem Drehschuss das Tor verfehlte, schien es nur eine Frage der Zeit, bis es für die Bayern klappen sollte…

Doch es kam anders, binnen 66 Sekunden schlug es zweimal im eigenen Kasten ein und man lag plötzlich mit 0:2 hinten. Zunächst überwand Ilicevic mit einem herrlichen Schlenzer aus circa 18 Metern ins rechte Eck den bis dato kaum geprüften Butt (36.), dann legte sein kroatischer Landsmann Lakic dem fast bemitleidenswerten Bayern-Keeper das zweite Ei ins Nest (37.). Der Betzenberg bebte wie zu besten Zeiten, die Stimmung kochte nahezu über. Bei beiden Gegentoren stimmte es in der Rückwärtsbewegung der Münchener nicht wirklich. Zu groß waren die Lücken, in die die Pfälzer nach schnellem Umschalten stoßen konnten.

Schon in den letzten Minuten vor der Pause wurde deutlich, wie der weitere Spielverlauf aussehen würde – die Bayern setzten zum Sturmlauf an. Doch was bis zum Halbzeitpfiff nicht gelang, gelang auch im gesamten zweiten Abschnitt nicht: ein Tor. Trotz großer Vorteile in puncto Ballbesitz und einer Vielzahl von Abschlüssen – der Ball wollte nicht ins Netz. Den Bayern fehlte es an diesem Abend einfach an Präzision, eine so schlechte Chancenverwertung hat man von den Münchener Profis selten gesehen. Wenn dann mal etwas auf das Tor der Pfälzer kam, war Sippel zur Stelle. Auch seine Vorderleute trugen ihren Teil zum letztlich sogar verdienten Sieg bei. Mit viel Einsatz, Kampfeswillen und geschickt vorgetragenen Entlastungsangriffen schaukelten sie das Ergebnis über die Zeit. Da war es zu verschmerzen, dass Rodnei mit einem Kopfball knapp am Tor vorbei den dritten Treffer verpasste und Ilicevic in der Nachspielzeit mit gelb-rot vom Platz musste. Als der gute Schiedsrichter Meyer kurz nach dem Platzverweis die Partie beendete, war der Jubel bei den Hausherren grenzenlos. Nach dem zweiten Sieg in Folge hat man zumindest bis zum Samstagnachmittag die Tabellenspitze inne. Wenn das kein Grund zum Feiern ist…

Statistik

1. FC Kaiserslautern: Sippel – Dick, Amedick, Rodnei, Jessen – Kirch, Bilek, Tiffert (89. Schulz), Ilicevic – Lakic (78. Hoffer), Nemec (53. Walch) – Trainer: Kurz

Bayern München: Butt – Lahm, van Buyten, Badstuber, Contento (63. Pranjic) – van Bommel, Schweinsteiger – Müller, Olic (63. Kroos), Ribéry – Klose (75. Gomez) – Trainer: van Gaal

Tore: 1:0 Ilicevic (36.), 2:0 Lakic (37.)

Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)
Zuschauer: 49.700 im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion
Gelbe Karten: – / Müller
Gelb-Rote: Ilicevic (90. +2, wiederholtes Foulspiel)


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