[DFB-Pokal 2010/11] Schalke kämpft sich zum Sieg
3. März 2011, 10:11 geschrieben von andyman, abgelegt unter Deutscher-Fussball, Deutscher-Fussball.
Schalke 04 gewinnt das Halbfinale des DFB-Pokals am Ende glücklich aber verdient mit 1:0 durch einen Treffer von Raul in der 15. Minute. Somit bestreiten die Königsblauen das DFB-Pokalfinale gegen die Zebras aus Duisburg in Berlin.
Die Halbfinal-Diskussion im Forum
Alle Runden im Überblick
| FC Bayern München | 0:1 (0:1) | FC Schalke 04 |
Vorzeichen
Die Neuauflage des letztjährigen Halbfinals hatte im Vorfeld zwar nicht mehr die Brisanz, die sie letztes Jahr noch hatte, dennoch ging es für beide Teams um viel, ja vielleicht sogar mehr noch als 2010.
Die Bayern sahen im Pokal die womöglich letzte reelle Chance auf einen Titel. Die Meisterschale ist spätestens seit dem 1:3 gegen Dortmund am vergangenen Samstag nichtmal mehr Träumerei und in der Champions League hat man Inter zwar mit 1:0 geschlagen, jedoch spielen dort noch vergleichsweise stärkere Gegner als der Zweitligist MSV Duisburg, welcher sich das Ticket nach Berlin gestern sicherte. Auch sollte durch dieses Spiel das ramponierte Image des Titelverteidigers wieder einigermaßen aufpoliert werden.
Bei den Königsblauen lag der Fokus vor dem Spiel auf dem Erreichen des internationalen Geschäfts. In der Liga ist man bereits zehn Punkte von Rang fünf entfernt, also versucht man durch den Pokal den kürzesten Weg nach Europa zu gehen. Dies ist wohl auch nötig, um den laut Magath und anderen Experten “weltbesten Torwart” in Gelsenkirchen zu halten. Durch einen Sieg gegen die Münchener und dem eventuellen Weiterkommen in der Champions League würde Magath einiges an Kredit wieder zurückgewinnen.
Personell konnte der FC Bayern bis auf Olic aus dem Vollen schöpfen, während sich der Schalker Huntelaar kurz vor dem Spiel am Knie verletzte. Erstmals bekam Breno den Vorzug vor Badstuber, der in den letzten Wochen dem Gegner sowie seiner Form hinterherlief. Die Königsblauen liefen im Gegensatz zu Samstag mit Sarpei, Matip und Farfan auf.
Raul trifft früh, München ratlos
In den ersten Minuten sahen die Zuschauer, darunter Duisburgs Trainer Milan Sasic, dass die Schalker die Hausherren zunächst kommen ließen. Der gefürchteten Flügelzange Ribery/Robben versuchte man durch Doppeln den Zahn zu ziehen. Dies gelang vor allem durch den starken Peer Kluge. Aber auch die königsblauen Außenverteidiger ließen sich nichts zu Schulden kommen. Schalke versuchte vor allem durch Konter immer wieder Nadelstiche zu setzen. Nach einer knappen Viertelstunde war es Raul, der zunächst nach einer Ecke die Chance zur Führung hatte. Mario Gomez klärte vor der Linie zu einer weiteren Ecke, die nicht ohne Folgen blieb. Farfan flankte das Leder auf Höhe des Elfmeterpunktes. Schweinsteiger ließ Benedikt Höwedes ungehindert hochsteigen, dessen platzierter Kopfball wiederum auf dem Kopf von Raul landete. Dieser konnte aus vier Metern ungehindert einnicken (15.).
Im Gegenzug hätte Arjen Robben beinahe den Ausgleich markiert. Er verzog jedoch im Strafraum mit dem schwächeren rechten Fuß. Die Konter und Standardsituationen der Schalker sorgten im folgenden immer wieder für Brandherde in der Münchener Abwehr. So traf Raul den Ball nach einem Freistoß nur mit dem Schienbein und Farfan scheiterte nach einem schnellen Konter an der Münchener Abwehr, auch weil er den besser postierten Jurado übersah. Die größte Chance vor der Pause hatte Höwedes in der 35. Minute. Seinen Kopfball nach einer Ecke konnte Thomas Müller allerdings auf der Linie klären. Die Pausenführung war aufgrund der besseren Chancen für die Schalker verdient. Der Rekordmeister fand kein Mittel gegen die gute Defensive, was auch daran lag, dass Robben und Ribery sehr gut zugestellt wurden.
