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Eingeworfen: Wie läuft das Meisterschaftsrennen in Europas Ligen? - Teil I: Spanien, Italien, Österreich, Belgien und die Türkei

21. April 2011, 14:13 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Das Spieljahr 2010/11 biegt auf die Zielgerade ein, der Meisterschaftskampf ist dabei in vielen Ländern Europas noch spannend. Das MAG beleuchtet die Situation in zehn Top-Ligen. Teil I: Spanien, Italien, Österreich, Belgien und die Türkei.


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Primera División Serie A tipp3-Bundesliga
Jupiter League Türkcell Süper Lig

Die internationalen Ligen in der Forumsdiskussion

Primera División

Man musste kein Prophet oder Experte sein, um vorherzusagen, dass es mit dem FC Barcelona und Real Madrid in der Primera División auch in dieser Saison nur zwei ernsthafte Titelkandidaten geben würde – zu groß ist die Übermacht der beiden Giganten. Und tatsächlich dominierten die beiden Erzrivalen das Geschehen nach Belieben und setzten sich alsbald von der restlichen Konkurrenz ab.

Den besseren Start erwischten dabei die Madrilenen mit ihrem neuen Trainer José Mourinho. Die Blancos blieben bis zum 12. Spieltag ungeschlagen, dann stand die Reise ins Camp Nou zum ersten El Clásico der Saison an. Real hatte zu diesem Zeitpunkt die Tabellenführung inne. Doch der katalanische Dauerrivale, der eine 0:2-Heimniederlage gegen Hercules Alicante vom zweiten Spieltag und ein 1:1 ebenfalls daheim vom sechsten Spieltag gegen RCD Mallorca mit sich herumschleppte, lag mit nur einem Zähler Rückstand in direkter Schlagdistanz. Barça brannte natürlich darauf, die Hackordnung der vergangenen Jahre wiederherzustellen und die Weichen in Richtung der dritten Meisterschaft in Serie zu stellen. Dies gelang dann überaus eindrucksvoll, der Abend des 29. November 2010 sollte in die Geschichte eingehen und zu einem Debakel für die Königlichen werden. Mit sage und schreibe 5:0 schossen Messi, Xavi, Iniesta, Villa & Co. die Hauptstädter aus der ausverkauften Arena und erteilten ihnen eine Lehrstunde.

Die Blaugrana zog in dieser 13. Runde an Real vorbei, gab die Tabellenführung bis heute nicht mehr her und hat mittlerweile einen Vorsprung von stattlichen acht Punkten. Barcelona ist seit der Pleite gegen Alicante ungeschlagen, neben Mallorca gelang bis zum letzten Wochenende nur noch Sporting Gijon und dem FC Sevilla eine Punkteteilung, dann stand das Rückspiel gegen Real an. Wollte die Mourinho-Elf im Kampf um die Krone es noch einmal spannend machen, dann musste ein Sieg her. Doch daraus wurde nichts, am Ende hieß es nach je einem verwandelten Strafstoß auf jeder Seite 1:1 – eine Punkteteilung, die mit dem FC Barcelona aber doch einen Gewinner hatte. Die Gesamtbilanz der Guardiola-Schützlinge ist mit 27 Siegen, vier Remis und nur einer Niederlage beeindruckend, dazu kommt eine Tordifferenz von +69. Es erscheint logisch, dass man mit 85 eigenen Treffern und nur 16 Gegentoren sowohl den besten Sturm als auch die beste Abwehr der Liga stellt – Barça ist erneut das Maß der Dinge.

