[Premier League 2010/11] Arsenal schlägt Manchester United mit 1:0
1. Mai 2011, 17:00 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Int-Fussball.
Nachdem gestern der FC Chelsea das London-Derby gegen die Tottenham Hotspur mit 2:1 siegreich gestalten und und den Rückstand auf Manchester United auf drei Punkte verkürzen konnte, stand die Elf von Alex Ferguson heute beim FC Arsenal unter Druck. Und United hielt diesem Druck nicht stand. Der FC Arsenal setzte sich dank eines Treffers von Ramsey knapp mit 1:0 und sorgte damit für erhöhte Spannung in der Meisterschaftsfrage.
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| FC Arsenal | 1:0 (0:0) | Manchester United |
Vorgeplänkel
Der eigenen – halbwegs in Ordnung gehenden Konstanz und der Schwäche der Konkurrenz geschuldet – scheint Manchester United auf dem Weg zum 19. Meistertitel. Doch noch ist der Weg bei sechs Zählern Vorsprung nicht ganz frei. Bevor man möglicherweise den Titel des englischen Rekordmeister alleine innehat, gilt es noch zwei dicke Brocken aus dem Weg zu räumen. Am nächsten Wochenende kommt es zum vielleicht entscheidenden Spiel vor heimischer Kulisse gegen den FC Chelsea, heute musste United aber erstmal in London beim FC Arsenal antreten. Die Kanoniere waren allerdings in jüngster Vergangenheit kein echter Stolperstein für die Red Devils, die in den letzten Duellen siebenmal ohne Niederlage blieben und die letzten vier gar allesamt gewinnen konnten. Bei den Gunners, die sich zuletzt aus dem Meisterschaftsrennen verabschiedet haben und selbst noch Punkte für die direkte Qualifikation zur Champions League benötigen, musste Wenger kurzfristig auf Fabregas verzichten. Ferguson stellte bis auf Giggs, den eine leichte Erkältung plagt, seine wohl beste Elf auf.
Arsenal startet furios – die Belohnung bleibt aus
In den Köpfen der Hausherren schien vor ausverkaufter Kulisse die Bedeutung dieser Partie angekommen zu sein. Auch ohne ihren verletzten Regisseur legten sie los wie die Feuerwehr und drängten mit einem irrsinnig hohen Tempo auf eine frühe Führung. Wilshere und Walcott hatten zwei halbgare Möglichkeiten in den ersten zehn Minuten, in denen Arsenal schier unglaubliche 78% Ballbesitz hatte. In der 15. Minute wäre es dann fast passiert, doch Evra klärte kurz vor der Linie in allerhöchster Not vor dem einschussbereiten Walcott.
Es dauerte bis in die 21. Minute, ehe auch von den Gästen ein erstes Lebenszeichen kam – und was für eins. Nani setzte auf dem rechten Flügel Fabio wunderbar in Szene. Der junge Brasilianer zog im Strafraum bis zur Grundlinie und legte den Ball zurück auf Hernandes, doch Sagna konnte gerade noch so dazwischen gehen und Schlimmeres verhindern. Obwohl die Heimmannschaft auch in der Folgezeit den etwas bissigeren und entschlosseneren Eindruck machte, konnte United das Spiel jetzt ausgeglichener gestalten. Den Angriffen Arsenals fehlte es in letzter Konsequenz an Genauigkeit und den zündenden Ideen, vor allem die hohen Flanken von den Seiten waren viel zu harmlos. Dazu erwies sich Uniteds Defensivblock als die bekannt schwer einzunehmende Bastion. Dann half das Glück, als Vidic vor dem einköpfbereiten van Persie eine Flanke von Walcott mit der Hand aus der Gefahrenzone bugsierte und der Pfiff von Schiedsrichter Foy ausblieb. Es hätte zwingend Strafstoß für die Londoner geben müssen. Bis zur Pause passierte dann nicht mehr allzu viel. Anderson prüfte mit einem Schuss noch einmal Szczesny, der aber auf dem Posten war. So ging es torlos in die Kabinen, was eher den Gästen schmeichelte.
