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[Champions League 2010/11] Pech oder Unvermögen? - Bremen unterliegt Twente 0:2

3. November 2010, 00:41 geschrieben von Jinxo, abgelegt unter Int-Fussball.

Werder Bremen hatte am Abend den holländischen Meister und Tabellenführer FC Twente zu Gast. Beide Teams gingen mit lediglich zwei Punkten in das Spiel. Doch während Bremen auch nach dem Spiel zwei Punkte hatte, konnten die Gäste ihr Punktekonto mehr als verdoppeln. Sie gewannen mit 2:0 im Weserstadion.

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Pech oder Unvermögen? –
Bremen unterliegt Twente 0:2

SV Werder Bremen 0:2 (0:0) FC Twente

Wo hört Pech auf, wo beginnt Unvermögen? Die Grenzen zwischen den beiden Begriffen sind im Fußball sicherlich fließend, entscheidend für den Ausgang eines Spiels sind sie nicht, lediglich für Fans und Betrachter sind sie zum Verständnis von Nöten. Nach Werder Bremens Heimniederlage gegen Twente in der Champions League haben beide Begriffe ihren berechtigten Platz in der Analyse, warum die Hansestädter mit 0:2 unterlagen. Für die Tabelle macht dies freilich keinen Unterschied. Werder liegt nach dem Abend drei Punkte hinter Enschede und fünf hinter Inter Mailand und Tottenham, egal ob wegen Pech oder wegen Unvermögen.

Symptomatisch für das Pech war Claudio Pizarros Ball an den rechten Pfosten des linken Tors im Weserstadion: Pizarro war nach einer wunderbaren Kombination und schnellem Spiel zum Torabschluss gekommen, doch der Ball sprang vom Pfosten nicht in das Tor, sondern aus ihm heraus. Pech war auch, dass Nacer Chadlis Schuss in der 81. Minute von Jensens Wade ins Tor sprang und nicht an einen sicheren Ort.

Unvermögen hingegen war das stümperhafte Zweikampfverhalten – so man sein Zerren überhaupt als solches einstufen möchte – von Not-Innenverteidiger Torsten Frings, das ihm einen Platzverweis einbrachte. Die eh schon personell geschwächte Mannschaft muss nun einen weiteren Ausfall verkraften. Unvermögen war auch bei Hugo Almeidas Torgelgenheiten zu erkennen. Der Portugiese traf aus einem Meter Entfernung nur den Torwart und nicht das Tor und stand auch beim „Rebound“ nach Pizarros Pechpfostenpraller so schlecht, dass er den Ball nicht einmal in Richtung Tor befördern konnte.

Es wäre sicherlich zu einfach das Spiel auf diese wenigen Szenen herunterzubrechen, doch allein diese Auswahl macht deutlich wie viel für die Bremer an diesem Abend schief lief. Es war in vielerlei Hinsicht die direkte Fortsetzung der letzten Woche: Die verpassten Chancen waren schon nach dem Pokalaus in München und der Liga-Niederlage gegen Nürnberg ein Thema, sie wurden nicht weniger nur weil der Gegner nicht mehr aus Bayern kam. Auch die defensiv-taktischen Probleme der Bremer, die sie nun schon seit Jahren begleiten waren deutlich zu sehen.

Vor allem in der ersten Halbzeit waren die Schwächen auffällig, als der vom Not-Rechtsverteidiger zum Not-Linksverteidiger umgeschulte Wesley zweimal einen Konter der Niederländer im letzten Moment unterbinden konnte. Es gelang ihm nicht, weil er gut stand, sondern weil er den Nitro-Knopf in seinem Laufapparat gefunden zu haben schien; kein Zeichen von taktischer Klasse, sondern von physischem Willen. Jener Wille war auch keinem der Bremer Akteure abzusprechen. Das Bemühen den Sieg zu erreichen war jederzeit spürbar. Sie brachten jedoch im Angriff kein Tor zustande und ließen sich in der Abwehr zweimal ausspielen.

Natürlich war gerade die Werder-Defensive eine Ansammlung von Überlebenden und keine fein geölte Maschine. Doch auch von einem Innenverteidiger-Duo Frings-Mertesacker mit all ihrer Erfahrung muss man erwarten, dass sie sich nicht von einem 21-jährigen in seinem zweiten Champions-League-Spiel retten lassen, selbst wenn Sebastian Milietz dies ohne Murren und mit großem Können tat. Am Ende war auch er machtlos gegen Chadlis Tor, das Bremens Europa-Träume in ernste Gefahr brachte. Eingeleitet wurde das Tor durch Wesleys Ballverlust am Strafraum der Gäste, vollendet durch Jensens Wade. Auch das eine Mischung aus Pech und Unvermögen.

Statistik:

Werder Bremen: Mielitz – Prödl, Mertesacker, Frings, Wesley – Jensen – Bargfrede (59. Arnautovic), Hunt, Marin – Pizarro, Almeida. – Trainer: Schaaf

Twente FC: Mihaylov – Rosales, Wisgerhof, Douglas, Leugers – Landzaat, Bengtsson (76. Schimpelsberger) – de Jong (90.+1 Stockentree) – Ruiz, Janko, Chadli (86. Vujicevic). – Trainer: Preud’homme

Tore: 0:1 Chadli (81.), 0:2 de Jong (84.)

Schiedsrichter: Alain Hamer (Waldbillig, Luxemburg)
Zuschauer: 30.200 im Weserstadion
Gelb: – / Douglas, Leugers, Bengtsson
Rot: Frings (75., Notbremse)


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