[Super Bowl XLV] Vorbericht Teil 1: Das Event
3. Februar 2011, 14:20 geschrieben von BVB-Benny.
Am kommenden Sonntag ist es wieder soweit: Der Super Bowl steht vor der Tür. Auch die 45. Ausgabe des Mega-Sportevents wird nicht nur in den USA die Massen elektrisieren. Das MAG bietet dieses Jahr einen dreiteiligen Vorbericht. Während morgen und übermorgen jeweils die beiden Finalisten vorgestellt werden , geht es heute zunächst einmal um das ebenso interessante und spannende Drumherum: Austragungsort und Stadion, immense Ticketpreise, die Fernsehübertragung und – last but not least – die wohl weltberühmte Halftimeshow.
Auch wenn American Football hierzulande bei weitem nicht das Standing hat wie in den USA, entdecken zumindest zum Super Bowl auch in Deutschland viele Menschen ihr Interesse an dieser Sportart. Nicht umsonst wird das größte Sport-Einzelevent der Welt seit mehreren Jahren bei uns im Free-TV übertragen, nicht umsonst gibt es vor allem in den NFL-Europe-Städten die mittlerweile berüchtigten Super Bowl-Parties, beispielsweise in der Frankfurter Commerzbank Arena. Da es am kommenden Sonntag wieder so weit ist, bietet das MAG in den nächsten Tagen eine dreiteilige Einstimmung auf das Großereignis. Nachdem wir heute vom Drumherum berichten, werden morgen und übermorgen die beiden Finalteams Pittsburgh Steelers und Green Bay Packers mit ihren Stärken und Schwächen, sowie ihre Chancen auf die Vince Lombardy-Trophy analysiert.
Stadion und Tickets
Der Super Bowl XLV findet in diesem Jahr im Cowboys Stadium in Arlington, Texas statt. Die Stadt, die rund 350.000 Einwohner zählt, liegt nur etwa 24 Meilen von Dallas entfernt. Das NFL-Team der Dallas Cowboys trägt dort seine Heimspiele aus. Natürlich hätte die Mannschaft selbst gern vor heimischen Publikum im Endspiel gestanden, sie konnte sich jedoch mit dem schwachen 6-10-Record in der Regular Season nicht für die Playoffs qualifizieren. So stehen sich am 6.Februar die Steelers und die Packers in der Schmuckschüssel gegenüber. Die im Mai 2009 fertiggestellte Arena kostete mehr als eine Milliarde Dollar. Sie ist mit einem Fassungsvermögen von 80.000 Zuschauern das viertgrößte Stadion der NFL und kann bei Bedarf durch Stehplätze bis auf 110.000 Zuschauer ausgeweitet werden. Dass das Dach geschlossen werden kann, könnte bei den momentanen Minusgraden in Arlington ein Vorteil sein. Allerdings soll es laut Vorhersage zum Wochenende wärmer werden.
Wer sich das Event live im Stadion anschauen will, muss tief in die Tasche greifen. Über die NFL bekommt man derzeit nur noch Tickets zwischen rund 3.000 und 24.000 Dollar. Für Liebhaber in Europa kann die Sache durch Aufschläge sogar noch teurer werden. Im Internet ist tatsächlich ein Ticket für die sogenannte Hall of Fame Suite zu finden, das sage und schreibe 269.000 Dollar kosten soll. Auf der amerikanischen Ebay-Page gibt es zwar aktuell Angebote ab 350 Dollar, diese sind jedoch bezüglich ihrer Seriosität mit Vorsicht zu genießen. Ein teures Vergnügen wird ein Besuch im Stadion allemal. Umso bemerkenswerter ist die Stimmung jedes Jahr.
Zuschauer und Fernsehübertragung
Billiger kommt man aber in jedem Fall weg, wenn man das Ereignis im Fernsehen verfolgt. In den USA wurde beim vergangenen Super Bowl ein neuer Zuschauerrekord erzielt. 106,5 Millionen Fans sollen insgesamt das Finale zwischen den Indianapolis Colts und den New Orleans Saints auf dem amerikanischen Sender CBS angeschaut haben. Dadurch wurde der bisherige US-Rekord vom M.A.S.H.-Serienfinale von 1983 übertroffen. Dieses Jahr überträgt Fox live aus Texas. In Europa ist ESPN America zuständig, in Deutschland kann man den Super Bowl außerdem beim Bezahlsender Sport1+ sehen. Im Ersten ist die Übertragung sogar für jedermann zugänglich. Dabei sein wird wie schon in den letzten Jahren der ARD-Experte und ehemalige NFL-Spieler Tom Nütten. Das Erste startet seine Übertragung ab 23.35 Uhr, während ESPN America schon ab 16.00 Uhr mit der Vorberichterstattung beginnt. Kick-off ist um 0.30 Uhr (alle Angaben in MEZ).