Die große Dominanz der Katalanen erscheint erdrückend. Neben der herausragenden individuellen Klasse einzelner Akteure ist sie auch ein Ergebnis des Spielsystems und der Eingespieltheit der Mannschaft. Jeder einzelne Im Kader ist technisch beschlagen und kennt in der – bis auf ganz wenige Ausnahmen – praktizierten 4-3-3-Grundformation die Laufwege der Kollegen. Die Philosophie, den Ball in den eigenen Reihen zu halten und mit schnellem, präzisen Kombinationsfußball das eigene Spiel aufzuzwingen, steht als unabdingbare Prämisse wie in Stein gemeißelt. Das Starensemble funktioniert zumeist wie ein Uhrwerk. Vor der kompakten Defensive agiert das äußerst intelligente Mittelfeld mit dem genialen Duo Xavi und Iniesta, die den brandgefährlichen Sturm mit den beiden Hauptprotagonisten Messi und Villa mit gescheiten Pässen füttern. Herauszuheben aus dem qualitativ top gesetzten Team ist natürlich Lionel Messi, der nicht umsonst in den letzten beiden Jahren zum Weltfußballer gekürt wurde. Seine Tempodribblings sind nahezu einzigartig, darüber hinaus strahlt er eine immense Torgefahr aus und hat obendrein auch immer den Blick für den besser postierten Mitspieler. Seine 30 Ligatreffer sprechen Bände und auch mit seinen 17 Vorlagen ist er ganz vorn mit dabei – Messi ist ein Offensivkünstler, wie er im Buche steht. Mit diesem Gesamtpaket ist der FC Barcelona in dieser Saison national nicht zu schlagen, der 21. Meistertitel wird den Katalanen nicht zu nehmen sein.

Und so bleibt für den erfolgsverwöhnten José Mourinho in seinem ersten Jahr bei Real nur die Vizemeisterschaft und ein neuer Anlauf im nächsten Spieljahr, da zudem das schwere Restprogramm mit Gastspielen beim FC Valencia und dem FC Sevilla einer Aufholjagd nicht sonderlich zuträglich ist. Dass Barça nicht unbesiegbar ist, zeigte sich erst am Mittwoch. Mit den beiden deutschen Legionären Mesut Özil und Sami Khedira, die beide eine starke Einstiegssaison hinlegen und wertvoller Bestandteil des weißen Balletts sind, setzte man sich im Finale der Copa del Rey mit 1:0 nach Verlängerung durch. Torschütze war Cristiano Ronaldo, der bei den Königlichen zweifelsfrei das Pendant von Barcelonas Messi ist. Der Portugiese ist ähnlich oft der spielentscheidende Unterschied. Auf den hofft man in der spanischen Hauptstadt auch beim anstehenden Halbfinale der Champions League. Dort treffen die beiden Aushängeschilder der Primera División im Halbfinale aufeinander. Wer dann wem ein Bein stellt und sich bei diesem prestigeträchtigen Duell durchsetzt, bleibt abzuwarten…

Die Tabellensituation

Pl. Verein Spiele Tore Punkte
1. FC Barcelona 32 86:17 85
2. Real Madrid 32 73:23 77
3. FC Valencia 32 54:35 63

Restprogramm der Titelkandidaten

FC Barcelona:

33. Spieltag: FC Barcelona – CA Osasuna
34. Spieltag: Real Sociedad – FC Barcelona
35. Spieltag: FC Barcelona – Espanyol Barcelona
36. Spieltag: Levante UD – FC Barcelona
37. Spieltag: FC Barcelona – Deportivo La Coruna
38. Spieltag: FC Malaga – FC Barcelona

Real Madrid:

33. Spieltag: FC Valencia – Real Madrid
34. Spieltag: Real Madrid – Real Saragossa
35. Spieltag: FC Sevilla – Real Madrid
36. Spieltag: Real Madrid – FC Getafe
37. Spieltag: FC Villarreal – Real Madrid
38. Spieltag: Real Madrid – UD Almeria

Elbefohlen

Serie A

Fünf Spieltage vor dem Ende der Saison 2010/11 deutet alles darauf hin, dass Inter Mailand nach fünf Meisterschaften in Serie vom Thron gestürzt wird – doch der Scudetto wird voraussichtlich wieder in die lombardische Metropole gehen und zum Stadtrivalen AC Mailand wandern.

