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[NFL 2011/12] Teil 1 - Review: Rückblick auf die Regular Season

6. Januar 2012, 11:58 geschrieben von BVB-Benny.

Die Regular Season 2011/12 in der NFL ist Montagnacht zu Ende gegangen, morgen starten mit der Wild-Card-Runde die Playoffs. Das MAG blickt auf eine Spielzeit mit einem dominanten Champion, einem historischen Rekord sowie mehreren Überraschungen und Enttäuschungen zurück, bevor morgen ein Ausblick auf die bevorstehende Postseason geworfen werden soll.

Erinnern wir uns zurück an den 6. Februar 2011 in Arlington, Texas: Es war ein goldener Abend für die Green Bay Packers und Aaron Rodgers. Der Quarterback hatte gerade auf der größten Bühne, die einem Footballspieler geboten werden kann, für 304 Yards und 3 Touchdowns Pässe an den Mann gebracht und sein Team durch ein 31-25 zum vierten Titelgewinn in der NFL geführt. Die vierzehnjährige Durststrecke der Franchise war überwunden, und Rodgers, der natürlich Super-Bowl-MVP wurde, machte einen großen Schritt aus dem Schatten von Brett Favre, der Quarterback-Legende, die von 1992-2007 Kopf des Teams aus Wisconsin war. Damit hatte nach der Regular Season kaum jemand gerechnet. Die Packers spielten nicht mehr als eine anständige Saison mit einem Record von 10-6, lagen somit noch hinter dem Erzrivalen aus Chicago (11-5) und konnten sich überhaupt nur über eine Wild Card für die Playoffs qualifizieren.

Der Champion dominiert

So überraschend Green Bays Titelgewinn nach der letzten Regular Season anmutete, so favorisiert geht das Team in die diesjährigen Playoffs. Eine dominante Saison des Gewinners des ersten Super Bowls 1967 liegt hinter uns, keiner schien die Packers stoppen zu können. Einen einzigen Ausrutscher in Woche 15 bei den Kansas City Chiefs (14-19) erlaubte man sich, nachdem man zuvor die ersten 13 Spiele allesamt gewonnen hatte. Hauptverantwortlich für den am Ende beeindruckenden 15-1-Record war ohne Zweifel Aaron Rodgers, der 2011 den nächsten Schritt in seiner Entwicklung genommen hat. Zwar liegt er mit 4.643 Yards „nur“ auf Platz 5, mit 40 Passing Touchdowns bei nur sechs Interceptions sowie fünf Rushing Touchdowns machen ihn aber neben Drew Brees trotzdem zum dominierenden Spielmacher des Jahres. Davon zeugt auch sein Quarterback Rating von starken 122.5 (Platz 1), letztes Jahr lag er noch bei ebenfalls schon sehr guten 101.2. Übrigens war es für Aaron Rodgers die dritte Saison in Folge mit einem Rating von über 100.

Noch beeindruckender werden diese Statistiken, wenn man bedenkt, dass Aaron Rodgers nicht unbedingt von den ganz überragenden Receivern profitiert. Mit Jordy Nelson findet sich nur ein Packer in den Top 25 der Passempfänger wieder, 15 Touchdowns bedeuten sogar Platz drei. Er ist auch der einzige Spieler des amtierenden Champions, der für mehr als 1.000 Yards gefangen hat. Greg Jennings, den man eigentlich auf Rang eins der teaminternen Liste erwarten würde, blieb mit 949 Yards unter seinen Möglichkeiten, fing allerdings für immerhin 9 Touchdowns (Platz 6). Das Geheimnis liegt offensichtlich in der Breite, denn mit Jermichael Finley (8 Touchdowns) und James Jones stehen Rodgers insgesamt vier gefährliche Ziele zur Verfügung. Vier gute Receiver sind manchmal besser als ein oder zwei sehr gute. So reicht es unterm Strich für Platz eins bei den Points per Game (35.0) sowie für Platz drei bei Yards per Game und Passing Yards per Game und die große Schwäche der Packers kam bisher kaum zur Geltung: die Rush Offense. Rang 27 bei den Rushing Yards per Game, 26 per Attempt – sollte Aaron Rodgers irgendwann mal einen schwachen Tag haben, könnten die Packers Schwierigkeiten bekommen. Erschreckend ist auch der Blick auf die Defensiv-Statistiken: Letzter Platz bei den zugelassenen Passing Yards per Game (299.8), 14. bei Rushing Yards (111.8). Überraschende Erkenntnis: Die überragende Regular Season der Packers fußt fast ausschließlich auf ihrer variablen Pass Offense mit dem hervorragend aufgelegten Aaron Rodgers.

