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Abgebloggt - 17/34: Von wegen besinnliche Weihnachtszeit

19. Dezember 2011, 11:14 geschrieben von Jaqui, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Das Spieltags-Tagebuch im MAG. Kurz vor Weihnachten schauen wir in der Bundesliga, wie sehr sich die Mannschaften und Spieler auf die besinnliche Zeit einstimmen.


Advent, Advent, die Sicherung brennt (durch)

Die Adventszeit ist die Zeit der Nächstenliebe. Man kehrt in sich, verbringt die Zeit mit den Liebsten und genießt die Weihnachtsstimmung. Doch im Fussball ist von der Adventszeit nichts zu merken. Franck Ribéry war der erste an diesem Spieltag, der zeigte, dass die Fussballer noch nicht in Weihnachtsstimmung sind. Ob sein Fall im Strafraum eine Schwalbe war oder nicht, darüber kann man sicherlich diskutieren. Nichts zu diskutieren gibt es aber über die Art und Weise, wie Sereno den Franzosen provozierte. Auch über den angedeuteten Kopfstoß von Ribéry sowie die zweite gelbwürdige Aktion gibt es nichts zu diskutieren, sowas gehört zu Recht jeweils mit der gelben Karte bestraft. Auch Raffaels Ellenbogen hat in der Magengegend von Ibisevic nichts zu suchen. Ob der Herthaner dem Hoffenheim-Torjäger bei der Verdauung der Weihnachtsplätzchen helfen wollte oder nicht, ist nebensächlich. Auf der anderen Seite nahm es der Hoffenheimer Isaac Vorsah mit der Nächstenliebe wohl etwas zu ernst. Er ging mit Ramos so sehr auf Tuchfühlung, dass dem Schiedsrichter keine andere Wahl blieb, als ihn zu Raffael in die Katakomben zu schicken. Zu guter letzt hatte auch Itay Shechter das Gefühl, die Adventszeit gelte für ihn noch nicht. Seine Tätlichkeit wurde ebenfalls zu Recht mit rot bestraft.

Auch bei der Hertha nimmt man es mit der besinnlichen Weihnachtszeit nicht so genau. Die Weihnachtsgeschichte von Präsident Werner Gegenbauer heißt Baron Münchhausen, in der Hauptrolle ist aber nicht Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen, sondern Markus Babbel. Dem Ex-Trainer der Berliner wurden seine Aussagen, wonach er Michael Preetz bereits vor über einem Monat über seine Absichten, die Hertha am Saisonende zu verlassen, informiert hatte, zum Verhängnis. In Berlin brennen daher nicht nur die vier Adventskerzen, sondern gleich der ganze Baum.

Das MAG-Team wünscht seinen Leserinnen und Lesern noch eine besinnliche Weihnachtszeit, in der Hoffnung, dass die letzten Tage in diesem Jahr nicht so turbulent verlaufen wie in der Bundesliga.

Top & Flop

Der grüne Daumen geht diese Woche nach Gelsenkirchen. Raul war beim Kantersieg der Schalker gegen Werder Bremen mit einem Dreierpack der überragende Mann. Viele Fans hatten wohl am Samstagabend ein Déjà-vu-Erlebnis. Drei Tore von Raul gegen Bremen, da war doch was? Genau, am 20. November 2010 erzielte der Spanier ebenfalls einen Dreierpack, damals traf er vor der Pause zum 2:0, nach der Pause war er für die beiden weiteren Tore beim 4:0-Erfolg zuständig. Damit traf er in der Bundesliga bereits zum dritten Mal dreimal pro Spiel (letzte Saison am 17. Spieltag zu Hause gegen den 1. FC Köln). Mit insgesamt 10 Toren und 5 Vorlagen kommt er in dieser Saison auf eine Quote von 0.88 Scorerpunkten pro Spiel – eine beachtliche Zahl für einen 34-jährigen.

Das Opfer der Raul-Show ist Werder Bremen, unser Flop der Woche. An der Weser ist die einzige Konstanz in dieser Saison die Inkonstanz. Siege und Niederlagen wechseln sich munter ab, dasselbe gilt auch für gute und schlechte Leistungen. Wenn man allein die Spiele gegen die vier Teams anschaut, die vor Bremen klassiert sind, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch bei Thomas Schaaf die Haare grau werden. Das 0:2 gegen Dortmund war dabei noch das beste Ergebnis. Es folgten die 0:5-Klatsche in Mönchengladbach, ein 1:4 in München sowie die zweite 0:5-Klatsche der Saison gegen Schalke 04. Mit solchen Ergebnissen werden in der Regel eher Mannschaften auf die Heimreise geschickt, die sich im Abstiegskampf befinden. Dass Werder trotzdem um die Champions League mitspielt, haben sie der viertbesten Offensive der Liga zu verdanken, allen voran natürlich Claudio Pizarro.


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