Das letzte Wochenende verlief wie gemalt für die Rossoneri, die vor dem Ende der seit 2004 andauernden Durststrecke auf nationaler Ebene stehen. Zeitgleich mit dem eigenen, souveränen 3:0-Heimerfolg gegen das abstiegsbedrohte Sampdoria Genua, verloren die Nerazzurri beim FC Parma mit 0:2, wo sich die – nach einer furiosen Aufholjagd zum Jahresbeginn nun auf der Zielgerade schwächelnde – Leonardo-Elf ähnlich ausgelaugt und überspielt präsentierte, wie in den beiden desillusionierenden Champions League-Auftritten gegen den FC Schalke 04. Als dann am Sonntagabend auch noch der SSC Neapel vor eigenem Publikum überraschend gegen Udinese Calcio patzte und eine schmerzhafte 1:2-Niederlage hinnehmen musste, war das Glück für Milan perfekt. Des einen Freud, des anderen Leid. Obwohl das Publikum wohlwollend und aufmunternd applaudierte, die Enttäuschung im Stadio San Paolo war nach den packenden 90 Minuten riesengroß. Obwohl Trainer Walter Mazzarri nach dem 0:2-Rückstand alles auf eine Karte setzte und alles an Offensivkräften auf den Platz schickte, was der Kader hergab, reichte es Neapel nur noch zum Anschlusstreffer von Giuseppe Mascara in der 90. Minute. Mit sehenswerten Toren hatten Gökhan Inler und Germán Denis die Gäste, die ohne das beste Stürmerduo der Serie A, Antonio di Natale und Alexis Sanchez, angetreten waren, in Führung gebracht. Diese wurden dann mit Glück und Geschick über die Zeit gerettet. Durch diesen Sieg hielt Udinese die Chance auf eine mögliche Qualifikation für die Champions League am Leben, sie rangieren momentan nur einen Punkt hinter Lazio Rom auf dem fünften Platz.

Und so hat der AC Mailand nach der 33. Runde einen Vorsprung von sechs Zählern auf Napoli und deren acht auf Inter, der aller Voraussicht nach zum 18. Meistertitel reichen sollte. Das Restprogramm der drei Titelkandidaten ist dabei ungefähr gleich schwer. Milan hat noch zwei schwere Auswärtsspiele beim AS Rom und bei Udinese Calcio vor der Brust, Neapel muss noch nach Palermo und am letzten Spieltag zu Juventus Turin, am vorletzten Spieltag erwartet man daheim Inter Mailand. Der FC Internazionale muss sich unterdessen im San Siro noch mit Lazio Rom dem AC Florenz auseinandersetzen. Gute Karten also für den AC Mailand.

Mit Milan findet die Serie A auch einen verdienten Titelträger dieser Saison. Die Mannschaft des neuen Trainers Massimiliano Allegri spielte einfach am konstantesten und ließ sich auch durch große Verletzungssorgen nicht von der Spitze verdrängen. Gleich reihenweise fielen und fallen immer wieder gleich mehrere Leistungsträger aus, so dass die Elf immer wieder umgebaut werden müsste und auch jüngere Spieler, wie beispielsweise der Deutsche Alexander Merkel, ins kalte Wasser geworfen wurden. Neben den jungen Leuten, zu denen mit Kevin-Prince Boateng ein weiterer in Deutschland aufgewachsene Spieler gehört, zeigten aber auch einige Eckpfeiler der vergangenen Jahre nochmal ihre ganze Klasse. Allen voran ist hier Clarence Seedorf zu nennen. Der inzwischen 35 Jahre alte Niederländer stand fast in jeder Partie auf dem Feld und spielte wie zu seinen besten Zeiten.