Münchener Offensive verpufft an Schalker Bollwerk
Die Teams kamen personell unverändert auf das Grün zurück. Die Bayern agierten in den ersten Minuten wie ausgewechselt. Durch schnelle Pässe und Positionswechsel wurde die Schalker Defensive immer wieder vor schwere Aufgaben gestellt. So verpassten Gomez und Robben den Ball nach einer Flanke von Pranjic nur um eine Fußspitze. Chancen gab es jetzt fast im Minutentakt. Neuer konnte zwei Kopfbälle Schweinsteigers ohne Probleme parieren. Auch zwei Schüsse von Arjen Robben konnte der Schalker Keeper problemlos fangen. Eine große Chance verpassten Gomez und Luiz Gustavo in der 62. Minute, als sie nach einem scharfen Freistoß des Niederländers den Ball wieder nur um eine Fußspitze kurz vor dem Gehäuse von Manuel Neuer verpassten. In der Folgezeit schalteten van Gaals Münchener wieder zwei Gänge zurück und schafften es nicht, den Druck der ersten Minuten aufrecht zu erhalten.
Zehn Minuten vor Schluss läutete der inzwischen eingewechselte Toni Kroos die Schlussphase mit einem Distanzschuss ein. Dieser konnte vom souveränen Neuer aber ebenfalls problemlos gefangen werden. Auf der anderen Seite fuhren die Königsblauen einen der wenigen Konter, die sie in der zweiten Hälfte setzen konnten. Es war aber vor allem dem Missverständnis zwischen Kraft, Gustavo und Pranjic zu verdanken, dass der Peruaner an der Strafraumkante noch zum Schuss kommen konnte. Dieser ging jedoch über das Gehäuse des ansonsten wenig geprüften Bayernkeepers. Van Gaal brachte Klose und van Buyten für die Schlussoffensive. In der 82. Minute dann noch ein Aufreger: Mario Gomez fiel nach einer Berührung am Fuß im Strafraum und die Bayernspieler forderten lautstark einen Strafstoß. Der Unparteiische entschied sich dafür, nicht auf den Punkt zu zeigen. Eine durchaus vertretbare Entscheidung. Drei Minuten vor Schluss hatte Ribery noch die Chance zum Ausgleich. Der Franzose kam an dem Punkt, auf dem die Bayern einige Minuten zuvor den Ball gerne gesehen hätten, frei zum Schuss. Er konnte das Leder aber nicht genau genug platzieren und schoss Manuel Neuer direkt in die Arme. Die drei Minuten Nachspielzeit waren ereignislos.
Quo vadis FCB?
Während Schalke 04 die Möglichkeit hat, die Saison erfolgreich mit einem Titel zu beenden, muss der FC Bayern sich unangenehmen Fragen stellen. Die Abwehr konnte auch in diesem Spiel nicht recht überzeugen. Vor allem bei Standardsituationen hatte man oft das Nachsehen. Dreht man der hoch dotierten Flügelzange den Saft ab, scheint nur noch die Ideenlosigkeit des restlichen Teams hervorzustechen. Unterm Strich ist es zu wenig, was die Elf von van Gaal bis dato diese Saison anzubieten hatte. Der General muss sich jetzt schnell etwas einfallen lassen, damit der FCB in der Zukunft nicht so leicht auszurechnen ist und aus Münchener Sicht gerettet wird, was gerettet werden kann.
Statistik
Schalke: Kraft – Lahm, Tymoshchuk (59. Kroos), Breno, Pranjic – Luiz Gustavo (82. van Buyten), Schweinsteiger – Robben, T. Müller (77. Klose), Ribery – Gomez
Trainer: van Gaal
Bayern: Neuer – Uchida, Höwedes, Metzelder, Sarpei (82. Schmitz) – Kluge, Matip, Annan (89. Papadopoulos) – Jurado (61. Draxler) – Raul, Farfan
Trainer: Magath
Tore: 0:1 Raul (15.)
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Zuschauer: 69.000
Gelb: Robben, Lahm – Uchida, Annan
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