[Basketball-WM 2010] Deutschland startet stark gegen Argentinien und Serbien
29. August 2010, 22:17 geschrieben von BVB-Benny.
Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft konnte an den ersten beiden Turniertagen der Basketball-WM in der Türkei überzeugen. Das Team von Trainer Dirk Bauermann verkaufte sich als Außenseiter gegen Argentinien und Serbien gut und konnte sogar bereits die ersten Zähler holen.

Das war nicht zu erwarten! Die deutschen Basketballer sorgen bei der Weltmeisterschaft in der Türkei, die am gestrigen Samstag begonnen hatte, für Furore. Nachdem sie in der ersten Partie gegen Argentinien noch leer ausgingen, gab es heute gegen Serbien die ersten Punkte für die jüngste Mannschaft des Turnier, die damit Hoffnungen auf das Achtelfinale und vielleicht sogar doch entgegen aller Erwartungen ein bisschen mehr weckt. Aber der Reihe nach.
Deutschland – Argentinien 74:78 (42:39)
Mit Argentinien wartete gleich einer der Topfavoriten des Turniers zum Auftakt. Doch davon ließ sich die DBB-Auswahl nicht beeindrucken, erwischte einen guten Start und ging sogar 11:7 in Führung. Die Südamerikaner merkten, dass sie die Zügel ein wenig anziehen müssen und waren dazu zunächst auch in der Lage. Nachdem sie zwischenzeitlich mit acht Punkten zurücklag, berappelte sich die deutsche Mannschaft jedoch wieder und ging tatsächlich mit einer 42:39-Führung in die Halbzeitpause. Genau diese schien dem Team aber überhaupt nicht gut getan zu haben, denn plötzlich lief nichts mehr zusammen. Vor allem offensiv hatte man in dieser Phase den Faden total verloren, sodass die Argentinier auf 14 Zähler davon zogen. Das Spiel schien für viele schon entschieden, doch sollte man die Rechnung auch im Basketball nie ohne den Kampfgeist der Deutschen machen. Es gelang den Youngstern, den Rückstand so weit aufzuholen, dass sie in der letzten Spielminute noch am Sieg schnupperten. Doch ein ärgerlicher Ballverlust vom ansonsten starken Shooting Guards Demond Greene sorgte für eine am Ende unglückliche 74:78-Niederlage.
Serbien – Deutschland 81:82 n.V. (37:35)
Im zweiten Spiel hatte man am Ende den längeren Atem. Auch gegen die Serben, den Vize-Europameister, befand sich das Bauermann-Team in der Außenseiterrolle. Von der bitteren Niederlage einen Tag zuvor zeigte man sich erholt und kam wieder gut in die Partie. Am Ende des ersten Viertels stand ein knapper 17:14-Rückstand, zur Halbzeit lag man – wie schon gegen Argentinien – sogar in Führung (37:35). Diesmal kam man auch besser aus der Kabine und das dritte Viertel wurde nicht verschlafen, sondern unentschieden gestaltet. Das 56:54 war eine gute Ausgangsposition für die letzten zehn Minuten. Und die wurden ebenso spannend wie schon gegen Argentinien. Doch heute behielt Deutschland die Führung bis in die letzte Minute; drei Punkte war man in Front, als Point Guard Schaffartzik von draußen vergab. Besonders bitter: Demond Greene konnte einen Pass abfangen, rutsche jedoch mit einem Schuh auf die Seitenauslinie, sodass die Serben doch wieder in Ballbesitz kamen und mit einem Dreier von Rasic ausgleichen konnten. Der letzte Ballbesitz ging an die Deutschen, doch anstatt den Korb zu attackieren versuchte es Schaffartzik erneut von draußen – erfolglos.
Argentinien geärgert, Serbien bezwungen
Beim Stand von 69:69 ertönte die Sirene und es gab eine fünfminütige Verlängerung. Auch hier konnten die DBB-Jungs sich eine Führung erarbeiten, auch hier verspielten sie sie wieder in der letzten Minute, auch hier hatten sie den letzten Angriff. Diesmal handelte Point Guard Steffen Hamann durchdachter und zog zum Korb. Das eigentlich eindeutige Foul erkannten die Schiedsrichter jedoch nicht und sprachen stattdessen den Serben den Ball zu, die allerdings nicht mehr genug Zeit hatten, um noch für eine Entscheidung zu sorgen. So musste es eine zweite Verlängerung geben. Hier sorgte der überragende Jagla unter Zeitdruck mit einem unglaublichen Dreier für die Führung. Diesmal hatte Serbien bei einem Punkt Rückstand den letzten Angriff, waren dabei allerdings genauso erfolglos wie Deutschland bei den beiden Versuchen zuvor, sodass es am Ende beim 82:81 nach zwei Verlängerungen blieb und Bauermann mit seinen Jungs deutlich früher als erwartet die ersten Zähler auf dem Konto verbuchen konnte.
Die DBB-Auswahl überzeugte in den ersten beiden Spielen vor allem mit ihrer starken Abwehrleistung und dem unbeschreiblichen Kampfgeist. Gegen Serbien wurden allerdings Problem unter dem Brett deutlich; viel zu viele Rebounds gingen verloren. Die dicksten Brocken der Vorrunde hat man nun hinter sich. Australien ist nicht zu unterschätzen, die Spiele gegen Angola und Jordanien sind jedoch Pflichtsiege. Aktuell liegt man auf Platz drei in der Gruppe A. Sollte es gelingen, die USA im Achtelfinale zu vermeiden – wofür wohl Platz drei schon reichen würde – kann es möglicherweise sogar noch weiter für das deutsche Team gehen. Das MAG ist gespannt, wieviele Basketball-Krimis uns unsere Jungs noch bescheren und begleitet sie weiterhin durch das Turnier.
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