Zudem muss man die kluge Transferpolitik im Winter loben, bei der man ein richtig gutes Händchen bewies. Der vom FC Bayern München gekommene Mark van Bommel erwies sich ebenso als Glücksgriff wie der von Sampdoria Genua verpflichtet Antonio Cassano. Der nicht gerade pflegeleichte Stürmer blieb bislang ohne Eskapaden und markierte einige wichtige Treffer. Jetzt in der Schlussphase, wo Zlatan Ibrahimovic mehr durch Unsportlichkeiten als durch gelungene Aktionen auf dem Rasen auffällt (der Schwebe flog nach gerade abgesessener Sperre in der Partie gegen Florenz vor 14 Tagen wegen Beleidigung des Linienrichters erneut vom Platz und muss noch zweimal aussetzen) und Pato aufgrund einer Zerrung im Oberschenkel für circa drei Wochen ausfällt, macht sich seine Verpflichtung doppelt bezahlt. Auch wenn diese Ausfälle schmerzen, den Scudetto wird man sich nicht mehr nehmen lassen.

Die Tabellensituation

Pl. Verein Spiele Tore Punkte
1. AC Mailand 33 59:23 71
2. SSC Neapel 33 53:32 65
3. Inter Mailand 33 58:37 63
4. Lazio Rom 33 45:30 60
5. Udinese Calcio 33 59:35 59

Restprogramm der Titelkandidaten

AC Mailand:

34. Spieltag: Brescia Calcio – AC Mailand
35. Spieltag: AC Mailand – FC Bologna
36. Spieltag: AS Rom – AC Mailand
37. Spieltag: AC Mailand – Cagliari Calcio
38. Spieltag: Udinese Calcio – AC Mailand

SSC Neapel:

34. Spieltag: US Palermo – SSC Neapel
35. Spieltag: SSC Neapel – FC Genua 1893
36. Spieltag: US Lecce – SSC Neapel
37. Spieltag: SSC Neapel – Inter Mailand
38. Spieltag: Juventus Turin – SSC Neapel

Inter Mailand:

34. Spieltag: Inter Mailand – Lazio Rom
35. Spieltag: AC Cesena – Inter Mailand
36. Spieltag: Inter Mailand – AC Florenz
37. Spieltag: SSC Neapel – Inter Mailand
38. Spieltag: Inter Mailand – Catania Calcio

Elbefohlen

tipp3-Bundesliga

In der österreichischen Bundesliga sind in der Saison 2010/11 noch ganze sieben Spieltage zu absolvieren. Theoretisch hat sogar noch der siebtplatzierte – bei nur acht Punkten Rückstand – Chancen die Meisterschaft zu erringen. Bei einer Liga von nur zehn Vereinen spricht das für eine sehr ausgeglichene Liga.
Auf der anderen Seite gibt es auch keinen wirklich dominanten Verein, da Austria Wien nach 29 Spieltagen gerade einmal 50 von 87 möglichen Punkten auf dem Konto hat.

Wahrscheinlich ist, dass die Meisterschaft unter den ersten vier Teams der Liga ausgemacht wird. Darunter sind namhafte Teams wie Austria Wien und Sturm Graz, ebenso wie der Plastikclub RB Salzburg und überraschenderweise der SV Ried, welcher letzte Saison nur Achter geworden war. Eher Außenseiterchancen hat der Fünfte, Rapid Wien.

Da eigentlich alle Spitzenteams bisher eine eher mäßige Saison spielen und man wohl nicht davon ausgehen kann, dass sich das im Schlussspurt noch groß ändert, wird es vermutlich bis zum letzten Spieltag um den Titel spannend bleiben. Ob der Titelverteidiger RB Salzburg seinen Titel verteidigen kann, ist fraglich. Man hat nur drei Punkte Rückstand auf Austria Wien, aber da man noch vier Heimspiele hat, wäre das durchaus noch aufzuholen, vor allem, da man am letzten Spieltag zu Austria Wien muss. Dies könnte das Meisterschaft endscheidende Endspiel werden.

