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[MAG-Bundesligavorschau 2011/12] 1899 Hoffenheim - Raus aus dem Mittelmaß?

5. August 2011, 10:36 geschrieben von KKE, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

In unser heutigen Saisonvorschau wird das Augenmerk auf 1899 Hoffenheim gerichtet. Der Klub sucht nach dem Aufstieg 2009/10 und der anschließend überragenden Hinrunde weiter nach der damaligenForm, um dem Mittelmaß zu entspringen. Alle Hoffnungen liegen dabei auf Neutrainer Holger Stanislawski.



TSG 1899 Hoffenheim


Rückblick – wiederholtes Mittelmaß

Eine Saison zum Vergessen ist vergangen. So stand Hoffenheim zwar trotz Eduardo-Abgang bereits nach einem Spieltag nach einem beeindruckenden 4:1 gegen Bremen an der Tabellenspitze, doch in der Folgezeit rutschten die Kraichgauer immer weiter in der Tabelle ab. Als dann in der Winterpause neben dem wechselwilligen Demba Ba (West Ham) auch noch Luiz Gustavo an Bayern München verkauft wurde, schmiss Coach Rangnick frustriert das Handtuch. Die Trainerleitung übernahm ab da Co-Trainer Marco Pezzaiuoli. Obwohl der Abwärtstrend gestoppt werden konnte, spielte Hoffenheim unter Pezzaiuoli nur noch im Mittelmaß mit (Platz 11), was die Verantwortlichen nicht zufrieden stellte und zu dem Schritt bewog, den Hamburger Stanislawski vom Absteiger St. Pauli zu verpflichten. Immerhin ein positives Erlebnis sollte mit in die neue Saison genommen werden: Hoffenheim war das einzige Bundesliga-Team, welches den direkten Vergleich gegen Meister Dortmund gewonnen hatte (1:1; 1:0).

Hoffnungsträger: Holger Stanislawski /Foto: www.zaunsturm1905.de

Personalien

Trotz der vielen prominenten Abgänge in der letzten Saison und des nur durchschnittlichen Abschneiden in Deutschlands Spitzenklasse wurden entgegen dem weit verbreiteten Ruf des Mäzen-Klubs keine großen Neuverpflichtungen getätigt. Hopp hatte zuletzt auch vermehrt angedeutet, dass Hoffenheim auf eigenen Beinen stehen solle.

Wie bereits in den letzten Saisons bedient sich der Klub bei deutschen Vereinen an jungen deutschen Talenten, die es in ihren Ex-Klubs noch nicht zum Durchbruch geschafft hatten. Nach Rudy im letzten Jahr, folgt in diesem Jahr auch vom VfB Stuttgart das Sturmtalent Sven Schipplock. Dazu gesellt sich Außenverteidiger Fabian Johnson vom VfL Wolfsburg. Während Johnson sich auf der linken Seite Stammplatzchancen ausrechnen darf, wird Schipplock wohl noch nicht ohne anderen Ausfall in die Stammformation rücken, allerdings ist anzunehmen, dass er näher an der ersten Elf steht, als er es bei Stuttgart getan hätte nach der Rückkehr von Schieber. Der vermeintliche Königstransfer unter den Spielern ist wohl Knowledge Musona, der für ca. 1,5 Millionen € aus der ersten südafrikanischen Liga geholt wurde. Mit ihm wird man sicherlich aber noch Geduld haben müssen, zumal er erst jetzt zur Mannschaft stoßen wird, da das Visum erst jetzt ausgestellt werden konnte.

Neben den ausgeliehenen Rückkehren Wellington, Tagoe und Zuculini wurde auch das erst 17-jährige österreichische Sturmtalent Gregoritsch unter Hoffenheims Fittiche genommen. In der kommenden Saison wird er allerdings noch für seinen zukünftigen Ex-Klub SV Kapfenberg Tore schießen, da man sich zusätzlich auf eine einjährige Ausleihe geeinigt hatte.

Schwerer zu verkraften wird allerdings der Abgang von David Alaba sein, der trotz des Bemühen seitens Hoffenheim nach seinem halbjährigen Intermezzo zu Bayern zurückkehrt.

