[Super Bowl XLV] Green Bay Packers erklimmen den Football-Thron
7. Februar 2011, 16:33 geschrieben von BVB-Benny.
Vierter Titel für die Green Bay Packers! Die Mannschaft aus Wisconsin, die schon die ersten beiden Super Bowls gewinnen konnte, schlug in der vergangenen Nacht den Rekord-Champion Pittsburgh Steelers vor allem aufgrund einer erneut starken Leistung ihres Quarterback Aaron Rodgers, der den Vergleich mit Steelers-Spielmacher Roethlisberger deutlich für sich entschied.
Green Bay Packers – Pittsburgh Steelers 31:25
Jetzt ist er endgültig aus dem Schatten von Brett Favre getreten. Aaron Rodgers führte seine Green Bay Packers unter anderem mit drei Touchdown-Pässen zum Sieg im Super Bowl über die Pittsburgh Steelers und wurde völlig zurecht zum MVP gewählt. Er war auch deshalb der entscheidende Mann, weil er den Vergleich mit Ben Roethlisberger, der wie schon über die gesamte Saison enttäuschte, deutlich gewann. Trotzdem gelang es den Steelers, die Partie bis in die letzte Spielminute spannend zu gestalten.
Aguilera und Steelers sorgen für Fehlstart
Der Super Bowl XLV hatte eigentlich noch gar nicht begonnen, da hatte er schon seinen ersten Skandal: Christina Aguilera sollte mit der Nationalhymne für die letzte Einstimmung sorgen, vergaß jedoch eine Zeile des Textes und sang dafür eine andere doppelt. Sicherlich keine Staatsaffäre des Ausmaßes Nipplegate von 2004, aber doch ein nachhaltiger Kratzer auf dem Image des Popsternchens. Das alles konnte jedoch weder die Vorfreude noch die Euphorie der 103.219 Zuschauer im Cowboys Stadium stoppen. Der erwartete neue Zuschauerrekord wurde übrigens nicht erzielt, 1980 in Pasadena, Kalifornien waren gut 700 Zuschauer mehr im Stadion gewesen.
Gebremst wurde die Stimmung zumindest der Steelers-Anhänger dann erst durch den schwachen Start ihres Teams. Die ersten drei Drives des Spiels mussten jeweils durch einen Punt beendet werden und sorgten nicht für Punkte. Dann brachte Aaron Rodgers mit einem 29 Yard-Touchdownpass auf Jordy Nelson seine Mannschaft erstmals auf das Scoring Board. Die Steelers bekamen wieder den Ball, wurden aber weit zurück gedrängt, sodass Roethlisberger den Ball aus der eigenen Endzone heraus spielen musste. Dabei wurde er so entscheidend von Howard Green gestört, dass sein Pass von Nick Collins abgefangen und 37 Yards zum zweiten Touchdown getragen wurde – 14:0 für die Packers.
Erst jetzt wurde die Pittsburgher Offense erstmals produktiv. 13 Spielzüge brachten 49 Yards, die aber nur für ein Field Goal reichten. Doch schnell sollte Roethlisberger die nächste Chance kriegen, nur nutzen konnte er sie nicht. Stattdessen warf er seine zweite Interception in der ersten Halbzeit, die zum dritten Touchdown für Green Bay führte. Rodgers gelang sein zweiter Touchdown Pass, diesmal auf seinen besten Receiver Greg Jennings. Das 21:3 schien schon wie eine Vorentscheidung, hatte doch bisher noch nie ein Team mehr als zehn Punkte Rückstand in einem Super Bowl aufgeholt. Quarterback Roethlisberger schien angesichts der eigenen Leistung schon kurz vor der Verzweiflung, als ihm doch noch gelang, die erste Spielhälfte mit einem positiven Erlebnis zu beenden. Durch den 37 Yard-Pass auf Randle El verkürzten die Steelers noch vor der Pause auf 21:10.
Imposante Halftime-Show
Nun war es Zeit für die wie immer mit Spannung erwartete Halftime-Show. Die Black Eyed Peas heizten mit Live-Performances ihrer Hits wie “I got a feeling”, “Boom Boom Pow” oder auch “Where is the love?” mächtig ein. Die Inszenierung, zu der rund 2.000 High School-Schüler aus der Umgebung von Dallas eingesetzt wurden, konnte sich dank großartiger Lichtshow und Choreografie mehr als sehen lassen. Und das, obwohl die Kids aufgrund der derzeitigen Wetterverhältnisse in den USA angeblich nur ein einziges Mal proben konnten. Hut ab! Auch zwei Überraschungsgäste gab es: Slash und Usher unterstützten Fergie und Co. und brachten die Arena zum Kochen.