Die beiden Erstplatzierten Austria Wien und Sturm Graz haben den Nachteil, dass sie jeweils nur noch drei Heimspiele bestreiten. Der Pokalsieger Sturm Graz hat jedoch den Vorteil, nur noch zwei Spiele gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte zu haben, im Kampf um die Meisterschaft haben sie damit das einfachste Restprogramm. Der Vorteil von Austria Wien ist natürlich, dass sie es selber in der Hand haben und nicht auf die Spiele der anderen angewiesen sind, da sie aber noch gegen jeden ihrer vier Verfolger spielen, dreimal davon auswärts, steht ihnen umgekehrt auch das schwierigste Restprogramm bevor.

Den SV Ried hätten vor der Saison wohl nur die wenigsten im Titelrennen gesehen, bei nur drei Punkten auf Platz eins haben sie aber immernoch reelle Chancen. Besonders, da sie noch gegen alle anderen Titelkandidaten spielen müssen und dabei drei Heimspiele bestreiten. Rapid Wien dürfte mit fünf Punkten Rückstand nach dieser für alle Mannschaften eher durchwachsenen Saison nur noch Außenseiterchancen besitzen.

Eine Prognose für den Meister abzugeben, ist schwierig, da noch die halbe Liga die Möglicheikt besitzt, den Titel zu holen. Jeder muss noch mehrere Duelle gegen direkte Konkurrenten bestreiten und selbst wenn man eines davon verlieren sollte, bedeutet es in dieser Saison nicht, dass man den Titel abschreiben muss, da auch die anderen Mannschaften nicht kontinuierlich punkten.

Die Tabellensituation

Pl. Verein Spiele Tore Punkte
1. Austria Wien 29 50:27 50
2. Sturm Graz 29 50:30 49
3. RB Salzburg 29 34:21 47
4. SV Ried 29 42:32 47
5. Rapid Wien 29 43:32 45

Restprogramm der Titelkandidaten

Austria Wien:

30. Spieltag: SV Ried – Austria Wien
31. Spieltag: SC Magna – Austria Wien
32. Spieltag: Austria Wien – LASK Linz
33. Spieltag: Sturm Graz – Austria Wien
34. Spieltag: Austria Wien – FC Wacker Innsbruck
35. Spieltag: Rapid Wien – Austria Wien
36. Spieltag: Austria Wien – RB Salzburg

Sturm Graz:

30. Spieltag: Kapfenberger SV – Sturm Graz
31. Spieltag: Sturm Graz – SV Mattersburg
32. Spieltag: SV Ried – Sturm Graz
33. Spieltag: Sturm Graz – Austria Wien
34. Spieltag: LASK Linz – Sturm Graz
35. Spieltag: SC Magna – Sturm Graz
36. Spieltag: Sturm Graz – FC Wacker Innsbruck

RB Salzburg:

30. Spieltag: RB Salzburg – FC Wacker Innsbruck
31. Spieltag: Rapid Wien – RB Salzburg
32. Spieltag: RB Salzburg – SC Magna
33. Spieltag: RB Salzburg – Kapfenberger SV
34. Spieltag: SV Mattersburg – RB Salzburg
35. Spieltag: RB Salzburg – SV Ried
36. Spieltag: Austria Wien – RB Salzburg

SV Ried:

30. Spieltag: SV Ried – Austria Wien
31. Spieltag: LASK Linz – SV Ried
32. Spieltag: SV Ried – Sturm Graz
33. Spieltag: FC Wacker Innsbruck – SV Ried
34. Spieltag: SV Ried – Rapid Wien
35. Spieltag: RB Salzburg – SV Ried
36. Spieltag: SV Ried – Kapfenberger SV

Rapid Wien:

30. Spieltag: Rapid Wien – SC Magna
31. Spieltag: Rapid Wien – RB Salzburg
32. Spieltag: Kapfenberger SV – Rapid Wien
33. Spieltag: Rapid Wien – SV Mattersburg
34. Spieltag: SV Ried – Rapid Wien
35. Spieltag: Rapid Wien – Austria Wien
36. Spieltag: LASK Linz – Rapid Wien

