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[1. Bundesliga 2010/11] Lustlos, mutlos, blutleer. 0:1 gegen Freiburg - Eintracht Frankfurt am Boden!

18. September 2010, 12:08 geschrieben von Mario, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Eintracht Frankfurt verliert auch das zweite Heimspiel der Saison und wartet nunmehr seit fast einem halben Jahr auf einen dreifachen Punktgewinn im eigenen Stadion, während der SC Freiburg mit dem dritten Sieg in Folge den besten Saisonstart in seiner 106-jährigen Vereinsgeschichte perfekt machte.

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Eintracht Frankfurt 0:1 (0:0) SC Freiburg

Bezeichnend für diese desaströse Vorstellung der Frankfurter Eintracht und der Ratlosigkeit in ihren Reihen war wohl die 91. Minute. Freiburg war eine Minute zuvor durch Rosenthal in Führung gegangen, als Michael Skibbe seinen dritten Wechsel ankündigte. Chris, Kapitän und Leader des Renommierklubs, der eigentlich von Beginn an mittun sollte, schlug mit Maik Franz an der Seitenlinie ab und stürzte sich ins Getümmel, um zu retten was zu retten ist. Der Abwehrspezialist lief gleich nach vorne um vielleicht noch einen Kopfball zu bekommen. Doch es half nichts. Wenige Augenblicke später pfiff Schiedsrichter Perl die Partie ab.

Ratlosigkeit – Überall

Innenverteidiger gegen Innenverteidiger, eine Minute nach dem Führungstreffer des Gegners – eine Minute vor dem Schlusspfiff. Wenn das die letzten Maßnahmen eines Trainers sind, dessen Mannschaft in dieser Saison 50 Punkte hamstern will, muss einiges schief gelaufen sein. Doch der Reihe nach:

Nach dem imposanten 4:0-Kantersieg bei Angstgegner Mönchengladbach, der zudem mit einer 6:3-Referenz aus Leverkusen aufwarten konnte, war bei der Eintracht Nachlegen angesagt. Den unerwartet hohen Sieg galt es zu veredeln (Skibbe). Gegner Freiburg war zwar gut aus den Startlöchern gekommen, dennoch galten die Breisgauer nach wie vor als “Machbar”, zumal Chris, Kapitän und Abwehrchef, fleißig an seinem Comeback arbeitete. Skibbe bescheinigte dem Brasilianer dann auch fit zu sein, weshalb er ihn – natürlich – auch einsetzen würde. Doch wer würde für ihn weichen müssen? Denn wie heißt es so schön: “Never change a winning Team.”

Nun, Michael Skibbe überraschte die Beobachter der Szenerie mal wieder vollends. Wer Chris in der Anfangself suchte, fand ihn schließlich auf der Ersatzbank. Anstelle seiner liefen Russ und Franz auf – wie gehabt.

Am Abwehrverhalten der beiden lag es freilich nicht, dass die Frankfurter Eintracht an diesem Abend einfach kein Mittel fand, um die munteren Freiburger unter Druck zu setzen. Diese hingegen zeigten sich erneut lauf- und zweikampfstark, doppelten den ballführenden Frankfurter Spieler, teils schon in Höhe der Mittellinie, um dann mit schnellen Gegenangriffen für Gefahr vor dem Gehäuse von Oka Nikolov zu sorgen. Ihm war es zu verdanken, dass die Gäste nicht schon früh in Führung gingen. Bereits in der 6. Minute musste der Keeper, den man nach ein paar Unsicherheiten in Gladbach noch kritisiert hatte, sein ganzes Können aufbieten, als Cissé alleine auf ihn zustürmte. Und es sollte nicht die einzige Glanztat des Urgesteins im Frankfurter Kasten sein. Kurz darauf musste er einen Schuss von Makiadi entschärfen. Nikolov, der zuletzt gescholtene, hielt was zu halten war, während die Offensivabteilung ihre liebe Mühe hatte, selbst für Torgefahr zu sorgen. Zu umständlich agierte sie, zu bewegungsarm.

Ersatztorhüter Baumann der Spielverderber

Dennoch musste auch Ersatztorhüter Baumann im Freiburger Gehäuse ein ums andere mal eingreifen. Durchdacht waren die Angriffe der Heimelf allerdings selten, weshalb die wenigen Torchancen fast ausnahmslos aus Standardsituationen resultierten. So zum Beispiel nach Kopfball des agilen Gekas, nach Freistoß von Köhler (18.), oder in der 28. Minute nach einem 35-Meter-Schuss von Patrick Ochs. Doch beide Male war Baumann zur Stelle und hielt eindrucksvoll. Viel mehr brachte der Gastgeber nicht zustande. Freiburg verteidigte vielbeinig und geschickt.

Im zweiten Abschnitt verflachte die Partie zusehends. Mehr als ein abgefälschter Caio-Freistoß, der für den blassen Meier ins Spiel gekommen war, brachten die harmlosen Hessen nicht mehr zustande. Freiburg passte sich dem Niveau des Frankfurter Spiels mehr und mehr an, setzte allerdings immer mal wieder einen Nadelstich. Einen dieser Konter hätte Anton Putsila, der sein Debüt gab, fast zur Führung verwertet, doch wieder war Nikolov zur Stelle. Michael Skibbe versuchte mit der Hereinnahme von Korkmaz (81.), der Köhler ersetzte, neue Akzente zu setzen, doch auch diese Maßnahme verpuffte. So war es Neuzugang Rosenthal vorbehalten, die zweite Heimniederlage der Frankfurter Eintracht zu besiegeln. Wenngleich Passgeber Nicu zuvor aus klarer Abseitsposition gestartet war, kann man den Sieg der Freiburger als absolut verdient bezeichnen.

Statistik

Frankfurt: Nikolov – Jung, Franz (90.+1 Chris), Russ, Tzavellas – Schwegler – Ochs, Meier (60. Caio), Altintop, Köhler (81. Korkmaz) – Gekas

Freiburg: Baumann – Mujdza, Barth, Butscher, Bastians – Schuster – Abdessadki (90.+1 Toprak), Makiadi (70. Nicu), Rosenthal, Putsila – Cissé

Tor: 0:1 Rosenthal (89.)

Schiedsrichter: Perl (Pullach)
Zuschauer: 40.600
Gelbe Karten: Tzavellas / Abdessadki, Rosenthal


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