Wichtigster Neuzugang ist sicherlich der Trainer Holger Stanislawski. Der sympathische Teamchef kam vom Kiezklub, bei dem er nicht das Spielermaterial vorfand, um die Klasse zu halten. Im Vorjahr brachte er es immerhin fertig, mit seinem Trainerteam St. Pauli in die erste Liga zu hieven. Doch als sich andeutete, dass das Wunder – der Ligaverbleib – ausbleiben würde, nahm er das Angebot Hoffenheims an, um sich weiterzuentwickeln. Es erinnert ein wenig an den Wechsel von Jürgen Klopp, der damals den Wechsel vom möglichen Aufstieg mit Mainz abhängig machte. Unter Stani soll Hoffenheim endlich wieder in die Erfolgsspur zurückfinden und in ein besseres Licht gerückt werden als zuletzt.

Zu- und Abgänge

Zugänge: Schipplock (VfB Stuttgart II), Casteels (KRC Genk), Johnson (VfL Wolfsburg), Gregoritsch (SV Kapfenberg), Musona (Kaizer Chiefs), Kaiser, Vestergraard, Thomalla (alle TSG 1899 Hoffenheim II), Wellington (Figueirense Futebol Clube, war ausgeliehen), Tagoe (Partizan Belgrad , war ausgeliehen), Zucculini (Racing Club de Avellaneda, war ausgeliehen)

Abgänge: Özcan (FC Ingolstadt 04), Gregoritsch (SV Kapfenberg, ausgeliehen), Grahl (SC Paderborn 07, ausgeliehen), Raitala (CA Osasuna, ausgeliehen), Alaba (FC Bayern München, war ausgeliehen)

Vorbereitungsphase – trügerische Testspiele?

Die Saisonvorbereitung verlief überwiegend positiv. Unbesiegt in den Testspielen blickt Hoffenheim dem Saisonstart entgegen. Vorsicht ist dennoch geboten, denn im Pokal wurde nur mit Müh und Not eine Blamage verhindert, Hoffenheim konnte nur nach Verlängerung gegen TSV Germania Windeck einen 3:1-Sieg herausspielen.

Tom Starke soll auch in dieser Saison an seine gute letzte Saison anknüpfen/Foto: www.zaunsturm1905.de

Einen weiteren Schock musste Hoffenheim zudem kurz vor Saisonstart hinnehmen. Leistungsträger Ibisevic verletzte sich im Training, erst jetzt wurde die Schwere der Verletzung erkannt: voraussichtlich acht Wochen wird der Vollblutstürmer aussetzen müssen. Immerhin ist das Angebot im Sturm in dieser Saison ausgesprochen luxuriös, sodass der Ausfall gleich für mehrere Reservisten die Chance bietet, sich in das Team zu spielen. Im Pokal hatte bereits Neuzugang Schipplock die Möglichkeit, sich für den Bundesliga-Auftakt zu empfehlen. Aber auch Prince Tagoe empfahl sich in den Testspielen als zuverlässige Alternative.
Weiter fällt zurzeit Sigurdsson aus, Hoffenheims Torgarant der letzten Saison laborierte an Knieproblemen und wird sich erst zum Ligastart für die erste Elf empfehlen können. Dabei hat er nun auch starke Konkurrenz durch den am Saisonende und in der Vorbereitung herausragenden Firmino, der für die ersten Spiele sicherlich einen Stammplatz inne haben wird.

Die nominelle Stammelf der kommenden Saison dürfte folgendermaßen aussehen:
Starke – Beck, Vorsah, Jaissle, Braafheid – Rudy, Salihovic – Obasi, Firmino/Sigurdsson, Babel – Ibisevic

Saisonziel und -prognose

Im Großen und Ganzen bleibt das Team des letzten Jahres zusammen, auch die zurückkehrenden Spieler kennen das Team bereits gut, sodass davon auszugehen ist, dass Hoffenheim mit einer eingespielten Mannschaft in die Saison gehen kann. Im letzten Jahr reichte es mit dem Team allerdings auch nicht zu höheren Plätzen, daher wird die Zielsetzung einer besseren Platzierung als in den letzten beiden Jahren (Platz 11) eine ambitionierte Aufgabe sein.

Prognose: 8-12


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