[FA Cup 2011/12] Manchester United hat im Derby gegen City mit 3:2 das bessere Ende für sich
8. Januar 2012, 16:57 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Int-Fussball.
| Manchester City | 2:3 (0:3) | Manchester United |
Im Etihad Stadium stieg mit dem brisanten Stadtderby in Manchester zwischen City und United ohne jede Frage das Topspiel der dritten Runde im FA Cup. Es stand allerdings viel mehr auf dem Spiel, als nur das blanke Weiterkommen. Neben dem Prestige und der Frage nach der Hierarchie in der Stadt am Kanal, ging es natürlich um die Aufarbeitung des letzten Aufeinandertreffens, das City im vergangenen Oktober im Old Trafford mit 6:1 gewann und so zu einem historischen Ereignis wurde.
Beide Mannschaften konnten bei weitem nicht auf ihre Bestbesetzungen bauen; Verletzungen, Erkrankungen, Formschwäche und Abstellungen für den alsbald beginnenden Afrika Cup zwangen beide Trainer zum umbauen. So saß beispielsweise Hargreaves bei den Citizens auf der Bank, Ferguson hatte gar den 37 Jahre alten Scholes reaktiviert und mit in den Kader genommen. Egal, trotz dieser nicht gerade berauschend Vorzeichen war es für beide Seiten eine wichtige Partie, die es siegreich zu gestalten galt.
Manchester United kalt wie Hundeschnauze
Beide Mannschaften brauchten nicht lange, um heiß zu laufen. Nachdem die Hausherren in den ersten Minuten des klar bessere Team stellten, schlugen die Red Devils bei ihrem praktisch ersten gefährlichen Angriff eiskalt zu. Der zuletzt stark in der Kritik stehende Rooney, der in den Medien aufkommende Wechselgerüchte aufgrund der letzten Eskapaden ins Reich der Fabel verwiesen hatte, war zugleich Initiator und Torschütze. Er bediente aus dem Mittelfeld heraus Valencia auf dem rechten Flügel und stieg dann nach dessen Flanke vor dem Kasten am höchsten. Sein wuchtiger Kopfball klatschte an die Querlatte und von dort unhaltbar hinter die Linie (10.), der für Stammkeeper Hart im City-Gehäuse stehende Pantilimon war absolut chancenlos. Noch bevor sich die deutlich umgekrempelte Mancini-Elf von diesem Schock erholt hatte, folgte der nächste. Abwehrchef Kompany stieg im Mittelfeld beim Zweikampf gegen Valencia zu hart ein – zumindest nach Meinung von Referee Foy. Dieser bewertete die Situation mit glatt Rot (12.), und lag damit wohl daneben.
City zeigte sich in der Folgezeit trotz Unterzahl bemüht, zurück ins Spiel zu finden und den Ausgleich zu erzielen. Agüero hatte die Gelegenheit dazu, doch der nicht immer sicher wirkende Lindegaard war auf dem Posten und entschärfte den schönen Distanzschuss des Argentiniers mit einer sehenswerten Parade. Die Hausherren blieben bis zur 30. Minute die bessere Mannschaft, angetrieben von Silva und Milner blieben weitere, wirklich hochkarätige Torgelegenheiten allerdings aus. Und prompt schlugen die Gäste ein zweites Mal zu. Welbeck vollendete nach einem Angriff über links und darauf folgendem Durcheinander im Sechzehner mit einer herrlichen Einzelaktionen. Volley und aus der Drehung nagelte er das Spielgerät ins Netz (30.). Noch vor der Halbzeit folgte Treffer Nummer drei. Rooney traf im Nachfassen vom Elfmeterpunkt. Kolarov hatte Welbeck im Strafraum gefoult, die Entscheidung ging in Ordnung. Rooney scheiterte zunächst, konnte den Abpraller dann aber per Kopf verwerten (39.) – unglaublich, diese Effizienz der Ferguson-Elf. So hieß es zur Halbzeit 3:0 für die Gäste, was dem eigentlichen Spielverlauf nicht unbedingt gerecht wurde.