SchalkerKreisel

Jupiter League

Während der Großteil der europäischen Ligen kurz vor dem Abschluss stehen, sind in Belgien noch sieben Spiele auszutragen. Grund hierfür ist die zur letzten Saison eingeführte Finalrunde, in der die sechs besten Teams der Liga die Hälfte ihrer erspielten Punkte mitnehmen und nochmal in Hin- und Rückspiel gegeneinander antreten. Somit hatten der RSC Anderlecht und KRC Genk, die die Hauptrunde dominierten, nur noch vier bzw. drei Punkte Vorsprung auf den Drittplatzierten aus Gent. Nach den ersten drei Spieltagen des Titel-Final lässt sich eins feststellen: Alles ist offen. Der Titelverteidiger aus dem Brüsseler Vorort Anderlecht startete denkbar schlecht mit zwei Niederlagen gegen die großen Konkurrenten der letzten Jahre, den FC Brügge und Standard Lüttich. Erst in der letzten Partie konnten die Mauve et Blanc einen Sieg gegen den KRC Genk verbuchen. Für die Limburger war dies ebenfalls bereits die zweite Niederlage, einzig gegen Lokeren sprang ein knapper 2:1-Erfolg heraus. Trotzdem hofft man in Genk weiter auf den möglichen Meistertitel, schließlich wäre es der erste seit 2002 und gerade mal der dritte überhaupt.

Den besten Start in der Finalrunde legte ausgerechnet Standard Lüttich hin. Mit nur einem Punkt Vorsprung konnten Les Rouches den KV Mechelen auf den undankbaren siebten Platz verweisen, umso erstaunlicher, dass man zum Auftakt mit Anderlecht, Genk und der AA Gent die drei besten Mannschaften der Hauptrunde besiegte. Somit liegt der zehnmalige belgische Meister, der in den letzten Jahren Spieler wie Fellaini oder Dante hervorbrachte, nur noch zwei Punkte hinter der Tabellenspitze. Zwei weitere Punkte dahinter rangiert der FC Brügge, der auch noch ungeschlagen ist, dabei aber schon zwei Remis gegen AA Gent und den KSC Lokeren OV verzeichnen musste. Trotzdem bleibt die Hoffnung auf den Titelgewinn Brügges bestehen, auch wenn man die letzten Jahre immer mehr in den Schatten von Anderlecht und Standard rückte.

Die Chancen sind aber sicherlich höher als bei den beiden aktuell letztplatzierten Teams der Finalrunde, dem KAA Gent und dem KSC Lokeren OV. Während man in Lokeren alleine schon froh darüber ist, zu den sechs besten Mannschaften des Landes zu zählen, hatte man sich bei Gent nach dem zweiten Platz in der Vorsaison und der guten Hauptrunde sicherlich mehr ausgerechnet. Aber spätestens nach der ernüchternden 1:3-Heimniederlage gegen Standard Lüttich scheinen die Aussichten auf die erste Meisterschaft für De Buffalos mehr als getrübt.

Noch ist es schwer vorherzusagen, wer am Ende der neue Titelträger in Belgien werden wird. Der Trend spricht zwar für Standard Lüttich, mit den anderen Klubs – besonders Rekordmeister Anderlecht – muss aber jederzeit gerechnet werden, sodass eine Entscheidung vor den letzten beiden Spieltagen ziemlich unwahrscheinlich ist.

Die Tabellensituation

Pl. Verein Spiele Tore Punkte
1. RSC Anderlecht 3 3:6 36
2. KRC Genk 3 3:5 35
3. Standard Lüttich 3 8:3 34
4. FC Brügge 3 4:1 32
5. KAA Gent 3 3:5 31
6. KSC Lokeren OV 3 2:3 27

