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Abgebloggt - 16/34: Siehe da - der FCA...

12. Dezember 2011, 15:15 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Das Spieltags-Tagebuch im MAG. Heute ein Kapitel zur allseits beliebte Phrase: Totgesagte leben länger. Jos Luhukay und sein FC Augsburg lassen im Kampf um den Klassenerhalt Taten sprechen.



Es rappelt in der Puppenkiste

Manch einer sah den Aufstieg des FC Augsburg in die höchste deutsche Spielklasse als “Betriebsunfall” an und belächelte den Emporkömmling nur müde, für den Rest Fußballdeutschlands gehörten die Schwaben unwiderruflich zu den größten Abstiegskandidaten. Das ist insoweit auch in Ordnung, denn mit nichts anderem als dem Ziel Klassenerhalt, ist der FCA auch in seine erste Saison in der Beletage gegangen – und daran hat sich auch nach dem 16. Spieltag nichts geändert.

Doch aus der Stadt des weltbekannten Puppentheaters kommen Lebenszeichen, die aufhorchen lassen und Hoffnung machen, dass es nicht wieder direkt nach unten geht. Einen Spieltag vor Ende der Hinrunde hat man zumindest die Rote Laterne, die man einige Wochen mit sich herumschleppte, wieder abgegeben. Möglich machte dies ein hochverdienter Sieg vor eigenem Publikum gegen keinen geringeren als gegen die Borussia aus Mönchengladbach, die ohne Zweifel in dieser Saison bislang die große positive Überraschung ist. Es war der zweite Heimerfolg in Serie nach dem 2:0 vor 14 Tagen gegen den VfL Wolfsburg – die Luhukay-Elf ist endgültig in der Liga angekommen.

Dabei spielt es sicherlich eine große Rolle, dass der niederländische Coach von Seiten des Vereins die volle Rückendeckung genießt und laut Vorstandschef Walther Seinsch selbst bei “34 Niederlagen” nicht um seinen Job bangen muss. Man kennt solche Floskeln ja zur Genüge, aber in diesem Fall kann man den Worten des ehemaligen Textilunternehmers durchaus Glauben schenken. Seinsch ist zweifellos der starke Mann bei den Schwaben und der Aufschwung ist unmittelbar mit ihm und seiner Arbeit verbunden. Seitdem er im Jahre 2000 im Schwabenland die Bühne betrat, geht es bergauf. Sein Ziel ist es, den FCA mittelfristig unter den 12 besten Klubs Deutschlands zu etablieren. Eine gewagte Theorie, die alles andere als einfach in die Tat umzusetzen sein wird.

Denn anders als beim Marionettenspiel, wo die Handlung vorgegeben ist, wo Jim Knopf, Urmel & Co. spielend mit allen Unwägbarkeiten fertig werden, gibt es im Fußball keine Garantien. Noch sind die bekannten Kinderfiguren die wahren Aushängeschilder in Augsburg, gefolgt von einigen gebürtigen großen Fußballern wie beispielsweise Helmut Haller und Bernd Schuster. Doch diese Helden müssen zittern, denn die kampfeslustige und einsatzstarke “No-Name-Truppe” von Luhukay ist auf einem guten Weg, sich selbst einen Thron zu setzen.

Top & Flop

Der Gewinner in dieser Woche heißt: Lukas Podolski. Nicht nur, dass der Prinz trotz hochkochender Wechselgerüchte wieder einmal auf dem Fußballplatz glänzen konnte und seine Extraklasse unterstrich, er bewies am Sonntag auch noch eine ordentliche Portion Schlagfertigkeit. Nachdem BVB-Coach Jürgen Klopp ihm die Konstanz mit den nicht unbedingt bewerteten Worten abgesprochen hatte: “Lukas ist ein außergewöhnlicher Spieler. Aber ich glaube, er wird in Köln so sehr gehypt, dass es schwer ist, regelmäßig Leistung abzurufen. Mit seinem Potenzial muss er einer der besten, wenn nicht der beste Stürmer der Liga sein. Das ist er nicht. Das liegt daran, dass er seine Leistung nicht oft genug abruft. Und dann ist er uns zu teuer – für alle paar Wochen”, konterte Podolski mit einer Art Leberhaken: “Das sind ja reizende Aussagen von Herrn Klopp. Vielleicht ist er etwas traurig, weil ich ihm schon zweimal abgesagt habe. Andererseits hat er aber auch Recht: Ich bin dem BVB tatsächlich zu teuer, weil ja nun die Champions-League-Einnahmen fehlen. Wo sie doch jetzt als Gruppenletzter ausgeschieden sind, kann ich verstehen, dass sich das nicht lohnt.” Rumms, das hat gesessen…


Daumen runter diesmal für Fredi Bobic, der mit seiner Kritik an Robben und Schiedsrichter Gräfe nach der Pleite gegen den FC Bayern weit über das Ziel hinaus schoss und eher den Eindruck eines beleidigten Kindes hinterließ, dem man sein Spielzeug weggenommen hat. Der VfB-Sportdirektor schnaubte erzürnt in die Mikrofone: “Der Niederländer habe genau auf eine solche Situation gewartet. Fußball sei eben ein Kontaktsport und kein Hallen-Halma.” Das ist so weit natürlich richtig, aber sicherlich nicht auf die Gelb-Rote Karte für Molinaro zu übertragen. Vielmehr sollte er mit seinen italienischen Angestellten ein ernsthaftes Gespräch führen – beide Aktionen von Molinaro waren einfach dumm und unnötig. Der Italiener muss sich an die eigene Nase fassen, durch seine beiden Grätschen von hinten in die Beine Robbens wurde der VfB dezimiert, nicht durch irgendwelche Schauspielkünste des Holländers. Dem kann man zwar eine gewisse Theatralik nicht ganz absprechen, aber im gestrigen Fall sind diese Behauptungen fehl am Platze.


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