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Die internationalen Ligen in der Forumsdiskussion
Ist das Meisterschaftsrennen auf der Insel wirklich schon gelaufen? Zwar kam der FC Arsenal zuletzt am Wochenende gegen Liverpool und auch gestern bei den Tottenham Hotspur jeweils nicht über ein Unentschieden hinaus und hat nunmehr sechs Punkte Rückstand auf Tabellenführer Manchester United. Doch müssen die Red Devils nicht nur noch bei den Gunners antreten, sondern hat mit dem Gastspiel des FC Chelsea eine Woche später eine weitere schwere Aufgabe vor der Brust. Denn der Titelverteidiger schien zuletzt wieder besser in die Spur zu finden und hat gerade den zweiten Tabellenplatz von Stadtrivale Arsenal übernommen. Nur: Selbst, wenn das Team von Sir Alex Ferguson in den verbleibenden fünf Spielen noch zweimal patzen sollte, müsste zumindest einer der beiden Verfolger bis zum Saisonende alles gewinnen.
Vor allem der FC Arsenal scheint dafür zu unkonstant. Immer wieder gab es unnötige Aussetzer, die die Londoner wohl letztendlich die entscheidenden Punkten für die Meisterschaft kosten werden. Und der FC Chelsea? Sollten sie den Dauerkonkurrenten der letzten Jahre tatsächlich noch auf der Zielgraden abfangen, wäre es eine ganz starke Aufholjagd der Blues,. Schließlich hatte man noch am 27.Spieltag neun Zähler Rückstand – nach einem starken Saisonstart hatte man am 15.Spieltag die Tabellenführung an Manchester United verloren.. Um noch den großen Coup zu landen, muss man nicht nur das eigene Spiel im Old Trafford gewinnen, sondern zusätzlich auch noch auf Unterstützung der anderen Teams, wahrscheinlich vor allem vom FC Arsenal, hoffen. Und dann wären da auch noch vier Treffer im Torverhältnis aufzuholen…
Spannender scheint da doch der Kampf um Platz vier zu werden. Zurzeit wird er belegt vom Starensemble von Manchester City. Streiten müssen sich die Citizens wie schon im Vorjahr noch mit den Tottenham Hotspur. Am 10. Mai kommt es zum voraussichtlich entscheidenden Gipfeltreffen zwischen beiden Teams. Heimrecht haben die Londoner…
Die Tabellensituation
| Pl. |
Verein |
Spiele |
Tore |
Punkte |
| 1. |
Manchester United |
33 |
70:32 |
70 |
| 2. |
FC Chelsea |
33 |
61:27 |
64 |
| 3. |
FC Arsenal |
33 |
66:34 |
64 |
Restprogramm der Titelkandidaten
Manchester United:
| 34. Spieltag: Manchester United – FC Everton |
| 35. Spieltag: FC Arsenal – Manchester United |
| 36. Spieltag: Manchester United – FC Chelsea |
| 37. Spieltag: Blackburn Rovers – Manchester United |
| 38. Spieltag: Manchester United – FC Blackpool |
FC Chelsea:
| 34. Spieltag: FC Chelsea – West Ham United |
| 35. Spieltag: FC Chelsea – Tottenham Hotspur |
| 36. Spieltag: Manchester United – FC Chelsea |
| 37. Spieltag: FC Chelsea – Newcastle United |
| 38. Spieltag: FC Everton – FC Chelsea |
FC Arsenal:
| 34. Spieltag: Bolton Wanderers – FC Arsenal |
| 35. Spieltag: FC Arsenal – Manchester United |
| 36. Spieltag: Stoke City – FC Arsenal |
| 37. Spieltag: FC Arsenal – Aston Villa |
| 38. Spieltag: FC Fulham – FC Arsenal |
Eine verrückte Saison in Frankreich! Über das gesamte bisherige Spieljahr war es unheimlich eng an der Tabellenspitze, selbst jetzt – sieben Spieltage vor Schluss – können sich noch fünf Teams Hoffnungen auf den Titelgewinn machen. Eine besonders überragende Saison spielt bisher der OSC Lille, der nicht nur schon seit dem 16.Spieltag die Liga anführt, sondern auch im französischen Pokalfinale steht. Ärgster Verfolger ist derzeit Titelverteidiger Olympique Marseille bei nur einem einzigen Punkt Rückstand. Der ehemalige Abonnement-Meister Olympique Lyon hingegen erhielt am vergangenen Wochenende einen herben Dämpfer, als die Mannschaft in Paris eine 0:1-Niederlage kassierte. Dafür sind die Hauptstädter, zweiter Pokalfinalist, wieder zurück im Titelrennen. Und selbst Stade Rennes ist noch nicht weit genug weg, um außer Acht gelassen zu werden.