Der Adrenalinspiegel hätte auf den Zuschauerrängen also nicht höher sein können. Nun mussten nur noch die Spieler den Rest besorgen. Green Bay hatte vor der Partie den Coin Toss gewonnen, entschied sich aber überraschenderweise für den Kick, sodass sie als erstes Team in der zweiten Halbzeit in Ballbesitz kamen. Die Packers sorgten aber mit Raumstrafen von insgesamt 30 Yards in den ersten zweieinhalb Minuten selbst für einen Fehlstart und brachten den Ball schnell zurück in die Hände der Steelers. Deren Offense kam sofort ins Rollen und benötigte nur 5 Spielzüge, um zu punkten. Running Back Mendenhall brachte den Ball mit einem 8 Yard-Run in die Endzone der Packers und verkürzte auf 21:17. Auch die Steelers-Defense – eigentlich große Stärke, in der ersten Halbzeit aber enttäuschend – fand jetzt zur gewohnten Form und stoppte Green Bay erneut früh. Doch Pittsburghs nächster Drive verlief nicht so erfolgreich, nachdem Roethlisberger gesackt wurde, verfehlte Suisham den zugegebenermaßen langen Field Goal-Versuch aus 52 Yards deutlich.
Kein Rekord-Comeback für Pittsburgh
Mit nur noch vier Punkten Rückstand ging der sechsmalige Champion also in das entscheidende vierte Quarter und hatte das Momentum nun eindeutig auf seiner Seite. Das änderte sich aber sofort wieder, als Mendenhall hart von Matthews getackelt wurde und einen Fumble fabrizierte. Die Packers nutzten den erneuten Turnover wiederum zu einem Touchdown und waren wieder auf 28:17 davon gezogen. Jennings entwischte Troy Polamalu – der das Duell der Defensive Player gegen Matthews klar verlor -, sorgte somit für seinen zweiten Touchdown und verhalf gleichzeitig Rodgers zu seinem dritten Touchdown Pass. Nur ein schneller Score konnte nochmal für Hoffnung auf Seiten der Steelers sorgen – und er gelang. Der beste Drive von Roethlisberger, der nun sechs von sieben Pässen an den Mann brachte, ließ Pittsburgh das Feld hinunter eilen. Mike Wallace war in diesem Moment sein wichtigster Mann und fing insgesamt vier dieser Pässe, darunter auch den entscheidenden in die Endzone. Mike Tomlins entschied, dass es Zeit für eine Two-Point-Conversion war, um den Rückstand auf drei Punkte und somit ein Field Goal zu verkürzen.
Es gelang: Big Ben täuschte die Übergabe auf Running Back Mendenhall an, um dann den Ball auf Randle El zu passen, dem die zwei Yards in die Endzone gelangen. 28:25 – das Momentum war wieder bei den Steelers. Nun fand ihre Defense aber einmal mehr kein Mittel, um die variable Packers-Offense von der Red Zone fernzuhalten. Unter anderem ein 31 Yard-Pass auf Jennings sowie ein 14 Yard-Run von Starks brachte sie in eine vielversprechende Position. Nach einem weiteren starken Zuspiel von Rodgers hieß es First and Goal für Green Bay, doch sie brachten das Ei nicht in den Endzone und kamen nur zu einem Field Goal, dass sie wieder sechs Zähler in Front brachte. 2:07 Minuten waren noch auf der Uhr, Pittsburgh hatte schon zwei ihrer drei Auszeiten genutzt. So musste sich die Offense beeilen, doch bei 4th and 5 warf Roethlisberger seinen dritten unvollständigen Pass infolge, sodass Green Bay den Ball zurückbekam und die Zeit auslaufen lassen konnte.
31:25 – die Packers hatten es geschafft. Nach dem letzten Erfolg 1997 haben sie wieder die Spitze des Football-Throns erklommen und die Vince Lombardy-Trophy, die übrigens nach einem ehemaligen Green Bay-Coach benannt ist, zum vierten Mal gewonnen. Für die Zuschauer war es wieder mal ein packender und bis zum Ende spannender Super Bowl, der uns das Warten auf das nächste Jahr schwer macht. See you 2012 in Indianapolis!
Statistiken
Quarterbacks:
Passquote: Rodgers 24/39, Roethlisberger 25/40
Yards: Rodgers 304, Roethlisberger 263
Touchdowns: Rodgers 3, Roethlisberger 2
Interceptions: Rodgers 0, Roethlisberger 2
Receiver:
Yards: Nelson 140, Wallace 89
Touchdowns: Jennings 2, Wallace/Hines 1
Longest Pass: Nelson 38, Wallace 25
Running Backs:
Yards: Starks 52, Mendenhall 63
Touchdowns: Starks 0, Mendenhall 1
Longest Run: Starks 14, Mendenhall 17
Team Stats:
First Downs: GBP 15, PBS 19
Total Yards: GBP 338, PBS 387
Pass Yards: GBP 288, PBS 261
Rush Yards: GBP 50, PBS 126
Teile uns deine Meinung zu diesem Artikel über das Kontaktformular mit.
Weitere Artikel
- [Super Bowl XLVI] Revanche missglückt - New York Giants triumphieren
- [Super Bowl XLVI] Super Bowl-Preview Teil 2: Der Teamcheck
- [Super Bowl XLVI] Super Bowl-Preview Teil 1: Showdown in Indianapolis
- [Super Bowl XLV] Vorbericht Teil 3: Green Bay Packers
- [Super Bowl XLV] Vorbericht Teil 2: Pittsburgh Steelers
« [Serie A 2010/11] Gelungene Sonntagabend-Unterhaltung: Inter schlägt die Roma mit 5:3 | Die MAG-Tops und Flops des 21. Spieltags »
