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[1. Bundesliga 2010/11] Jubel in K'lautern und Wolfsburg, Tristesse bei St. Pauli und Zittern in Bremen

30. April 2011, 10:54 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Mit gleich zwei Partien startete die Bundesliga in die 32. Runde. Dabei lag der Fokus ganz auf dem Abstiegskampf und brachte mit dem 1. FC Kaiserslautern und dem VfL Wolfsburg zwei strahlende Sieger hervor. Auf der anderen Seite wurde der Abstieg des FC St. Pauli wohl besiegelt, während der SV Werder Bremen noch einmal im arge Nöte gerät.

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SV Werder Bremen 0:1 (0:1) VFL Wolfsburg

Eigentlich wähnte man sich an der Weser nach acht Spielen ohne Niederlage schon in ruhigem Fahrwasser, an einem möglichen Abstieg wurde kein Gedanke mehr verschwendet. Mit einem Heimerfolg gegen den VfL Wolfsburg sollte der Klassenerhalt endgültig perfekt gemacht werden – der 50. Geburtstag von Chefcoach Thomas Schaaf am heutigen Tage sollte ganz im Zeichen eines versöhnenden Ende dieser verkorksten Spielzeit stehen. Doch die Gäste aus Niedersachsen machten diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung und gewannen am Ende nicht unverdient mit 1:0.

Die Hausherren besaßen im ausverkauften Weserstadion zwar während der gesamten 90 Minuten ein optisches Übergewicht und hatten die Mehrzahl an Torchancen, doch richtige Hochkaräter waren bei aller Überlegenheit nicht dabei. Es fehlte an Kreativität und einer gewissen Geilheit beim Abschluss. Zu oft versandeten die Angriffe vor dem Strafraum, zu oft mussten Weitschüsse als letzte Alternative herhalten. Wenn wirklich einmal ein Ball bis zum Tor der Gäste durchkam, dann war VfL-Keeper Benaglio, der sich im Laufe des Spiels deutlich zu steigern wusste, zur Stelle. So blieben alle Bemühungen vergebens, am Ende stand bei den Bremern vorne die Null.

Die Spielanlage der Gäste war deutlich defensiver angelegt, aus der kompakten Abwehr versuchte man das Glück mit Kontern – und dies machte man gut. Magath vertraute dabei auf dieselbe Startformation wie am letzten Wochenende, als man gegen den 1. FC Köln mit 4:1 den ersten Erfolg seit seiner Rückkehr erringen könnte. Diego führte klug Regie, die wenigen zielgerichteten Angriffe der Wölfe waren gefährlicher als die der Bremer und hatten dazu mehr Zug. Einen dieser Vorstöße nutzte Riether in der 22. Minute zum einzigen Treffer des Abends. Nachdem Mandzukic auf dem linken Flügel enteilt war, bekam die Bremer Hintermannschaft zweimal den Ball nicht weg, Riether nutzte schließlich den Abpraller von Wiese und traf eiskalt aus vier Metern zur Führung. Im weiteren Spielverlauf gab es durchaus noch die eine oder andere Gelegenheit, das Ergebnis auszubauen. Doch dies wäre dann wohl des Guten zu viel gewesen.

Wolfsburg verlässt mit diesem Sieg erstmal den Relegationsplatz, Magaths Nichtabstiegsmission scheint doch noch zu einem guten Ende zu gelangen. Natürlich reichen die 35 Punkte dazu noch nicht aus, jedoch wurde der Kontakt zu den Mitkonkurrenten hergestellt. Zu denen zählt nun auch wieder die Schaaf-Elf, die mit ihren 38 Zählern auch noch nicht ganz aus dem Schneider ist, was die Relegation anbetrifft, der direkte Abstieg erscheint aber utopisch.

Statistik

Werder Bremen: Wiese – Fritz, Mertesacker, Pasanen, Silvestre – Frings (77. Stevanovic) – Bargfrede (65. Schmidt), Wesley (65. Hunt) – Marin – Pizarro, Arnautovic – Trainer: Schaaf

VfL Wolfsburg: Benaglio – Riether, Kjær, Friedrich, Schäfer – Josué – Polak (52. Madlung), Cicero (66. Hasebe) – Diego (79. Tuncay) – Mandzukic, Grafite – Trainer: Magath

Tor: 0:1 Riether (22.)

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 40.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Frings, Mertesacker / Cicero, Friedrich, Grafite, Mandzukic

1. FC Kaiserslautern 2:0 (1:0) FC St. Pauli

Jubel in der Pfalz! Auch wenn der Abstieg rein rechnerisch noch möglich ist, die Wahrscheinlichkeit, dass der FCK über eine verlorene Relegation noch in die Zweitklassigkeit gehen muss, ist äußerst gering. Die 40 Punkte, die gestern perfekt gemacht wurden, reichen zu einem weiteren Jahr im deutschen Oberhaus.

Vor ausverkauftem Haus und Fritz-Walter-Wetter setzte sich die Kurz-Truppe in einem nur mäßigen Bundesligaspiel verdient mit 2:0 gegen den FC St. Pauli durch. Mann des Abends war Tiffert. Zunächst war der 29-jährige Mittelfeldspieler nach einer Jessen-Flanke von der linken Seite zur Stelle und markierte in der 28. Minute per Kopf die Führung, später lieferte er mit einer Ecke die Vorarbeit zum 2:0-Endstand, den Abel ebenfalls mit einem Kopfstoß erzielte (58.). Das dritte Saisontor und den 13. Assist für Tiffert, der zweifellos die beste Saison in seiner Karriere spielt.

Die arg verletzungsgeplagten Gäste aus Hamburg hielten die Partie lange offen und besaßen im ersten Durchgang durch Asamoah und Kruse auch zwei richtig gute Einschussmöglichkeiten, die FCK-Keeper Trab aber mit starken Reaktionen zunichte machte. Spätestens nach dem zweiten Treffer der Pfälzer aber war das Ding durch und St. Pauli ergab sich in das Schicksal, das nun wieder die zweite Liga heißt. An die theoretisch noch mögliche Rettung, glaubt wohl ernsthaft niemand mehr. Und so müssen die Kiezkicker mit neuen Trainer und wohl einer ziemlich umgekrempelten Mannschaft im kommenden Jahr einen neuen Anlauf in Richtung Bundesliga nehmen.

Statistik

1. FC Kaiserslautern: Trapp – Kirch, Abel, Rodnei, Jessen – Tiffert (86. Bugera), Petsos, Hlousek, de Wit (76. Moravek) – Hoffer (70. Nemec), Lakic – Trainer: Kurz

FC St. Pauli: Pliquett – Lechner, Thorandt, Eger, Gunesch (72. Naki) – Daube (72. Ebbers), Lehmann – Bartels, Takyi (85. Bruns), Kruse – Asamoah – Trainer: Stanislawski

Tore: 1:0 Tiffert (29.), 2:0 Abel (68.)

Schiedsrichter: Perl (Pullach)
Zuschauer: 49.780 (ausverkauft)
Gelbe Karten: – / Thorandt


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