Restprogramm

4. Spieltag:

KRC Genk – FC Brügge
KAA Gent – RSC Anderlecht
Standard Lüttich – KSC Lokeren OV

5. Spieltag:

KRC Genk – KAA Gent
KSC Lokeren OV – RSC Anderlecht
FC Brügge – Standard Lüttich

6. Spieltag:

Standard Lüttich – KAA Gent
RSC Anderlecht – FC Brügge
KSC Lokeren OV – KRC Genk

7. Spieltag:

KRC Genk – RSC Anderlecht
Standard Lüttich – FC Brügge
KAA Gent – KSC Lokeren OV

8. Spieltag:

FC Brügge – KRC Genk
RSC Anderlecht – KAA Gent
KSV Lokeren OV – Standard Lüttich

9. Spieltag:

KAA Gent – KRC Genk
KSC Lokeren OV – FC Brügge
Standard Lüttich – RSC Anderlecht

10. Spieltag:

KRC Genk – Standard Lüttich
RSC Anderlecht – KSC Lokeren OV
FC Brügge – KAA Gent
tofu87

Türkcell Süper Lig

Fünfmal rollt der Ball noch in Europas südöstlichstem Land, danach ist die Frage beantwortet, ob zum zweiten Mal in Folge kein Verein aus der Fußball-Hauptstadt Istanbul den Titel mit nach Hause nimmt. Im Vorjahr hatte Bursaspor die Meisterschaft geholt und damit die ein Vierteljahrhundert währende Vorherrschaft der Üç Büyük (Großen Drei) – Beşiktaş, Fenerbahçe und Galatasaray – durchbrochen. Eine Wiederholung dieses Coups ist seit vergangenem Spieltag auch mathematisch ausgeschlossen. Die Yeşil Timsahlar (Grünen Krokodile) vom Marmarameer verloren bei Trabzonspor mit 0:1 und liegen damit in der Tabelle siebzehn Punkte hinter dem Gegner vom Wochenende. Damit ist auch rechnerisch klar, dass nur noch zwei Mannschaften den Titel erringen können: Trabzonspor oder Fenerbahçe.

Damit duellieren sich nun zwei Mannschaften, die addiert 23 Spiele in Folge ungeschlagen sind. Die Sari Kanaryalar (Gelben Kanarienvögel) aus Istanbul haben seit der 1:2-Niederlage bei MKE Ankaragücü am 12. Dezember 2010 nicht mehr verloren; die Bordo-Mavililer (Weinrot-Blauen) von der Schwarzmeerküste seit dem 30. Januar 2011. An diesem Tag verlor Trabzonsppr beim Meisterschaftsrivalen mit 0:2. Die Frage bis zum 22. Mai ist also, welches der beiden Teams eher die Nerven verliert.

Das Restprogramm lässt keine eindeutigen Rückschlüsse zu. Gleich drei Vereine spielen noch gegen Trabzonspor und Fenerbahçe: Bucaspor (16.), Istanbul BB (8.) und Kardemir Karabükspor (9.). Diesen drei Vereinen kommt also eine spezielle Rolle zu; in der Hinrunde holten die drei Vereine allerdings gegen die Meisterschaftsanwärter keinen einzigen Punkt, so dass zumindest keine Wunderdinge von den Dreien erwartet werden sollten.

Für Fenerbahçe stehen zusätzlich noch Sivasspor (15., Hinrunde: 1:0) und Ankaragücu (11.); jenes Ankaragücu, das Fener die letzte Niederlage zufügte. Werden die Hauptstädter wieder zum Stolperstein? Trabzonspors Bilanz gegen die anderen beiden Gegner sieht nur geringfügig besser aus: Gegen Gaziantepspor gewannen die momentanen Tabellenführer mit 3:1, gegen den anderen Gegner, Eskişehirspor, gab es daheim nur ein 0:0. Rein vom Papier her dürften die Bordo-Mavililer aus Trabzon jedenfalls das schwerere Restprogramm haben: Gaziantepspor ist derzeit Tabellenvierter, Eskişehirspor Sechster.

Eine klare Tendenz lässt sich auf Grund der Formstärke beider Mannschaften jedoch nicht ableiten. Auch die nackten Zahlen sprechen keine eindeutige Sprache: Beide Teams haben gleich viele Siege auf dem Konto; Trabzon hat die bessere Abwehr, Fenerbahçe den schlagkräftigeren Angriff; der Tabellenführer ist auch der beste in fremden Stadien; der Zweite führt dafür die Heimtabelle an.

