[Champions League 2011/12] Ballack steht im Mittelpunkt bei Bayers 0:2-Pleite an der Stamford Bridge
14. September 2011, 11:15 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Int-Fussball.
Bayer 04 Leverkusen feierte nach sechs Jahren Abstinenz die Rückkehr in die Champions League, Michael Ballack die seine an alter Wirkungsstätte. Während es für Ballack ein emotionsgeladener Abend mit bleibenden Erinnerungen wurde, zahlte der Bundesligist gegen den Londoner Nobelclub Lehrgeld.
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| FC Chelsea | 2:0 (0:0) | Bayer 04 Leverkusen |
Beim ersten Auftritt in der Königsklasse seit 2005 sah es lange Zeit so aus, als könnte Bayer 04 Leverkusen etwas Zählbares aus der englischen Hauptstadt mit nach Hause nehmen. Am Ende reichte es dann doch nicht, die Werkself musste sich mit 0:2 dem favorisierten FC Chelsea geschlagen geben.
Bayer hält zur Pause ein torloses Remis
Obwohl beide Teams noch nie gegeneinander angetreten waren, begann die Partie an der lange nicht ausverkauften Bridge ohne Abtasten. Bereits nach 63 Sekunden verfehlte Torres das Leverkusener Gehäuse bei einem Schuss mit dem Rücken zum Tor selbiges nur ganz knapp. In Minute drei wurde der Dutt-Elf, die gleich von Beginn an zeigte, dass sie sich hier nicht verstecken will, ein Treffer aberkannt. Toprak hatte sich nach einer Ecke bei einem Gegenspieler aufgestützt. In Minute vier gab es ein ähnliches Szenario auf der Gegenseite. Ein Treffer von Meireles wurde aberkannt, weil der Portugiese beim Zuspiel von Torres im Abseits stand.
Im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs gelang dem Bundesligisten in der Offensive nicht mehr allzu viel. Man schaffte es zwar, gut gegen den Ball zu arbeiten und die Räume eng zu machen, musste aber auch einige Chancen der Blues zulassen. Doch wie auch in der Bundesliga konnte sich Stuttgart-Leihgabe Leno auch auf internationaler Ebene auszeichnen. Der junge Keeper zeigte eine fehlerlos Leistung und hielt alles, was in seine Richtung kam.
Ballack geht – Chelsea trifft
Nach Wiederanpfiff entwickelte sich zunächst ein Duell auf Augenhöhe, bei dem allerdings gefährliche Torszenen ausblieben. Dies änderte sich erst wieder nach knapp einer Stunde. Das erste Ausrufezeichen im zweiten Abschnitt setzte Bayer. Nach einem guten Zuspiel von Schürrle tauchte Ballack plötzlich vor Cech auf, der Schlussmann der Londoner blieb Sieger (57.). Schade, das war die große Chance für den Bundesligisten, um hier in Führung zu gehen. Die nächste Gelegenheit hatte Schürrle, doch sein Schuss hatte nicht genügend Dampf und war zu unplatziert, kein Problem für Cech. Auf der Gegenseite entschärfte Leno mit einer Glanzparade einen Schuss von Sturrige (63.), dann begann die Zeit des Wechselns.
Zunächst schickte Chelseas Villas-Boas, dessen Startformation doch einige Überraschungen bot, Lampard und Anelka auf den Platz, um dem Angriffsspiel seiner Mannschaft neue Impulse und etwas mehr Struktur zu geben. Bayer-Coach Dutt reagierte auf diese Maßnahme, holte zur Überraschung vieler Ballack vom Feld und ersetzte ihn durch Renato Augusto. Ballack hatte bis dahin an alter Heimstätte einen wirklich guten Job gemacht, war präsent, zweikampfstark und lauffreudig. Ballack, der vor der Partie offiziell verabschiedet und vom ganzen Stadion gefeiert wurde, hatte noch nicht einmal seine Jacke übergestreift und auf der Bank Platz genommen, da traf Chelsea zur Führung. Luiz zog unwiderstehlich aus der eigenen Hälfte in Richtung Bayer-Strafraum und legte den Ball hinaus auf die linke Seite zu Cole. Der – wie immer – äußerst offensive Flügelspieler passte in die Mitte zu Torres, der ließ nur abtropfen – Luiz kam herangerauscht und drosch die Kugel flach mit Effet ins lange Eck (67.). So sehr sich Leno auch streckte, diesmal war er ohne Abwehrchance.
Gut 25 Minuten hatte Bayer noch Zeit. Doch bei allem Bemühen, den Leverkusener Aktionen fehlte es weiterhin an Power, Esprit und Genauigkeit, dazu kamen nachlassende Kräfte. So wurden einige ansehnliche Kontergelegenheiten leichtfertig liegen gelassen und viele Angriffe versandeten nach Missverständnissen und Ballverlusten bereits im Mittelfeld. Am Ende kam, was kommen musste. Chelsea machte in der Nachspielzeit den Sack zu. Torres gewann einen Zweikampf gegen Reinartz und legte zurück auf den mitgelaufenen Mata, der aus circa acht Metern nur noch einzuschieben brauchte (90.+ 3). Dann pfiff der gute französische Schiedsrichter die Partie ab, die mit den Blues einen gerechten Sieger gefunden hatte.
Einen Gewinner gab es auf Seiten des Bundesligisten auf jeden Fall: Michael Ballack. Der ehemalige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, der mit dem FC Chelsea einmal Meister, dreimal FC-Cupsieger und Finalist der Champions League war, genoss nach frustrierenden Monaten die ihm entgegengebrachte Wertschätzung und Sympathie. Die Stamford Bridge feierte ihn als einen der ihren und auch seine ehemaligen Mitspieler ließen erkennen, dass er in London einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Diesen Abend wird der 34-Jährige sicherlich nicht vergessen.
Statistik
FC Chelsea: Cech – Bosingwa, David Luiz (76. Alex), Ivanovic, Cole – Malouda, Mikel, Raul Meireles (64. Lampard) – Sturridge (64. Anelka), Torres, Mata – Trainer: Villas-Boas
Bayer Leverkusen: Leno – Castro, Reinartz, Toprak, Kadlec – Bender (80. Balitsch), Rolfes – Sam (73. Derdiyok), Ballack (66. Renato Augusto), Schürrle – Kießling – Trainer: Dutt
Tore: 1:0 David Luiz (67.), 2:0 Mata (90.+3)
Schiedsrichter: Lannoy (Frankreich)
Zuschauer: 33.820 in der Stamford Bridge
Gelbe Karten: David Luiz, Torres / Bender, Castro, Derdiyok
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