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[1. Bundesliga 2010/11] Remis im Duell Magath vs. Daum

4. April 2011, 11:34 geschrieben von Mario, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Trotz Führung und Überzahlspiel ab der 70. Minute ein überaus glücklicher Punktgewinn für Eintracht Frankfurt und Rückkehrer Christoph Daum. Felix Magath haderte einmal mehr mit dem Unparteiischen, der einige strittige Entscheidungen traf.

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VfL Wolfsburg 1:1 (0:0) Eintracht Frankfurt

Das mit Spannung erwartete, zum Duell ehemaliger Meistertrainer hochstilisierte Spiel in der Volkswagen-Arena endete mit einer Punkteteilung, womit Bundesliga-Rückkehrer Christoph Daum wohl besser leben kann als sein Kontrahent Felix Magath. Denn Wolfsburg stellte über die gesamte Spielzeit das in nahezu allen Belangen bessere Team. Einziger Kritikpunkt, den Magath nach dem Spiel anzumerken hatte, war die mangelnde Chancenverwertung seiner Akteure. Hier tat sich Patrick Helmes, der später ausgewechselt wurde, im besonderen Maße hervor. Er alleine hätte die denkwürdige Partie schon früh entscheiden können, wenn nicht sogar müssen.

Diego der Anführer bissiger Wölfe

Der VfL Wolfsburg kam gut in die Partie und setzte die Eintracht sofort unter Druck. Diego trieb sein Team unermüdlich nach vorne und kreierte mit seinem technisch versierten Spiel Chance um Chance. Während er selbst im ersten Durchgang mit einem sehenswerten Freistoß an Ralf Fährmann, der den Vorzug vor Oka Nikolov erhalten hatte, scheiterte, erwies sich Patrick Helmes als Chancentod. Fünf mal (32., 41., 42., 50., 53.) scheiterte er entweder am eigenen Unvermögen oder am Frankfurter Schlussmann. Sein Pendant Grafite war indessen bei Maik Franz völlig abgemeldet. Für ihn kam dann auch folgerichtig Mandzukic in der zweiten Halbzeit zum Einsatz. Die Hessen brachten hingegen wenig Torgefahr zustande. In der 19. Minute köpfte Gekas eine Tzavellas-Flanke Richtung Banaglio, konnte diesen damit aber vor keinerlei Probleme stellen. In Minute 38 vergab Altintop die größte Chance der Hessen nach Zuspiel von Meier. Aber sein Kopfball aus aussichtsreicher Position missglückte völlig. Ansonsten wehrte man sich mit Händen und Füßen gegen die drohende Niederlage, wobei die Abwehr einige Male bedenklich ins Schwimmen geriet. Aber abgesehen von ein paar kleineren Unsicherheiten sollte sich Christoph Daums Maßnahme, Ralf Fährmann anstelle von Urgestein Oka Nikolov ins Tor zu beordern, für die Eintracht auszahlen. Der 22-Jährige hielt sein Team mit guten Paraden und erstklassigen Reflexen im Spiel.

Führung der Eintracht aus abseitsverdächtiger Position

Wie so oft im Fußball wurde die teils klägliche Chancenverwertung der Wolfsburger in der 59. Minute bestraft. Der ansonsten schwache Altintop nutzte eine Unsortiertheit in der Hintermannschaft des VfL zu einem Solo über das halbe Feld. Seinen anschließenden Schuss von der Strafraumgrenze konnte Benaglio nur nach vorne abwehren. Alex Meier, der mitgelaufen war, schaltete am schnellsten und schoss unhaltbar für Benaglio ein. Der Frankfurter befand sich dabei allerdings in eindeutiger Abseitsposition. Das Schiedsrichtergespann wertete die Abwehr des Torhüters und das anschließende Abfälschen des Leders durch einen Wolfsburger als neue Spielsituation. Glück für die Eintracht, bzw. Meier, den Nutznießer dieser Regelauslegung, der damit das Spielgeschehen auf den Kopf stellte. Die Gastgeber zeigten sich allerdings nur kurz geschockt und übernahmen wenig später wieder die Initiative, ehe die Bemühungen durch eine erneut fragwürdige Entscheidung des Unparteiischen gebremst wurden.

Später Ausgleich durch Mandzukic in Unterzahl

Eigentlich hätte Marco Russ in der 70. Minute nach rüdem Foul an Arne Friedrich im Strafraum die gelbe Karte sehen müssen. Zudem hätte Schiedsrichter Kinhöfer auf den Elfmeterpunkt zeigen müssen. Stattdessen geriet Friedrich, der sich verständlicherweise über die vermeintliche Fehlentscheidung aufregte – es gab Freistoß für die Eintracht – in ein Wortgefecht mit Maik Franz. Kinhöfer wollte daraufhin beide Kontrahenten mit Gelb bestrafen, bemerkte aber nach kurzem Blick auf seine Notizen, dass Friedrich bereits verwarnt war. Die ärgerliche Folge: Gelb-Rot! Dennoch stellte Wolfsburg trotz Unterzahl auch in der Folge das agilere Team. Bezeichnend an diesem Abend war, dass ausgerechnet Diego, der zu diesem Zeitpunkt wegen Tätlichkeit an Patrick Ochs nicht mehr auf dem Feld hätte stehen dürfen, die Flanke zum hoch verdienten Ausgleich für die Wölfe durch Mandzukic gab (85.).

Die Punkteteilung dürfte den Magath-Schützlingen wohl weniger helfen als der Frankfurter Eintracht, die damit einen ihrer Konkurrenten zumindest auf Abstand halten konnte. Der VfL Wolfsburg konnte zwar den direkten Abstiegsrang an St. Pauli übergeben. Mit 28 Zählern befindet man sich damit aber immer noch in akuter Abstiegsgefahr.

Unterdessen darf man gespannt sein, ob die klare Tätlichkeit Diegos nachträglich geahndet wird, was der VfL Wolfsburg zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht gebrauchen könnte. Denn der Brasilianer gilt als Wiederholungstäter, weshalb eine nachträgliche Sperre von beispielsweise fünf Spielen nicht ungewöhnlich wäre. Eine große Schwächung im Abstiegskampf, wenn es so kommen würde.

Statistik

Wolfsburg: Benaglio – Riether, Kjær, Friedrich, Schäfer – Polak (58. Koo), Josué, Cicero – Diego – Grafite (46. Mandzukic), Helmes (74. Madlung)
Trainer: Magath

Frankfurt: Fährmann – Jung, Franz, Russ, Tzavellas – Rode (77. Heller), Clark – Ochs (90.+3 Vasoski), Meier, Altintop – Gekas (87. Amanatidis)
Trainer: Daum

Tore: 0:1 Meier (59.), 1:1 Mandzukic (85.)

Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne)
Zuschauer: 29 500
Gelbe Karten: Mandzukic – Altintop, Franz, Ochs, Rode, Tzavellas
Gelb-Rote Karten: Friedrich (70.)


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