[1. Bundesliga 2011/12] Kämpferische Borussen ringen Bremen nieder
15. Oktober 2011, 00:55 geschrieben von KKE, abgelegt unter Deutscher-Fussball.
Zum Auftakt des 9. Spieltages muss Bremen einen herben Dämpfer nach einem dominierten Spiel hinnehmen. Den Nackenschlag verpasst ausgerechnet ein Ex-Bremer.
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| SV Werder Bremen | 0:2 (0:1) | Borussia Dortmund |
Zwei Startelf-Comebacks
Zum Start des 9. Spieltags am Freitagabend begrüßten die Bremer im Weserstadion Borussia Dortmund. Bremen, in der Liga gut gestartet, stolperte am letzten Spieltag und musste u.a. aufgrund von Rotsperren die Startelf umbauen. Mielitz vertrat weiter den noch gesperrten Tim Wiese, Rosenberg rückte für Rot-Sünder Arnautovic in die erste Elf. Für Prödl und Ignjovski spielten Schmitz und Naldo, der damit sein Startelf-Comeback nach seiner langen Verletzungspause gab.
Auf Seiten des BVB gab es ebenfalls drei Änderungen. Subotic und Großkreutz kehrten in die Startelf zurück für Santana und Blaszczykowski. Unverhofft kam auch Patrick Owomoyela gegen seinen Ex-Klub zum Einsatz, da Piszczek wegen einer leichten Verletzung nicht zur Verfügung stand.
Perisic bestraft Bremen
Abwechslungsreich gestaltete sich der Beginn der ersten Hälfte, ohne das wirklich gefährliche Chancen erspielt wurden. Die ersten erwähnenswerten Möglichkeiten konnten erst Mitte der ersten Halbzeit herausgespielt werden. Zunächst war es Löwe, der aus 20 Metern Mielitz zur Faustabwehr zwang. Auf der Gegenseite verpasste für die optisch leicht überlegenen Bremer Rosenberg knapp das Tor und wenig später konnte er eine Flanke auf Pizarro spielen, der freistehend zum Torabschluss kam und nur durch eine Kombination von Hummels und Weidenfeller die Führung der Hanseaten verpasste.
In der Folge konnte Bremen die Überlegenheit auch in Chancen ummünzen, doch weder eine Eins-gegen-Eins-Situation von Rosenberg gegen Weidenfeller noch ein nach einem Durcheinander im Dortmunder Strafraum gefährlich auf die Torlinie trudelnder Ball führten zum Torerfolg.
Wie so oft im Fußball, wurde das Auslassen der Torchancen kurz vorm Halbzeitpfiff jäh bestraft. Lewandowski konnte abermals stark einen Ball behaupten und ihn auf den freistehenden Bender weiterleiten, der wiederum Probleme bei der Ballannahme hatte, aber noch weiter auf Perisic ablegen konnte. Nach einem Übersteiger verwandelte Perisic trocken unter die Latte in der kurzen Ecke zum 0:1. Mit diesem Spielstand ging es auch in die Kabinen.
Owomoyela macht den Deckel drauf
Der zweite Durchlauf begann abermals mit einem Paukenschlag von Perisic, diesmal allerdings einem der negativen Art. Nachdem Perisic zuvor schon mehrmals negativ auffiel, grätschte er vor dem Strafraum Sokratis um. Schiedsrichter Florian Meyer zeigte dem bereits zuvor gelb verwarnten Kroaten zu Recht die gelb-rote Karte. Damit war der Verlauf für die gesamte zweite Halbzeit fest vorgegeben.
Bremen konnte nun immer wieder ein Power-Play aufziehen und die Borussen verteidigten die knappe 1:0-Führung mit Mann und Maus und beschränkten sich auf wenige Konterangriffe. Bremen tat sich mit dieser Situation sichtlich schwer und scheiterte immer wieder am Abschluss oder an Abseitsstellungen, wie zum Beispiel Hunt, der nach einer knappen Stunde zum vermeintlichen Ausgleich traf.
In der 66. Minute lag der Ausgleich dann abermals in der Luft. Owomoyela fälschte in dem Durcheinander im Strafraum einen Schuss von Schmitz ab, der an die Latte knallte. Bremen zwang den BVB fast ausschließlich in die Defensive, ein Befreiungsschlag gelang Lewandowski, der bei einem der sehr rar gesäten Konter mit einem etwas unglücklichen Abschluss zumindest eine Ecke herausholen konnte. (71.)
Wenige Sekunden später lag sich vermutlich halb Dortmund in den Armen. Die Ecke konnte nicht richtig geklärt werden, mehrere Schussversuche brauchte es, bevor Hummels mit einem etwas verunglückten Fallrückzieher den frei vor dem Tor aufgetauchten Owomoyela als Anspielpartner fand. Aus wenigen Metern stellte dies keine Prüfung mehr da und Owomoyela krönte sein zwischenzeitlich durchwachsenes Spiel bei seinem Startelfcomeback mit einem Tor gegen seinen Ex-Klub.
Schaaf wollte das Spiel nicht verloren geben und reagierte mit einem offensiven Wechsel (Wagner für Wolf). Zwar konnte Bremen in den letzten 20 Minuten weiter das gewohnte Powerplay der zweiten Halbzeit führen, doch die kämpferischen Dortmunder konnten alle weiteren Schussversuche abwehren. Owomoyela hatte mit seinem Tor wohl den letzten Nadelstich setzen können, sodass den anrennenden Werderanern sicherlich auch ein Stück weit der Glaube fehlte bei den sich noch bietenden Möglichkeiten.
Am Ende wurde die hohe kämpferische Abwehrleistung des BVB belohnt und Bremen muss sich vorwerfen lassen die nötige Kreativität beim Ausspielen der Chancen vermissen gelassen zu haben. Damit rückt Borussia Dortmund zumindest für einen Tag auf Platz 2 in der Tabelle vor und kann mindestens den Bremern nach diesem Spieltag den Rang ablaufen.
Statistik
Werder: Mielitz – Sokratis, Naldo, Wolf (ab 74., Wagner), Schmitz – Bargfrede (ab 62., Ekici) – Fritz, Hunt – Marin – Rosenberg, Pizarro
BVB: Weidenfeller – Owomoyela, Subotic, Hummels, Löwe – Bender, Gündogan (ab 74., Kehl) – Großkreutz, Götze (ab 89., Leitner), Perisic – Lewandowski (ab 88., Barrios)
Tore: 0:1 Perisic (41.), 0:2 Owomoyela (71.)
Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)
Zuschauer: 42.000 (ausverkauft)
Gelb: Wolf – Subotic
Gelb-Rot: – Perisic
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