Trotzdem spricht derzeit viel für Tabellenführer Lille. Über die gesamte Saison machte der OSC den konstantesten Eindruck, zudem ist das Restprogramm vergleichsweise einfach. Einzig die Partie bei Paris St. Germain droht noch zum Stolperstein zu werden. Aber: Weitere unvorhersehbare Patzer wie vor kurzem beim AS Monaco darf sich das Team nicht erlauben. Denn auch im Restprogramm von Olympique Marseille sind nicht mehr viele Punktverluste eingeplant. Um Druck auszuüben, muss die Mannschaft von Didier Dechamps nun eine Siegesserie starten und vor allen Dingen das Spitzenspiel in Lyon gewinnen.
Lange Zeit griff auch Paris St. Germain nach den Sternen. Der Klub, der nach Jahren in der Bedeutungslosigkeit endlich wieder zu den Spitzenteams in Frankreich zu zählen ist, verlor allerdings Mitte der Saison etwas den Anschluss nach ganz oben. Nach dem Pokalgewinn aus der vergangenen Saison sollte in dieser Spielzeit nach 17 Jahren endlich wieder der Meistertitel her. Doch sieben Punkte in sieben Spielen aufholen? Das ist ein starkes Brett, auch wenn im heimischen Prinzenpark am vorletzten Spieltag noch ein “Sechspunktespiel” gegen Lille ansteht.
Stade Rennes hat wohl nur noch Außenseiterchancen. Dass die vier Mannschaften vor ihnen im Endspurt so sehr patzen, dass sie noch an allen vorbeiziehen können, ist sehr unwahrscheinlich.
Die Tabellensituation
| Pl. |
Verein |
Spiele |
Tore |
Punkte |
| 2. |
Olympique Marseille |
31 |
46:27 |
58 |
| 3. |
Olympique Lyon |
31 |
52:29 |
53 |
| 4. |
Paris St. Germain |
31 |
45:31 |
52 |
| 5. |
Stade Rennes |
31 |
33:25 |
51 |
Restprogramm der Titelkandidaten
OSC Lille:
| 32. Spieltag: FC Lorient – OSC Lille |
| 33. Spieltag: OSC Lille – AC Arles-Avignon |
| 34. Spieltag: AS Nancy – OSC Lille |
| 35. Spieltag: AS St. Etienne – OSC Lille |
| 36. Spieltag: OSC Lille – FC Sochaux |
| 37. Spieltag: Paris St. Germain – OSC Lille |
| 38. Spieltag: OSC Lille – Stade Rennes |
Olympique Marseille:
| 32. Spieltag: Olymp. Marseille – OGC Nice |
| 33. Spieltag: Olymp. Marseille – AJ Auxerre |
| 34. Spieltag: Olympique Lyon – Olymp. Marseille |
| 35. Spieltag: Olymp. Marseille – Stade Brest |
| 36. Spieltag: FC Lorient – Olymp. Marseille |
| 37. Spieltag: Olymp. Marseille – FC Valenciennes |
| 38. Spieltag: SM Caen – Olymp. Marseille |
Olympique Lyon:
| 32. Spieltag: Olympique Lyon – HSC Montpellier |
| 33. Spieltag: FC Toulouse – Olympique Lyon |
| 34. Spieltag: Olympique Lyon – Olymp. Marseille |
| 35. Spieltag: AJ Auxerre – Olympique Lyon |
| 36. Spieltag: Stade Brest – Olympique Lyon |
| 37. Spieltag: Olympique Lyon – SM Caen |
| 38. Spieltag: AS Monaco – Olympique Lyon |
Paris St. Germain:
| 32. Spieltag: Stade Brest – Paris St. Germain |
| 33. Spieltag: Paris St. Germain – FC Valenciennes |
| 34. Spieltag: AS Monaco – Paris St. Germain |
| 35. Spieltag: Paris St. Germain – AS Nancy |
| 36. Spieltag: Gir. Bordeaux – Paris St. Germain |
| 37. Spieltag: Paris St. Germain – OSC Lille |
| 38. Spieltag: AS St. Étienne – Paris St. Germain |
Stade Rennes:
| 32. Spieltag: AS Monaco – Stade Rennes |
| 33. Spieltag: Stade Rennes – Gir. Bordeaux |
| 34. Spieltag: FC Valenciennes – Stade Rennes |
| 35. Spieltag: Stades Rennes – SM Caen |
| 36. Spieltag: AS St. Étienne – Stade Rennes |
| 37. Spieltag: Stade Rennes – AS Nancy |
| 38. Spieltag: OSC Lille – Stade Rennes |