Das Jahr der Quarterbacks

Ebenfalls überzeugen konnten die New Orleans Saints. Der Super Bowl-Sieger von 2010 gewann mit einem 13-3-Record mühelos die NFC South. Genau wie bei Green Bay war auch die Stärke der Saints in erster Linie die Offense, und hier vor allem Quarterback Drew Brees. Der 32-Jährige überragte sogar fast Aaron Rodgers, lag mit 5.476 erworfenen Yards nicht nur vor allen anderen, sondern brach auch den 27 Jahre gültigen Rekord von Dan Marino, dem 5.084 Yards innerhalb einer Regular Season gelungen waren. Überhaupt war es ein Jahr für Quarterbacks, auch Tom Brady (5.235 Yards) kam über die Marino-Marke, mit Matthew Stafford (5.038) knackten insgesamt gleich drei Spielmacher die magische 5.000. Gleichzeitig lief es für die Running Backs aber nicht schlechter als in den letzten Jahren, obwohl mit Maurice Jones-Drew von den Jacksonville Jaguars erneut nur ein Spieler mehr als 1.500 Yards schaffte; 15 knackten die 1.000er-Marke.

Überraschungen

Die Überraschung der Saison sind wohl die San Francisco 49ers. Nach einem 6-10-Record 2010 verbesserte sich das Team auf 13-3, gewann nach neun Jahren erstmals wieder die NFC West und verdrängte sogar die New Orleans Saints trotz starker Saison auf die Wild-Card-Position. Damit sicherte man sich auch den Heimvorteil für die Postseason, der bei der Stärke der 49ers im eigenen Stadion ein entscheidender Faktor werden kann. Beeindruckt hat vor allem die Defense der Kalifornier. Welche Rolle Quarterback Alex Smith spielt und wie die Chancen für den ganz großen Wurf stehen, analysiert das MAG im morgigen Playoff-Ausblick.

Stark verbessert im Vergleich zum letzten Jahr haben sich auch die Detroit Lions. Der Nummer eins Draft Pick von 2009, Matthew Stafford, zahlt sich mehr und mehr aus. In seiner dritten Saison als Starter knackte der 23-jährige schon die 5.000er-Marke. Stafford könnte der dominierende Quarterback der kommenden Jahre werden, vorausgesetzt seine Entwicklung setzt sich in diesem Stil fort.

Enttäuschungen

Es gab allerdings mehr Enttäuschungen als Überraschungen in dieser Regular Season. Allen voran die Indianapolis Colts, die den Ausfall von Quarterback Peyton Manning überhaupt nicht kompensieren konnten. Als Team, das eigentlich jedes Jahr als Mitfavorit auf den Titel startet, legte man einen katastrophalen 0-13-Start hin und hatte zu keinem Zeitpunkt etwas mit den Playoffs zu tun. Wenigstens konnte man noch zwei der letzten drei Spiele gewinnen.

Ebenfalls als Mitfavorit gescheitert sind die Philadelphia Eagles um Skandal-Quarterback Michael Vick. Verantwortlich war auch hier vor allem ein schwacher 1-4-Start sowie unnötige Niederlagen gegen die Chicago Bears und die Arizona Cardinals. Michael Vicks Läufe bleiben weiterhin gefährlicher als seine Pässe. Der große Wurf erscheint daher mit ihm kaum möglich.

Für die New York Jets reichte es ebenfalls nicht für die Playoffs. Die Defense war zwar stark, die Offense aber unzureichend. Trotzdem hatte man bis zur letzten Woche der Regular Season noch die Möglichkeit, sich für die Postseason zu qualifizieren, doch ausgerechnet beim AFC East-Konkurrenten Miami Dolphins versagte man. Mark Sanchez spielte keine gute Saison. Nur 56.7% seiner Pässe fanden ihr Ziel und ein Quarterback-Rating von 78.2 kann nicht den Ansprüchen des Traditionsclubs genügen.

Den Chicago Bears wurde möglicherweise die Verletzung von Jay Cutler zum Verhängnis. Mit großen Ambitionen gestartet schlossen die Bears mit einem 8-8-Record. Bis zur Verletzung von Cutler lag man mit 7-3 noch auf Playoff-Kurs, doch vier Niederlagen in Folge mit Ersatz-Quarterback Caleb Hanie, in denen er mehr Interceptions warf als Cutler im Rest der Saison, waren in der entscheidenden Phase der Saison zu viel.

Am tragischsten gescheitert sind jedoch die Dallas Cowboys. Im allerletzten Spiel der Regular Season kam es nach einer Saison mit Licht und Schatten zum Gipfeltreffen bei den New York Giants. Nachdem man schon in der Woche zuvor gegen die Eagles verloren hatte, war vor Beginn der Partie klar, dass der Sieger in die Playoffs einziehen würde und der Verlierer den Januar frei hat. Umso enttäuschender der Auftritt des Teams in diesem entscheidenden Spiel: Schon zur Halbzeit lagen die Stars 0-21 zurück und hatten so nie eine Chance.

Nach der Regular Season ist vor den Playoffs

Nach einer interessanten Saison freuen wir uns jetzt also auf die Postseason. Warum sie dieses Jahr verspricht, besonders spannend zu werden, welche interessanten Fragen sie beantworten wird und warum die Green Bay Packers noch lange nicht Super Bowl-Sieger (und vielleicht nicht einmal Top-Favorit?) sind, versucht das MAG in seiner morgigen Playoff-Vorschau zu beantworten.


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