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[1. Bundesliga 2010/11] Kein Sieger im Abstiegskracher zwischen Stuttgart und Wolfsburg

20. März 2011, 22:06 geschrieben von BVB-Benny, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Ein Last-Minute-Treffer des VfB Stuttgart vermasselt Felix Magath sein Comeback beim VfL Wolfsburg. Der Meister von 2009 bleibt damit auf dem vorletzten Tabellenrang, doch auch die Schwaben sind längst noch nicht aller Abstiegssorgen ledig.

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VfB Stuttgart 1:1 (0:1) VfL Wolfsburg

Dieses Spiel verdiente schon im Vorfeld aus gleich mindestens zwei Gründen besondere Beachtung: Einerseits feierte Felix Magath sein sensationelles Comeback bei dem Klub, den er vor knapp zwei Jahren zum Titel führte und der sich nun dort wieder findet, wo er schon vor der ersten Ära des Meistertrainers war. Und andererseits war es ein direktes Duell zweier Abstiegskandidaten, für die der Gang in die 2.Liga besonders hart weil besonders überraschend wäre und Konsequenzen nach sich ziehen würde, die wohl für beide Vereine noch nicht vollständig abzusehen sind.

Zittrige Knie im Abstiegskampf

Dass beiden Teams die Wichtigkeit der Begegnung bewusst war, konnte man vor allem in den ersten 20 Minuten sehen. Wer erwartet hatte, dass die Hausherren angesichts ihrer drei Siege aus den vergangenen drei Partien mit mehr Selbstvertrauen antreten würden als der Gegner, der im selben Zeitraum nur einen Punkt holen konnte, sah sich getäuscht. Auch die Schwaben trauten sich offensiv nichts zu und waren genau wie Wolfsburg zunächst darauf bedacht, defensiv gut zu stehen und keine Räume zu bieten. Somit konnte das Spiel optisch in der Anfangsphase überhaupt nicht begeistern, erst in der 24. Minute erweckte ein unplatzierter Schuss von Gebhardt das Duell zum Leben. Nur wenig später sorgte Diego mit einem – man höre und staune – Kopfball für erste Gefahr durch die bis dato zahmen Wölfe. Wieder kurz darauf vertändelte Tasci auf haarsträubende Art und Weise den Ball, doch Ulreich rettete gegen den heute guten Diego stark für den ehemaligen Nationalspieler.

Dann zwei ganz bittere Minuten für den VfB Stuttgart: Zuerst verletzte sich der in den letzten Wochen so wichtige Kuzmanovic, dann erzielte Grafite das 1:0 für die Gäste (40.). Ein Befreiungsschlag von Celozzi wurde abgeblockt und flog unglücklich an den Fünfmeterraum, wo der Brasilianer schneller schaltete als Niedermeier und den Ball im Tor unterbrachte. Gleich im Gegenzug fiel Okazaki im Strafraum, doch Schiedsrichter Gräfes Pfeife blieb stumm.

Wieder spätes Tor für Stuttgart

In der Pause musste der nächste Stuttgarter verletzt ausgewechselt werden: Boulahrouz kam für Tasci. Das Team von Bruno Labbadia war nun gezwungen, etwas nach vorne zu unternehmen, doch zeigten sich dabei einmal mehr in dieser Saison die spielerischen Mängel. Neben fehlender Kreativität sorgte auch die wachsende Nervosität des VfB immer wieder für ein jähes Ende der Offensivbemühungen. Dass Wolfsburg in der zweiten Halbzeit herzlich wenig Mühe hatte, die Stuttgarter Angriffe abzuwehren, mag ein Grund gewesen sein, dass sie ihre Konter allzu lässig spielten. Allein Grafite hatte in der Schlussphase innerhalb zwei Minuten gleich zweimal die Möglichkeit, für die Entscheidung zu sorgen, traf jedoch jeweils die falsche Entscheidung. Und der VfB sollte dies tatsächlich noch bestrafen. Schon letzten Samstag bei St. Pauli konnte ein spätes Tor erzielt werden.

Die Nachspielzeit war eigentlich schon abgelaufen und nach wie vor waren die Gastgeber zu ideenlos, als dass irgendwer noch am erfolgreichen Neueinstand von Felix Magath gezweifelt hätte. Doch es kam anders. Eigentlich wieder etwas uninspiriert hob Gentner den Ball in den Strafraum, aber der aufgerückte Niedermeier nahm den Ball sehenswert an und vollendete eiskalt zum späten Ausgleich. Ein Stich ins Herz der Niedersachsen, der sie tiefer denn je im Abstiegskampf versinken lässt. Wolfsburg bleibt auf Platz 17. Für Stuttgart hingegen muss sich der Punkt wie ein Sieg anfühlen, auch wenn er die Schwaben nüchtern betrachtet nicht weitergebracht hat. Labbadia und seine Mannschaft sind noch lange nicht aus dem Gröbsten heraus, Wolfsburg ist mittendrin.

Statistik

VfB Stuttgart: Ulreich – Celozzi (67. Schipplock), Tasci (46. Boulahrouz), Niedermeier, Molinaro – Träsch, Kuzmanovic (39. Elson) – Gebhardt, Gentner, Okazaki – Pogrebnyak

VfL Wolfsburg: Lenz – Pekarik, Kjaer, Friedrich, Schäfer – Josué (74. Madlung) – Riehter, Hasebe (46. Polak) – Diego, Cicero (60. Koo) – Grafite

Tore: 0:1 Grafite (40.), 1:1 Niedermaier (90.+4)

Schiedsrichter: Manuel Gräfe
Zuschauer: 39.000 in der ausverkauften Mercedes-Benz-Arena
Gelbe Karten: Schipplock/Lenz, Pekarik, Kjaer


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