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[2. Bundesliga 2010/11] Energie Cottbus kassiert eine bittere 0:1- Heimniederlage gegen Hertha BSC

25. September 2010, 12:01 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Die Schlagerpartie des 6. Spieltages fand am Freitagabend im Cottbuser Stadion der Freundschaft statt, wo der zweitplatzierte FC Energie den Tabellenführer Hertha BSC empfing. Am Ende der vor allem im zweiten Durchgang niveauvollen und spannenden 90 Minuten triumphierten die Gäste aus Berlin, die in Rob Friend den Matchwinner hatten.

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Energie Cottbus 0:1 (0:0) Hertha BSC Berlin

Shaos Pech weckt die verschlafene Energie-Elf

Cottbus gegen Hertha, der Zweite gegen den Ersten, dazu die geographisch bedingte Rivalität und ein ausverkauftes Stadion – alles war angerichtet für ein echtes Topspiel unter Flutlicht. Und nach einer etwas verhaltenen ersten halben Stunde, in der Cottbus nicht in den Rhythmus kam und Hertha durch Rob Friend eine richtig gute Möglichkeit zur Führung besaß, wurde die Partie den Erwartungen auch vollauf gerecht.

Die Hausherren, bei denen Trainer Claus-Dieter Wollitz eine Änderung im Gegensatz zum letzten Spiel vornahm und dem Chinesen Shao den Vorzug gegenüber Rok Kronaveter gab, kamen erst besser ins Spiel, als eben dieser Wechsel rückgängig gemacht wurde und man somit wieder zum alten Spielsystem mit der flachen Vier anstatt der Raute im Mittelfeld zurückkehrte. Bitter für Shao, der in der 32. Minute mit Verdacht auf Kreuzbandriss verletzt vom Platz musste. Von nun an schaukelte sich das Berlin-Brandenburg-Derby mehr und mehr hoch und erreichte den Kulminationspunkt in der Nachspielzeit.

Vor dem Seitenwechsel hatte zunächst der erst 17-jährige Nico Schulz, den Markus Babbel- für den zu spät zum Abschlusstraining gekommenen und deshalb aus dem Kader gestrichenen Nikita Rukavytsya – in die Stammformation beorderte, eine weitere große Gelegenheit für die Berliner, die aber vom starken Thorsten Kirschbaum im Tor der Lausitzer zunichte gemacht wurde. Begünstigt durch Unsicherheiten der Hertha-Defensive tastete sich auch Energie noch vor der Pause gefährlich an das gegnerische Tor heran. Goalgetter Nils Petersen setzte mit einem Distanzschuss das erste Warnsignal, dann hatte Emil Jula zweimal die Führung auf dem Fuß. Doch beim ersten Mal schoss er etwas überhastet rechts am, von Maikel Aerts gehüteten, Berliner Kasten vorbei, Chance Nummer zwei verhinderte der niederländische Keeper mit einer tollen Parade.

Friend trifft, Ramos rettet

Energie rettete den Schwung über die Halbzeitpause und hatte gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts erneut eine Riesenchance. Petersen traf allerdings den Ball nach einer Kopfballverlängerung von Kolja Afriyie nicht richtig. Jetzt hatte das Spiel richtig Tempo und hielt die Zuschauer mit gefährlichen Aktionen auf beiden Seiten in Atem. Plötzlich verstummte der große Teil der Tribünengäste und nur die rund 3000 mitgereisten Hertha-Anhänger waren zu hören: Rob Friend hatte die Alte Dame nach einer Vorlage von Adrian Ramos aus kurzer Entfernung in Führung gebracht (59.). Dem Treffer war ein leichter Ballverlust der Cottbuser in der Vorwärtsbewegung vorangegangenen. Nachdem Levan Kobiashvili die Übersicht behielt und den am rechten Flügel völlig alleingelassen Christian Lell fand, hatte dieser alle Zeit der Welt, um Maß zu nehmen und perfekt an den langen Pfosten auf Ramos zu flanken. Afriyle verschätzte sich und so kam Ramos an die “Torfabrik” und konnte seinen Sturmpartner in der Mitte bedienen.

Dieser Treffer war natürlich richtungweisend für den weiteren Spielverlauf. Während Energie nun mit aller Macht auf den Ausgleich drängte, ergaben sich für die Gäste Räume zum kontern. Wollitz reagierte auf den Rückstand und brachte mit Jules Reimerink und Sergiu Radu zwei frische Offensivkrafte. Angetrieben vom Publikum versuchten die Gastgeber fortan auch alles, doch richtig klare Einschussmöglichkeiten ergaben sich erstmal nicht. Im Gegenteil, man hatte Glück, dass Hertha sich bei einigen Kontern zu dumm anstellte und nicht zum zweiten Mal zuschlug.

In der letzten Phase des Spiels schaltete Cottbus noch mal einen Gang hoch und stürmte mit Mann und Maus – ohne Erfolg Die Berliner verteidigten ihren knappen Vorsprung mit Leidenschaft und in der Nachspielzeit dann auch mit viel Glück. Der eingewechselte Radu kam nach Ende der regulären Spielzeit zweimal aus aussichtsreicher Position zum Abschluss, doch Ramos kratzte den ersten Schuss von der Linie, den zweiten setzte Radu links am Tor vorbei. So blieb es am Ende bei dem knappen 1:0 für die Gäste aus der Hauptstadt, die den Hausherren damit die erste Niederlage beibrachten und ihre eigene Tabellenführung festigten.

Statistik

Energie Cottbus: Kirschbaum – Afriyie, Hünemeier, Brzenska, Soma – Shao (32. Kronaveter), Kurth (79. Radu), Kruska, Adlung (66. Reimerink) – Petersen, Jula – Trainer: Wollitz

Hertha BSC: Aerts – Lell, Hubnik, Mijatovic, Kobiashvili – Niemeyer – Schulz (90. Ronny), Domovchyiski (80. Djuricin), Raffael, Ramos – Friend (74. Lasogga) – Trainer: Babbel

Tore: 0:1 Friend (59.)

Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees (Münster-Sarmsheim)
Zuschauer: 21.250 im ausverkauften Stadion der Freundschaft (Cottbus)
Gelbe Karten: Brzenska, Soma, Kruska / Domovchiyski


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