[MAG-Bundesligavorschau 2011/12] Hertha BSC Berlin - die Hauptstadt ist wieder erstklassig
29. Juli 2011, 09:52 geschrieben von SchalkerKreisel, abgelegt unter Deutscher-Fussball.
Heute in der MAG-Saisonvorschau: Hertha BSC Berlin. Nach Überraschungsabstieg folgte eine grandiose Aufstiegssaison, was kommt nun?
Hertha BSC Berlin
Ein kurzer Rückblick
In der Saison 2009/10 mehr oder weniger überraschend abgestiegen, klopfen die Hauptstädter wieder an die Pforte der ersten Liga. Der Abstieg wurde lange Zeit für nicht möglich gehalten, da die Mannschaft zu stark und die Qualität einfach zu hoch sei, um abzusteigen. In Berlin wurde man dann doch eines besseren belehrt, mit nur 24 Punkten wurde man damals abgeschlagen Letzter.
Nach dem Schock des Abstiegs folgte eine fast perfekte Saison in der zweiten Bundesliga. Wo man das Jahr vorher noch abgeschlagen war, marschierte man diesmal vorne weg. Mit 74 Punkten lag man sogar nur einen Punkt unter der Rekordmarke von Hannover 96 aus der Saison 2001/02. Nicht nur die Abwehr, welche mit 28 Gegentoren die zweitbeste war, sondern auch der überragende Angriff mit 69 Toren, zeigen die Überlegenheit der Haupstädter. So ist es nicht verwunderlich, dass man bereits lange vor Saisonende als Aufsteiger feststand.
Spielerabgänge
In Berlin gelang es fast die ganze Aufstiegsmannschaft zu halten. Zwar verließen einige Spieler die Hauptstadt, doch der harte Kern der ersten Elf wurde fast vollständig gehalten. Einzig Valeri Domovchiyski, mit 20 Einsätzen in der letzten Spielzeit, wurde verkauft, um finanziell neuen Spielraum für Verstärkungen zu erhalten.
Der Rekordspieler der Hertha, Pal Dardai, verließ die Mannschaft, wobei das auch nicht ganz korrekt ist. Er wurde zwar im Spiel gegen den FC Augsburg verabschiedet, aber dies war auch letzte Saison schon sein einziger Einsatz für die erste Mannschaft. Dardai wird wie bereits letzte Saison wohl weiterhin für die zweite Mannschaft der Hertha spielen.
Ansonsten wurden mit Lennart Hartmann und Sascha Bigalke nur zwei Nachwuchsspieler abgegeben, verliehen wurden zudem Daniel Beichler und Marvin Knoll.
Neuzugänge
Der ohnehin schon erstligareife Kader von Trainer Markus Babbel wurde gezielt mit ablösefreien Spielern verstärkt. So hat man den Stürmer Tunay Torun vom Hamburger SV geholt, der zwar nur zwei Tore in 27 Spielen für den HSV erzielt hat, mit seinen 21 Jahren aber auch noch Luft nach oben hat und zumindest als Einwechsel- oder Ergänzungsspieler eine sehr gute Wahl sein dürfte. Hinzu kommen die beiden ehemaligen Bayern-Spieler Thomas Kraft und Andreas Ottl. Thomas Kraft hat es bereits geschafft, zur neuen Nr. 1 im Tor der Herthaner zu werden und auch Abwehrspieler Andreas Ottl darf sich berechtigte Hoffnungen auf einen Stammplatz machen. Das Quartett der Neuzugänge wird komplettiert durch den Ex-Frankfurter Maik Franz. Iron Maik, wie er auch genannt wird, hat zwar einen relativ schlechten Ruf, dabei ist er mit seiner harten und kompromisslosen, aber nicht unbedingt unfairen Art, immer gut bei den Fans angekommen. Wenn er nach der Genesung seines Mittelfußbruches, den er in der Schlussphase der letzten Saison erlitten hat, vollständig genesen ist, wird er sicherlich ein gewichtiges Wörtchen um einen Stammplatz mitreden.
Zu- und Abgänge
Zugänge: Tunay Torun (Hamburger SV), Thomas Kraft (Bayern München), Marco Djuricin (Hertha BSC II), Abu Bakarr Kargbo (Hertha BSC II), Kaka (Sporting Braga), John Anthony Brooks (Hertha BSC II), Andreas Ottl (Bayern München), Maik Franz (Eintracht Frankfurt)
Abgänge: Pal Dardai (Hertha BSC II), Marco Sejna (Hertha BSC II), Lennart Hartmann (Alemannia Aachen), Daniel Beichler (Leihe an MSV Duisburg), Valeri Domovchiyski (MSV Duisburg), Marvin Knoll (Leihe an Dynamo Dresden), Sascha Bigalke (SpVgg Unterhaching)
Vorbereitungsphase
Die Vorbereitung der Berliner lief nicht unbedingt perfekt, zwar gewann man die ersten beiden Trainingsspiele gegen den SV Amtzell und die TSV Kottern, jedoch sollten diese beiden Gegner auch kein Maßstab für einen Bundesligisten sein. Anschließend verlor man jedoch die Testspiele gegen die Schweizer Erstligisten Young Boys Bern, Grasshopper Zürich und den FC Basel. Die Niederlagen kann man zum Teil sicherlich auf die Frühphase der Vorbereitung zurückführen, allerdings sprechen 2:9 Tore auch eine relativ eindeutige Sprache. Immerhin gelang anschließend noch ein Sieg gegen die Israelis von Hapoel Tel Aviv und ein Unentschieden gegen den Viertplatzierten der tschechischen Liga Sigma Olmütz. Nicht nur für die Fans dürfte das Testspiel gegen Real Madrid im heimischen Olympiastadion ein Highlight der Vorbereitung gewesen sein. Das Spiel ging nach einer 1:0-Führng für die Berliner doch noch mit 3:1 für die Königlichen aus.
Auch von leichten Verletzungen blieb der Kader von Markus Babbel nicht verschont. Der Youngster Nico Schulz brachte aus seinem Türkei-Urlaub das Pfeiffersche Drüsenfieber mit und verpasste daher beide Trainingslager der Mannschaft. Er wird einige Wochen brauchen, diesen Rückstand wieder aufzuholen und eventuell Einsatzzeiten zu bekommen. Adrián Ramos kam von der Copa America mit einer Fingerentzündung zurück, die sich verschlimmerte, sodass es nötig war, eine OP an der Hand vorzunehmen. Ob er es schafft, rechtzeitig zum ersten Pflichtspiel der Saison einsatzbereit zu werden, ist bisher noch fraglich.
So könnte die Hertha-Startelf in dieser Saison aussehen:
Kraft – Lell, Hubnik/Franz, Mijatovic, Kobiaschwili – Ottl, Niemeyer – Ebert, Raffael/Ramos, Torun/Ramos – Lasogga
Die Saisonprognose
Aufgrund der eingespielten Mannschaft, die nur punktuell verstärkt wurde und des bereits vorher erstligatauglichen Kaders, wird Berlin in dieser Saison die Klasse halten. Hertha BSC Berlin sollte es schaffen, dem Abstieg zu entgehen und einen Platz zwischen 13 und 16 zu belegen.
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