Kolarov trifft, Agüero stellt den Anschluss her
Dass man hier zur Pause so klar zurücklag, wurmte wohl auch die Hausherren mächtig. Kaum war der zweite Abschnitt angepfiffen, gelang auch schon Ergebniskosmetik. Kolarov verwandelte einen Freistoß mit links direkt aus circa 20 Metern, rechts unten neben Lindegaard schlug die Kugel wohl unhaltbar für den Dänen ein (47.). Wie der Platzverweis für Kompany war aber auch die Freistoßentscheidung von Foy etwas fragwürdig. Dass er obendrein Evra in dieser Szene noch mit der gelben Karte bestrafte, war komplett unverständlich.
Nachdem Rooney fünf Minuten später mit einem Linksschuss, der nur um Haaresbreite am rechten Pfosten vorbeistrich, fast den alten Abstand wieder hergestellt hatte, war dann das nächste Highlight die Einwechslung von Scholes. Der Mittelfeldstratege hatte sich ja eigentlich in sein wohlverdientes Rentenalter verabschiedet, nun aber kam es aufgrund der Personalprobleme im Kader zum Comeback. Scholes hat sich bis zum Saisonende noch einmal verdingen lassen.
Doch anstatt mit seiner Routine und Erfahrung für Ruhe zu sorgen, sorgte ein zu leichtfertiger Ballverlust an der linken Außenlinie von ihm nur kurz nach seiner Einwechslung für den zweiten Treffer der Gastgeber. Agüero konnte schließlich nach einer Flanke von Kolarov unbedrängt im Sechzehner flach abziehen und staubte dann im zweiten Versuch eiskalt ab, nachdem Lindegaard den Schuss zwar parieren konnte, aber nach vorne abklatschen ließ (64). Wahnsinn, die eigentlich zur Pause schon so gut wie entschiedene Partie war wieder offen, und das obwohl City in Unterzahl spielte.
Nach diesem Anschlusstor besannen sich die Red Devils allerdings wieder, sie rückten ein Stück weiter heraus und fanden zurück zu mehr Sicherheit. Man versuchte zwar hin und wieder auch druckvoll die Spitze zu spielen, aber das war zumeist nicht mehr als Alibi. Das Hauptaugenmerk lag es auf die Absicherung des eigenen Kastens, um die knappe Führung über die Zeit zu bringen. Ferguson setzte entsprechende Zeichen und nahm seinen vordersten Angreifer Welbeck für Anderson vom Platz. Ein brandgefährliches Spiel des Schotten …
Aufregung dann noch einmal in der 82. Minute als Citys Kolarov von der Grundlinie flach vor das Tor zurückpasste und Uniteds Jones den Ball in diesem Fall eindeutig mit der Hand spielte. Die Pfeife von Foy blieb allerdings stumm, der Schiedsrichter sah bei dieser Aktion keine Absicht. Auch das war wieder eine knifflige Szene für den Schiedsrichter, hier hätte man durchaus auf Handelfmeter entscheiden können. Das war es dann, United ließ Ball und Gegner in den Schlussminuten laufen. In der Nachspielzeit hatte Kolarov aus halbrechter Position noch mit einem Freistoß die allerletzte Chance – Lindegaard parierte den scharfen Schuss, United jubelte.
Statistik
Manchester City: Pantilimon – M. Richards, Kompany, Lescott, Kolarov – Milner, de Jong – A. Johnson (46. Savic) Silva (46. Zabaleta), Nasri (81. Hargreaves)- Agüero – Trainer: Mancini
Manchester United: Lindegaard – Evra, P. Jones, R. Ferdinand, Smalling – Carrick, Giggs – Valencia, Nani (60. Scholes) – Welbeck (75. Anderson) – Trainer: Ferguson
Tore: 0:1 und 0:3 Rooney (10./39.), 0:2 Welbeck (30.), 1:3 Kolarov (47.), 2:3 Agüero (64.)
Schiedsrichter: Chris Foy
Zuschauer: 47.000 im Etihad Stadium
Gelbe Karten: – / Welbeck, Nani, Evra, Ferdinand
Rote Karte: Kompany (12.)
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