Drei Spieltage stehen in der niederländischen Eredivisie noch aus, drei Teams biegen quasi Kopf an Kopf auf die Zielgerade im Kampf um die Meisterschaft ein. Wie schon in der letzten Saison machen Twente Enschede, Ajax Amsterdam und die PSV Eindhoven den Titel unter sich aus, dabei geht es dieses Jahr noch enger zu, denn den Tabellendritten Ajax trennt gerade mal ein Punkt von den beiden Mannschaften an der Spitze. In Enschede wird man sich allerdings ärgern, da an den letzten beiden Spieltagen die Chance vergeben wurde, mit einem kleinen Vorsprung den Schlussspurt anzugehen. Am 29. Spieltag hatte sich der FC Twente dank eines Doppelpacks von Theo Janssen gegen die PSV Eindhoven durchsetzen können und damit die Tabellenführung erobert, aber nach zuletzt zwei Remis gegen Roda Kerkrade und De Graafschap Doetinchem musste der Titelverteidiger sich wieder hinter dem Team vom ehemaligen Schalker Trainer Fred Rutten einreihen, das dank eines 2:0 bei Heracles Almelo und der klar besseren Tordifferenz den ersten Platz zurückeroberte.
Dass Ajax Amsterdam im Titelkampf noch mitmischt, ist bei der aktuellen Schieflage in der Chefetage des Klubs doch eine kleine Überraschung. Nachdem die Vereinslegende Johan Cruyff zum niederländischen Rekordmeister zurückkehrte und in beratender Funktion dem Verein helfen sollte, wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren, kam es wegen der massiven Kritiks Cruyffs zu einer kleinen Flut an Rücktritten. Neben dem Direktor von Ajax und zwei Aufsichtsratsmitgliedern nahm der Klubvorsitzende seinen Hut. Trotzdem hat Ajax Amsterdam erstmals seit 2004 die Möglichkeit, die Eredivisie für sich zu entscheiden, mit zuletzt drei Siegen gegen Heracles Almelo (3:0), den FC Groningen (2:0) und NEC Nijmegen (2:1) hat man sich langsam aber sicher an die Spitze herangepirscht.
Zudem spielt der von Frank de Boer trainierten Mannschaft das Restprogramm ein wenig in die Karten. Nach den beiden Pflichtaufgaben gegen Excelsior Rotterdam und bei dem SC Heerenveen steht der finale Showdown gegen Twente Enschede in der heimischen Amsterdam Arena an. Damit hat es der Renommierklub in der eigenen Hand, zumindest die Champions-League-Qualifikation klar zu machen.
Für den FC Twente hingegen wird es nochmal richtig knifflig. Neben dem schweren Auswärtsspiel beim direkten Konkurrenten, der auch der Gegner im Pokalfinale sein wird, steht abgesehen von der vermeintlich leichten Aufgabe gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Willem II Tilburg der Auftritt bei der Überraschungsmannschaft ADO Den Haag an. Letztes Jahr noch so eben dem Abstieg entronnen, steht ADO zurzeit auf dem fünften Platz und hat sich schon für Play-Off-Spiele zur Europa League qualifiziert. Im Hinspiel konnte Enschede die Partie noch glücklich mit 3:2 für sich entscheiden, ob das bei Den Haag auch gelingt, bleibt abzuwarten.
Bei der PSV Eindhoven stehen dagegen drei Spiele an, die mit dem nötigen Ernst bestritten kein Problem darstellen dürften. Denn weder für Feyenoord Rotterdam, Vitesse Arnhem noch den FC Groningen gibt es in den restlichen Partien wirklich etwas zu verlieren oder zu gewinnen. Somit sollte für Eindhoven am Ende die 22. Meisterschaft stehen – stolpert die PSV jedoch noch wider Erwarten, darf man sich auf ein richtiges Finalspiel in der Amsterdam Arena freuen.
