Fussball-Forum-Fußball von seiner schönsten Seite!
Forum Fussball-Statistiken Magazin Tippspiel Impressum

[1. Bundesliga 2010/11] Die FF-Elf der Hinrunde

27. Dezember 2010, 18:37 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

32 Teilnehmer nahmen sich Zeit für die erstmals durchgeführte Wahl zur FF-11 der Hinrunde. Mit großem Abstand kristallisierte sich ein 4-4-2-System heraus, einige hatten jedoch Bauchschmerzen bei der Nominierung eines Rechtsverteidigers und bevorzugten im Defensivbereich eine Dreierkette. Einige favorisierten auch eine Formation mit drei beziehungsweise nur einer Spitze. Insgesamt förderte die Wahl allerdings auf den meisten Positionen klare Verhältnisse zu Tage, an einigen Spielern gab es fast kein Vorbeikommen.

Link: Zur Abstimmung/Diskussion im Forum

Torhüter

Bei der Wahl zum besten Torwart gab es ein glasklares Votum für Manuel Neuer – gleich 25 Stimmen entfielen auf den Schalker, der sich zudem auch als klare Nummer eins in der Nationalmannschaft aufgeschwungen hat und von der königsblauen Anhängerschaft als bester Keeper der Welt gewürdigt wird. Und tatsächlich, der 24-Jährige erwies sich während der gesamten Hinserie als der Fels in der Brandung und agierte dabei auf konstant hohem Niveau. Mit seinen Paraden hielt er einige Punkte fest und war der entscheidende Faktor auf dem Feld; man erinnere sich nur an das Spiel gegen den FC Bayern München…

Mit weitem Abstand auf Neuer kamen Roman Weidenfeller und Jörg Butt gemeinsam auf den zweiten Platz. Sowohl für den Keeper des souveränen Tabellenführer Borussia Dortmund als auch auf Oldie Butt vom Rekordmeister Bayern München entfielen je zwei Stimmen.

Abwehr

Die Besetzung der Hintermannschaft steht größtenteils im Zeichen des gelb-schwarzen Tabellenführers, mit Mats Hummels, Neven Subotic und Marcel Schmelzer standen gleich drei Dortmunder hoch im Kurs. Hummels schoss dabei den Vogel ab, denn er wurde von allen in die persönliche Top-11 berufen. Ein klares Zeichen, denn der spielintelligente, variable Defensivakteur hat einen riesigen Sprung gemacht, der nicht nur den Verantwortlichen beim BVB, unserem Bundestrainer und den Sportjournalisten, sondern auch dem normalen Fußballfan aufgefallen ist. Trotz seinen erst 22 Jahren strahlt Hummels Ruhe und Souveränität aus und stellt sich auf dem Platz unermüdlich in den Dienst der Mannschaft. Keine Frage, Hummels erfüllt alle Anforderungen eines modernen Abwehrspielers – eine große Karriere wartet auf ihn.

Nur unwesentlich schlechter schnitt sein kongenialer Partner in der BVB-Innenverteidigung, Neven Subotic, ab. Der zweikampf- und kopfballstarke Serbe wurde 27-mal genannt. Hummels und Subotic bilden wohl das derzeit beste zentrale Pärchen, sie stellen bei der zu bewundernden Stabilität der Dortmunder, mit gerade einmal 10 Gegentoren nach 17 Spieltagen, einen wichtigen Faktor dar. Dies gilt auch für Schmelzer, der sich im letzten Jahr den Platz links in der Dortmunder Viererkette erkämpft hat, mittlerweile unumstrittener Stammspieler ist und durch konstant gute Leistungen obendrein zum Nationalspieler wurde. Der gebürtige Magdeburger muss sich den Platz in der FF-Top-11 allerdings mit dem Mainzer Christian Fuchs teilen. Der Österreicher vom Überraschungs-Tabellenzweiten heimste genau wie Schmelzer 12 Nominierungen ein. Fuchs spielt bislang eine bärenstarke Saison, hinten sammelte er Pluspunkte durch aufmerksames und kompromissloses verteidigen und vorn als Freistoßschütze und Vorlagengeber.

Auf der rechten Seite unserer FF-Formation verteidigt Philipp Lahm vom FC Bayern München. Unser Nationalmannschaftskapitän wirkte zwar teilweise etwas überspielt und konnte lange nicht sein Leistungsvermögen ausschöpfen, doch eine Alternative tat sich nicht auf. Wer sich von den Teilnehmern der Wahl für ein 4-4-2-System entschied, der schenkte letztlich dem Münchener das Vertrauen auf dieser Position (16).

Frankfurts Patrick Ochs sammelte doch beachtliche fünf Stimmen ein und somit die meisten nach den fünf genannten Spielern, obwohl der Eintracht-Star von seinem Trainer Michael Skibbe längst zum Mittelfeld-Akteur umgeschult wurde.

Mittelfeld

Auch das Mittelfeld wird von Dortmundern dominiert. An Shinji Kagawa, der wie ein gewaltiger Taifun Einzug in die Bundesliga hielt, und Nuri Sahin, dem laut “Kicker” notenbesten Spieler der gesamten Liga, führte kein Weg vorbei. Während der technisch versierte Türke sich in beeindruckender Manier als Lenker und Denker der Klopp’schen Rasselbande präsentierte (4 Tore/6 Assists) und wohl als das Herzstück des Dortmunder Spiels angesehen werden muss, glänzte der quirlige Billigimport aus dem Land der aufgehenden Sonne durch die grandiose Aktionen vor dem gegnerischen Tor. Der Japaner fand sich ohne Eingewöhnungsprobleme in Deutschland zurecht, er verfügt über tolle individuelle Möglichkeiten und begeistert durch seine Unbekümmertheit und seinen Esprit – ein Glücksgriff für den BVB und ein Gewinn für Fußballdeutschland. Kagawa, der bislang acht mal ins Schwarze traf, erklomm bei unserer Wahl die Spitzenposition mit 31 Nennungen, Sahin musste sich mit 27 und den zweiten Platz zufrieden geben.