Die Halftime-Show
Ein besonderes Highlight bildet auch die groß aufgezogene Halftime-Show, bei der die Amerikaner Jahr für Jahr ihr Entertainment-Talent unter Beweis stellen. Dazu werden nur die bekanntesten Superstars aus dem Musik-Business eingeladen, die dann etwa 10 Minuten unter einer meist großartigen Inszenierung, bei der gerne alle technischen Register gezogen und keine Kosten und Mühen gescheut werden, ihre erfolgreichsten Hits spielen. Für viele Fans ist dies immer wieder ein Ohren- und Augenschmaus, der dem Sportevent noch einen entscheidenden Kick gibt. So ist es in den USA auch eine ganz besondere Auszeichnung, in der Halftime-Show beim Super Bowl auftreten zu dürfen und jedes Jahr wird schon lange im Vorfeld gemunkelt, wer es diesmal werden könnte. Am Sonntag wird diese Ehre den Black Eyed Peas zuteil. Das ist auch deshalb erwähnenswert, weil damit seit längerer Zeit mal wieder eine Hip-Hop-Band zum Zuge kommt, nachdem in den letzten Jahren immer Rockbands zu sehen und zu hören waren. Auch die Nationalhymne vor dem Kick-Off wird ein absoluter Superstar singen: Christina Aguilera soll vor der Partie für die letzte Einstimmung sorgen.
Derzeit herrscht in den USA ein offener Kampf zwischen der Liga und der Spielergewerkschaft um neue Arbeitsverträge, bei denen die Spielergehälter deutlich gekürzt beziehungsweise ihnen schärfere Grenzen gesetzt werden sollen. Bis zum 3.März muss eine Einigung erfolgen. Zwar sind solche Auseinandersetzungen im US-Sport nichts Neues, jedoch besteht zumindest die theoretische Möglichkeit, dass der Super Bowl am Sonntag das vorerst letzte Footballspiel der NFL ist. Auch wenn ein kompletter Lockout nach wie vor unwahrscheinlich erscheint, ist allein die Gefahr ein weiterer Grund, das Spiel nicht zu verpassen.
Morgen: Super Bowl XLV Vorbericht Teil 2: Pittsburgh Steelers
Übermorgen: Super Bowl XLV Vorbericht Teil 3: Green Bay Packers
Die 44 bisherigen Super Bowl-Sieger:
1967 Green Bay Packers – Kansas City Chiefs 35:10
1968 Green Bay Packers – Oakland Raiders 33:14
1969 New York Jets – Baltimore Colts 16:7
1970 Kansas City Chiefs – Minnesota Vikings 23:7
1971 Baltimore Colts – Dallas Cowboys 16:13
1972 Dallas Cowboys – Miami Dolphins 24:3
1973 Miami Dolphins – Washington Redskins 14:7
1974 Miami Dolphins – Minnesota Vikings 24:7
1975 Pittsburgh Steelers – Minnesota Vikings 16:6
1976 Pittsburgh Steelers – Dallas Cowboys 21:7
1977 Oakland Raiders – Minnesota Vikings 32:14
1978 Dallas Cowboys – Denver Broncos 27:10
1979 Pittsburgh Steelers – Dallas Cowboys 35:31
1980 Pittsburgh Steelers – Los Angeles Rams 31:19
1981 Oakland Raiders – Philadelphia Eagles 27:10
1982 San Francisco 49ers – Cinncinati Bengals 26:21
1983 Washington Redskins – Miami Dolphins 27:17
1984 Los Angeles Raiders – Washington Redskins 38:9
1985 San Francisco 49ers – Miami Dolphins 38:16
1986 Chicago Bears – New England Patriots 46:10
1987 New York Giants – Denver Broncos 39:20
1988 Washington Redskins – Denver Broncos 42:10
1989 San Francisco 49ers – Cinncinati Bengals 20:16
1990 San Francisco 49ers – Denver Broncos 55:10
1991 New York Giants – Buffalo Bills 20:19
1992 Washington Redskins – Bufallo Bills 37:24
1993 Dallas Cowboys – Bufallo Bills 52:17
1994 Dallas Cowboys – Bufallo Bills 30:13
1995 San Francisco 49ers – San Diego Chargers 49:16
1996 Dallas Cowboys – Pittsburgh Steelers 27:17
1997 Green Bay Packers – New England Patriots 35:21
1998 Denver Broncos – Green Bay Packers 31:24
1999 Denver Broncos – Atlanta Falcons 34:19
2000 St. Louis Rams – Tennessee Titans 23:16
2001 Baltimore Ravens – New York Giants 34:7
2002 New England Patriots – St. Louis Rams 20:17
2003 Tampa Bay Buccaneers – Oakland Raiders 48:21
2004 New England Patriots – Carolina Panthers 32:29
2005 New England Patriots – Philadelphia Eagles 24:21
2006 Pittsburgh Steelers – Seattle Seahawks 21:10
2007 Indianapolis Colts – Chicago Bears 29:17
2008 New York Giants – New England Patriots 17:14
2009 Pittsburgh Steelers – Arizona Cardinals 27:23
2010 New Orleans Saints – Indianapolis Colts 31:17
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