Die Tabellensituation
| Pl. |
Verein |
Spiele |
Tore |
Punkte |
| 1. |
PSV Eindhoven |
31 |
76:30 |
65 |
| 2. |
FC Twente Enschede |
31 |
58:30 |
65 |
| 3. |
Ajax Amsterdam |
31 |
63:27 |
64 |
| 4. |
AZ Alkmaar |
31 |
48:36 |
56 |
| 5. |
ADO Den Haag |
31 |
60:46 |
54 |
Restprogramm der Titelkandidaten
PSV Eindhoven:
| 32. Spieltag: Feyenoord Rotterdam – PSV Eindhoven |
| 33. Spieltag: PSV Eindhoven – Vitesse Arnhem |
| 34. Spieltag: FC Groningen – PSV Eindhoven |
FC Twente Enschede:
| 32. Spieltag: ADO Den Haag – FC Twente Enschede |
| 33. Spieltag: FC Twente Enschede – Willem II Tilburg |
| 34. Spieltag: Ajax Amsterdam – FC Twente Enschede |
Ajax Amsterdam:
| 32. Spieltag: Ajax Amsterdam – Excelsior Rotterdam |
| 33. Spieltag: SC Heerenveen – Ajax Amsterdam |
| 34. Spieltag: Ajax Amsterdam – FC Twente Enschede |
In der letzten Saison fesselte die Fußballanhänger der Eidgenossen das enge Titelrennen zwischen dem FC Basel und den Young Boys Bern, das die Nation in Atem hielt und erst am letzten Spieltag beim direkten Aufeinandertreffen durch einen 2:0-Erfolg der Basler in Bern entschieden wurde. In diesem Jahr läuft die Meisterschaft auf eine ähnlich spannendes Finale heraus. Der FC Basel ist dabei erneut einer der Protagonisten, der andere ist diesmal der FC Zürich, der im letzten Jahr als Titelverteidiger überhaupt keine Rolle spielte und letztlich abgeschlagen nur auf dem siebenten Platz der Endabrechnung kam.
Sieben Partien haben die beiden Konkurrenten noch vor der Brust und sind dabei derzeit nur durch einen Punkt getrennt – wer von beiden am Ende die Nase vorn haben wird, lässt sich nicht vorhersagen. Das Leistungsvermögen der zwei Kontrahenten ist einfach zu nah beieinander angesiedelt, als dass man einen Favoriten ausmachen könnte. Beide haben jeweils 17 Siege auf dem Konto und auch die Tordifferenz unterscheidet sich nur um Nuancen – sie spricht mit 62:37 zu 59:37 knapp für den Titelverteidiger.
Am Ende könnte die größere Erfahrung der Mannschaft aus dem Dreiländereck den Ausschlag geben. Das Team des deutschen Trainers Thorsten Fink war in jüngster Vergangenheit das Aushängeschild der Schweiz und ließ doch einige Male auf internationaler Bühne aufhorchen. Bei drei Teilnahmen an der Champions League – 2002/2008/2010 – schaffte man es allerdings nur beim ersten Mal bis in die Zwischenrunde, Europas Spitze ist dann doch noch ein ganzes Stück weit weg. Heuer erwies sich die Konkurrenz mit dem FC Bayern München und dem AS Rom als zu groß, zumindest qualifizierte man sich als Gruppendritter noch vor dem rumänischen Vertreter VSC Debrecen für die Europa League, wo dann aber gleich gegen Spartak Moskau Feierabend war. Erfolgsgaranten für den Titelverteidiger, der im letzten Jahr auch im Pokal triumphierte, sind unter anderem auch zwei ehemalige Bundesligaprofis. Alexander Frei und Marco Streller bilden zumeist das Sturmduo, das zusammen 31 Treffer erzielt hat. Der Ex-Dortmunder Frei, der kürzlich aufgrund gegen ihn gerichteter Morddrohungen seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt hatte, führt mit seinen 20 Buden nicht nur die Torschützenliste an, sondern liegt auch in der Wertung als bester Scorer dank seiner 10 Vorlagen ganz vorn. Ein weiterer wichtiger Faktor auf dem Weg zur möglichen Titelverteidigung ist der 22-jährige Mittelfeldspieler Valentin Stocker, der in der Offensive den Takt angibt und neben seinen sieben Toren vor allem als Vorbereiter glänzt. Seine 12 Assists sind Ligahöchstwert.