Komplettiert wird das Vierer-Mittelfeld mit dem Leverkusener Arturo Vidal und dem Münchener Bastian Schweinsteiger, die beide in ihren Teams für Ordnung auf dem Platz sorgen und zugleich torgefährlich sind und immer ein gutes Auge für ihre Mitspieler haben. Der Chilene Vidal schwang sich in Abwesenheit von Simon Rolfes und Michael Ballack zum Kopf von Bayer 04 auf, seine acht Tore und sechs Vorlagen unterstreichen seine Wertigkeit. Schweinsteiger kann zwar in diesen Kategorien nicht ganz mithalten (2 Tore/3 Assists), doch seine Anwesenheit auf dem Platz ist für die Bayern immens wichtig – Schweinsteiger ist der ruhende Pol, der durch seine überragende Übersicht und taktischem Verständnis den Rhythmus vorgibt und der in der Hierarchie beim Rekordmeister ganz oben steht. Ganz gleich, ob ihn sein Trainer Louis van Gaal als 6er oder hinter den Spitzen aufstellt, Schweinsteiger weiß auf jeder Position zu gefallen. Vidal wurde mit 25 Stimmen in die Mannschaft gewählt, auf Schweinsteiger bauten immerhin 14 der Teilnehmer.

Hinter diesem Quartett schaffte es der Lauterer Christian Tiffert, der in seinem ersten Jahr in der Pfalz vor allem als Vorlagengeber von sich reden machte und neun Treffer einleitete, auf den fünften Rang in der Mittelfeld-Wertung. Sechsmal fiel sein Name, es folgen der Mainzer Lewis Holtby, der – noch – Hoffenheimer Luiz Gustavo und der Leverkusener Sidney Sam mit je fünf Stimmen. Schalkes variabler Offensivakteur Jefferson Farfan (4) kommt erst dahinter ins Ziel.

Sturm

Der Angriff in unserer FF-11 stellt wohl die größte Überraschung dar – wer hätte schon zu Saisonbeginn mit einer Doppelspitze Theofanis Gekas und Papiss Demba Cissé gerechnet? Bei der durchaus namhaften Konkurrenz in den Spitzenclubs der Liga wohl nur die wenigsten. Doch sowohl Gekas als auch Cissé verdienten sich ihren Platz durch ihre beeindruckende Torquote. Der vom Absteiger Hertha BSC gekommene Grieche fand bei Eintracht Frankfurt zurück zu alter Stärke; seine 14 Treffer sind Ligaspitze. Zudem führt er mit 16 Punkten die Scorer-Wertung an. Wie Gekas für die Eintracht, ist auch Cissé für den SC Freiburg eine Art Lebensversicherung. Die Treffer der Stürmer entschieden so manche Spiele zu Gunsten ihrer Vereine, ihre Effektivität ist Extraklasse. Der Senegalese Cissé erzielte zwar mit 13 Toren eins weniger als Gekas und steht auch bei den Scorern knapp hinter diesem, bei unserer Wahl aber hatte er die Nase vorn. Der Freiburger wurde 19-mal nominiert, der Frankfurter deren 16-mal.

So blieb für Mario Gómez nur der dritte Platz, der Münchener bekam 11 Stimmen. Legt man die Tatsache zu Grunde, dass der Nationalspieler die ersten sechs Spieltage fast nur auf der Bank verbrachte, dann geht das Ergebnis wohl auch so in Ordnung. Erst ab der achten Runde fand Gómez in die Spur und erzielte fortan Tor um Tor – von da ab drückte er der Liga seinen Stempel auf. Auf den weiteren Plätzen folgen der Hannoveraner Ya Konan (11), der Lauterer Lakic (10) und der in dieser Halbserie nicht ganz so treffsichere Dzeko (3).

Trainer

Auch diese Kategorie wurde von einem Dortmunder gewonnen. Jürgen Klopp steht auf der Beliebtheitsskala ganz oben, mit 10 Stimmen hielt er seine Kollegen in Schach. Klopp ist das Synonym für den Erfolg der Borussen. Er steht für den herzerfrischenden und mitreißenden Fußball, mit dem der BVB im letzten halben Jahr die Bundesliga prägte und dominierte. Er steht für die Weiterentwicklung, die die Mannschaft nahm und die letztlich zu 10 Punkten Vorsprung und einigen Rekorden führte.

So gut man die Arbeit von Klopp einschätzt, so sensationell muss man auch die Arbeit von Thomas Tuchel bei Mainz 05, Mirko Slomka bei Hannover 96 und Robin Dutt beim SC Freiburg einordnen. Was diese Drei mit den doch eingeschränkten Bedingungen bei ihren jeweiligen Vereinen aus ihren Mannschaften herausholen, das verdient Hochachtung und zeugt von großem Sachverstand. Ihre Teams fielen durch gute Ordnung und gefälligem Fußball auf. Diese Leistung wurde auch von den Teilnehmern an der Umfrage honoriert, Tuchel (7,5), Slomka (6) und Dutt (4,5) belegten die Plätze 2-4 und ließen große Namen wie Louis van Gaal oder Felix Magath hinter sich.

Die FF-Top-11 in der Übersicht


Teile uns deine Meinung zu diesem Artikel über das Kontaktformular mit.


Weitere Artikel


|