An letzterer Statistik lässt sich womöglich am ehesten etwas ablesen: Fenerbahçe hat bereits vier Spiele auswärts verloren, muss in den letzten fünf Spielen (ebenso wie Trabzonspor) aber dreimal auf fremdem Platz antreten. Kostet dies am Ende die Sari Kanaryalar 18. Meisterschaft und damit den Titel “Alleiniger Rekordmeister”? Die Tatsache, dass Fener alle Rückrundenspiele auswärts gewonnen hat, spricht dagegen.

Auch in einem weiteren Bereich sind die beiden Spitzenreiter der Liga weit vorne: Sie stellen zwei Drittel der ersten Neun in der Torschützenliste. Fenerbahçes Kapitän Alex führt die Liste mit 19 Treffern an, ihm folgen Teamkollege Mamadou Niang und Trabzons Top-Stürmer Burak Yılmaz mit je 15 Toren. Den sechsten Rang in der Wertung teilen sich dann Trabzons Umut Bulut und Jajá Coelho, sowie Feners Semih Şentürk und Olcan Adın von Gaziantepspor mit 10 Torerfolgen. In die Phalanx der Akteure der beiden Top-Teams der Saison sind lediglich zwei Spieler eingedrungen: Der Kanadier Josh Simpson von Manisaspor (11 Tore) und der Nigerianer Emmanuel Emenike von Karabükspor (13 Treffer).

Egal wohin man auch schaut, die beiden dem Rest der Liga weit enteilten Teams beherrschen das Bild. Trainiert werden sie von durchaus unterschiedlichen Charakteren. Auf Seiten Trabzonspors steht mit Şenol Güneş ein ehemaliger Torwart an der Linie, der seinen Heimatverein für den er über 400 Spiele bestritten hat, zum insgesamt vierten Mal trainiert. Ein erfahrener Haudegen, der zwischen 2000 und 2004 auch schon einmal türkischer Nationaltrainer war und damit für den größten Erfolg der türkischen Fußballgeschichte, den dritten Platz bei der WM 2002 verantwortlich war. Fenerbahçes Trainer, Aykut Kocaman, hat zwar auch als Aktiver die meisten Spiele (über 200) für den Verein bestritten, den er heute trainiert, er ist aber mit 45 Jahren dreizehn Jahre jünger als sein Rivale und drüber hinaus auch gelernter Stürmer und dreimal Torschützenkönig der türkischen Liga. Womöglich erklären sich ja anhand dieser Tatsachen, die statistischen Fakten ihrer Teams: Das Team des Torhüters stellt die beste Abwehr, das des Stürmers den besten Angriff. Wer sich am Ende durchsetzt, bleibt abzuwarten, sicher ist nur: Es bleibt spannend.

Die Tabellensituation

Pl. Verein Spiele Tore Punkte
1. Trabzonspor 29 57:21 69
2. Fenerbahce Istanbul 29 66:28 67
3. Bursaspor 29 44:24 52

Restprogramm der Titelkandidaten

Trabzonspor:

30. Spieltag: Eskisehirspor – Trabzonspor
31. Spieltag: Trabzonspor – Gaziantepspor
32. Spieltag: Bucaspor – Trabzonspor
33. Spieltag: Trabzonspor – Istanbul BB
34. Spieltag: Kardemir Karabükspor – Trabzonspor

Fenerbahce Istanbul:

30. Spieltag: Bucaspor – Fenerbahce Istanbul
31. Spieltag: Fenerbahce Istanbul – Istanbul BB
32. Spieltag: Kardemir Karabükspor – Fenerbahce Istanbul
33. Spieltag: Fenerbahce Istanbul – MKE Ankaragücü
34. Spieltag: Sivasspor – Fenerbahce Istanbul

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