[1. Bundesliga 2011/12] Hertha überrumpelt Meisterform-losen BVB
10. September 2011, 18:55 geschrieben von KKE, abgelegt unter Deutscher-Fussball.
Aufsteiger Hertha BSC Berlin führt seine Auswärtsserie fort und beendet damit die aktuell längste saisonübergreifende Heimserie aller Bundesliga-Teams von Borussia Dortmund.
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| Borussia Dortmund | 1:2 (0:0) | Hertha BSC Berlin |
Aufeinandertreffen zweier gegensätzlicher Erfolgsserien
Für Bundesliga-Aufsteiger Berlin kam es am 5. Spieltag gleich zu einer knüppeldicken Herausforderung beim Meister aus Dortmund. Doch im Gepäck brachte die Hertha auch eine beeindruckende Auswärtsserie mit, im Jahr 2011 sind die Berliner immerhin noch unbesiegt (neun Siege, vier Remis). Auf der Gegenseite hielten die Borussen den Rekord für die meisten Heimsiege in Serie (Sechs), sowie die längste Heimserie ohne Niederlage (18 Spiele).
Doch angesichts dieser Statistiken erhöhte Erwartungen wurden in der ersten Halbzeit jäh gestoppt. Diese verlief ziemlich ereignislos. Neben einigen Alibi-Chancen ohne jede Torgefahr, kam Torun in der 16. Minute zu einem gefährlichen Abschluss von der Strafraumkante, der das Tor von Roman Weidenfeller rechts knapp verfehlte. Zwei Minuten später tat es ihm Kagawa gleich und verfehlte ebenfalls knapp rechts.
Schon früh sah man, dass den spielbestimmenden Dortmundern die Ideen fehlten, die Abwehrreihe der Herthaner zu überlisten. So musste schließlich ein Freistoß von Gündogan herhalten, um ernsthafte Gefahr zu sorgen, doch Kraft reagierte klasse und parierte zum Eckstoß. Mit zunehmender Spielzeit kippte das Spiel in der ersten Halbzeit mehr und mehr auf die Dortmunder Seite. Sven Bender nahm die herrschende Ideenlosigkeit zum Anlass für einen Schuss aus der dritten Reihe, der knapp über das Tor strich. Zur besten Chance kam Großkreutz in der 41. Minute, doch Kraft parierte und der Nachschuss verfehlte das Tor. Folglich ging es torlos in die Halbzeitpause.
Hertha bestraft Dortmunds Spielweise hart
Zur zweiten Halbzeit kam Toni da Silva für Gündogan, was dem fehlenden Spielwitz und der fehlenden Schnelligkeit im Spiel von Dortmund allerdings nur wenig weiterhelfen konnte.
Bereits in der 49. Minute kam es wie es kommen musste. Raffael setzte zu einem Sololauf an, konnte den Grätschen und Zweikampfversuchen der Dortmunder Abwehrreihe ausweichen und wurde lediglich vom parierenden Weidenfeller gestoppt, der den Ball allerdings nicht aus der Gefahrenzone bringen konnte, sodass Raffael im Nachschuss ohne Probleme zur Führung einschießen konnte.
Der Rückstand hätte den deutschen Meister wecken müssen, doch weiter wurde ein für Dortmunder Verhältnisse sehr langsames Spiel aufgezogen ohne jegliche Überraschungsmomente. Sobald ein wichtiger Pass an stand, wurde dieser vom Gegner abgefangen und Dortmund lief so mehrmals in gefährliche Konter, was das Spiel zumindest etwas offener machte.
Nur wenige Minuten nach der Führung wurde Raffael sträflich allein gelassen und konnte zum Glück der Dortmunder eine Flanke nur an die Latte setzen.
Dortmund wurde tätig, der eingwechselte Perisic verfehlte das Tor nach einer guten Kagawa-Vorlage, Sven Bender setzte einen Fernschuss an die Latte. Durch die offensivere Ausrichtung boten sich den Herthanern nun mehrere Kontermöglichkeiten, abermals traf Raffael nur das Aluminium, als er einen Schuss, nur an den Pfosten setzte. Zu diesem Zeitpunkt hätte Berlin bereits höher führen können und die Dortmunder konnten sich im Glück wähnen.
Wenige Minuten später traf dann jedoch Niemeyer zur vermeintlich entscheidenden 2:0-Führung, als er im Durcheinander nach einer Ecke die Übersicht behielt.
Doch Dortmund schaltete nun auf Turbo und brachte Berlin in der Schlussphase noch einmal stark unter Druck. Nach mehreren Fehlversuchen, konnte schließlich Lewandowski einen Freistoß per Kopfball zum Anschlusstreffer verwerten (88. ). Weil das Herthaner Zeitspiel sich fast durch die gesamte zweite Hälfte zog, wurden vier Minuten Nachspielzeit draufgelegt, die die Berliner noch kurz in arge Bedrängnis bringen sollte. Nachdem Piszcek eine Flanke nicht richtig erwischte und in der 92. Minute der Ausgleich in der Luft stand, konnte Hertha das Ergebnis über die Zeit bringen.
Dortmund sucht seine Form, Hertha am Optimum?
Nach fünf Spielen steht fest, dass Dortmund noch einiges zulegen muss, damit sie im Titelkampf auch nur ein Wörtchen mitreden dürfen. Die Form aus dem Spiel gegen den HSV konnte nicht gehalten werden und seitdem läuft es bei Dortmund nicht mehr richtig rund. Ob es nach der Rückkehr des gesperrten Götze bzw. verletzten Barrios direkt besser laufen wird, darf aktuell sicherlich auch bezweifelt werden.
Für Berlin hätte der Liga-Start nicht viel besser laufen können nach der zuletzt gezeigten Leistungssteigerung und steht nach diesem Spieltag auf jeden Fall in der oberen Tabellenhälfte, was nach dem Aufstieg so sicherlich nicht erwartet werden konnte. Ob es für mehr reicht, ist allerdings angesichts der zwei Punkte aus den ersten drei Spielen fraglich.
Statistik
BVB: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer – S. Bender (ab 73. Zidan), Gündogan (ab 46., da Silva) – Blaszczykowski (ab 58., Perisic), Kagawa, Großkreutz – Lewandowski
Hertha: Kraft – Lell, Hubnik, Mijatovic, Kobiashvili – Niemeyer, Ottl – Ebert (ab 83., Ben-Hatira), Raffael (ab 87., Lustenberger), Torun (ab 58., Rukavytsya) – Ramos
Tore: 0:1 Raffael (49.), 0:2 Niemeyer (81.), 1:2 Lewandowski (88.)
Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)
Zuschauer: 80.720 (ausverkauft)
Gelb: Lewandowski – Hubnik, Lell, Ramos
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Zitat:Ob es für mehr reicht, ist allerdings angesichts der zwei Punkte aus den ersten drei Spielen fraglich.
Interessante Sichtweise insbesondere wenn der Gegner nach dem 5 Spieltag selbst hinter diesem steht, was soll das im Umkehrschluss heißen das Dortmund um den Abstieg spielt?
— Joel Sep 10, 20:55 #