Beim Gegenspieler aus Zürich gibt es keinen ausgesprochenen Goalgetter, dafür ist man im Angriff etwas weiter aufgestellt. Die interne Torschützenliste des vom Schweizer Urs Fischer trainierten 12-maligen Schweizer Meisters führt der Tunesier Amine Chermiti mit neun Treffern im Ligaalltag an, es folgen der Franzose Alexandre Alphonse mit acht und der Eidgenosse Admir Mehmedi mit sieben. Der Schwede Dusyan Djuric ist wohl neben Chermiti der wertvollste Spieler im Team, mit 11 Vorlagen rangiert er auf dem dritten Platz der nationalen Wertung. Die Züricher stellen die jüngste Mannschaft in der AXPO Super League, das Durchschnittsalter beträgt 23,7 Jahre. Die Truppe ist ehrgeizig und geht unbelastet in den Showdown gegen die vom ganzen Paket her eigentlich besser aufgestellten Basler. Ein weiterer Vorteil könnte sein, dass der letzte direkte Vergleich am 33. Spieltag ein Heimspiel im Letzigrund ist, wo dann das Zuschauerinteresse über den bisherigen Schnitt von gut 11.000 Besuchern liegen dürfte.
In der schottischen Premier League machen seit 1985 Celtic Glasgow und Stadtrivale Rangers FC die Meisterschaft unter sich aus. Bereits heute ist nach 33. Spieltagen eine Wachablösung rechnerisch nicht mehr möglich. Ohnehin gibt es in Schottland nur noch eine Frage: Celtic oder Glasgow? Alle anderen relevanten Fragen sind aller Voraussicht nach geklärt.
Zunächst die Besonderheit im schottischen Fußball: Nach 33 Spielen werden die zwölf Clubs, die zuvor jeweils drei Mal gegeneinander gespielt haben, in zwei Gruppen geteilt. Während die sechs besten Mannschaften an fünf Spieltagen um die Meisterschaft und die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb kämpfen, spielen die sechs schlechtesten Teams einen Absteiger aus.
An der Champions-League-Qualifikation darf nur der Meister teilnehmen, der Vize muss sich mit der Europa League begnügen. Neben der Möglichkeit im Millionengeschäft Champions League mitzuwirken, zählt das Prestige zwischen den Glasgower Clubs. Titelverteidiger und Rekordmeister sind mit 53 Titeln die Rangers, Celtic kommt auf 42 Meisterschaften.
Wer nach 38. Spieltagen in die First Division absteigt, steht bereits so gut wie fest. Hamilton Academical (19 Zähler) fehlen neun Punkte auf den Tabellenvorletzten St. Mirren (28). Im Kampf um den letzten internationalen Platz hat Heart of Midlothian (61) bereits neun Punkte Vorsprung auf den Tabellenvierten Dundee United (52) und kann wohl bereits für die Europa League planen. Gleichzeitig hat Midlothian aber bereits einen uneinholbaren Rückstand von 19 Punkten auf die Tabellenspitze.
Die schottische Fußballwelt kann sich also voll und ganz auf den Titelkampf zwischen den beiden großen Stadtrivalen aus Glasgow konzentrieren. Aktuell führen die Rangers mit einem Punkt vor Celtic, die aber noch ein Nachholspiel aus der regulären Saison gegen Aufsteiger Inverness Caledonian Thistle (Abstiegsrunde) haben.
Nur drei Mal musste sich Celtic geschlagen geben, dass der Meisterkampf trotzdem spannend ist, liegt an einer Schwächephase im Winter des vergangenen Jahres. Drei Spiele in Folge, alles Partien im heimischen Celtic Park, konnten nicht gewonnen werden. Beinahe hätten The Bhoys zu der Zeit sogar beim Tabellenletzten Hamilton Academical verloren. Celtics Stokes konnte die Führung des Absteigers erst in der Schlussminute ausgleichen. Seit dem letzten Derby am 27. Februar gehen beide Mannschaften im Gleichschritt. Einer Niederlage für beide Teams folgten jeweils fünf Siege in Folge.
Vorentscheidend kann der große Showdown im Kopf-an-Kopf-Rennen sein, der direkt am ersten Spieltag der Aufstiegsrunde steigt. Am 24. April empfangen die Rangers den erbitterten Rivalen im Ibrox Park. Gewinnt Celtic und im Anschluss auch das Nachholspiel gegen Inverness können sich die Rangers mit fünf Punkten Rückstand und einer deutlich schlechteren Tordifferenz die dritte Meisterschaft in Folge fast abschminken. Bei jedem anderen Ergebnis befindet sich der Tabellenzweite in jedem Fall immer in Schlagdistanz – was ein spannendes Saisonfinale versprechen würde, in dem keine Prognose abgegeben werden kann, da beide Mannschaften im Anschluss an das Derby noch gegen dieselben Gegner antreten müssen und es so keine Vor- oder Nachteile im Restprogramm gibt.