Ramsey ist zur Stelle und trifft zum Sieg
Gunners-Coach Wenger war wohl mit der Leistung seines Landsmanns Nasri unzufrieden. Der Franzose kam zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht mehr aus den Katakomben und wurde von Arshavin ersetzt, bei United ließ Ferguson personell alles beim alten. Anders als im ersten Durchgang, gehörte die erste gefährliche Aktion nun den Red Devils. Rooney zwang mit einem indirekten Freistoß aus über 20 Metern Szczesny zu einer Parade. Arsenal antwortete in Person von Sagna, der aus ähnlicher Entfernung flach abzog und das Tor nur knapp verfehlte.
Gerade als sich die Gäste so richtig in die Partie hineinzufinden schienen und wirklich etwas für ihre eigene Offensive taten, schlug Arsenal zu. Van Persie bat rechts im Strafraum zum Tanz und schien fast schon den richtigen Zeitpunkt zum Abspielen verpasst zu haben, da sah er den heraneilenden Ramsey, der direkt abzog und den Ball flach im linken Eck unterbrachte (56.). Der Jubel bei dem jungen Waliser war genau wie im weiten Rund natürlich riesengroß. Vier Minuten später hatte Vidic nach einer Ecke per Kopf die Chance zum Ausgleich, doch er setzte den Ball rechts am Arsenal-Kasten vorbei.
Eine halbe Stunde vor dem Ende hatten sich nun die Vorzeichen geändert, nun musste United noch mehr machen, zugleich wurde das Match auch etwas hektischer und härter. Wirklich gefährliche Szenen blieben die beiden Strafraum aber erst einmal aus. Dann hatte erneut Rooney mit einem ruhenden Ball die Möglichkeit das Ergebnis gleichzustellen. Ramsey hatte den Ball genau auf der Strafraumgrenze mit der Hand gespielt, der Schiedsrichter entschied aber nur auf Freistoß – dieses Mal hatte Arsenal Glück. Wie zu Beginn der zweiten Halbzeit scheiterte aber Rooney erneut an Szczesny. Und United blieb weiterhin am Drücker, jetzt fand Nani seinen Meister in dem jungen Keeper der Hausherren. Auf der Gegenseite sorgte van Persie mal kurzzeitig für etwas Entlastung, sein Versuch landete am Außennetz.
Die Schlussphase begann und Arsenal nutzte jetzt besser die sich bietenden Räume, aber wie schon zu Beginn des Spiels, fehlte es den Vorstößen an der letzten Präzision. Von den Rängen taten die Fans ihr Bestes, sie peitschten ihre Gunners lautstark nach vorne und bejubelten jeden geglückten Ballgewinn – nervenaufreibende Spannung hielt die Arena in ihrem Bann. Hoppla, noch einmal Glück für die Gastgeber. Der gerade eingewechselte Owen kam im Strafraum zu Fall – und wieder blieb der Pfiff aus. Es hatte durchaus eine leichte Berührung von Clichy Berührung vorgelegen.
Die Nachspielzeit wurde auf vier Minuten angesetzt. Sollte den Gästen, die ja bekannt dafür später Tore sind, noch etwas Zählbares gelingen? Nein, es blieb bei den knappen Vorsprung für die Gastgeber, über den sich wohl der FC Chelsea am meisten freut – der Titelkampf ist wieder offen. Alle Augen richten sich nun am nächsten Sonntag auf das Gipfeltreffen im Old Trafford, wo Manchester United den ärgsten Verfolger empfängt.
Statistik
Arsenal: Szczesny – Sagna, Koscielny, Djourou (69. Squillaci), Clichy – A Song, Wilshere – Ramsey, Nasri (46. Arshavin), Walcott (79. Eboue) – van Persie – Trainer: Wenger
Manchester United: van der Sar – Evra, Ferdinand, Vidic, Fabio Da Silva – Anderson (55. Valencia), Park Ji-Sung, Carrick (85. Owen), Nani – Rooney, Hernandez (74. Berbatov) – Trainer: Ferguson
Tore: 1:0 Ramsey (56.)
Schiedsrichter: Chris Foy
Zuschauer: 60.107 im ausverkauften Emirates Stadium
Gelbe Karten: Song, Ramsey / Rooney, Park, Fabio
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