[1. Bundesliga 2011/12] Die MAG-Halbzeitbilanz: Entkommt Hoffenheim dem Mittelfeld?
18. Januar 2012, 08:50 geschrieben von KKE, abgelegt unter Deutscher-Fussball.
TSG 1899 Hoffenheim
Die heutige MAG-Halbzeitbilanz setzt sich mit 1899 Hoffenheim auseinander. Statt Fortschritt stagniert die TSG weiter im Tabellenmittelfeld, doch der Angriff auf einen internationalen Startplatz erscheint möglich.
Die Hinrunde
Unter der neuen Leitung von Holger Stanislawski gingen die Hoffenheimer mit dem jüngsten Bundesliga-Kader in die neue Saison. Zwar schien der Saisonstart etwas holprig mit einem Sieg nach Verlängerung gegen Sechstligist Germania Windeck und der Auftaktniederlage beim Auswärtsspiel in Hannover, allerdings zeigten sich die Kraichgauer in der Folge von einer anderen Seite.
In den kommenden fünf Spielen wurden 12 Punkte eingefahren und immerhin auch den zu diesem Zeitpunkt unschlagbar geltenden Dortmundern die erste Saisonniederlage beigebracht. Diese Erfolgsserie endete auf Platz 4. Der insgesamt sehr erfolgreiche Saisonstart ist mutmaßlich allerdings überbewertet worden. In den folgenden elf Ligaspielen konnte Hoffenheim nur noch zwei Siege erreichen und wurde bis auf Platz 9 durchgereicht.
Am Potenzial der Mannschaft kann dieser Leistungseinbruch nicht gelegen haben. Zwei Siege und ein Unentschieden gegen die Top 4 der Hinrunde zeigen, dass Hoffenheim auch gegen größere Mannschaften bestehen kann, doch scheint auch der oft gelobte Stanislawski noch nicht die richtigen Mittel gefunden zu haben, um die TSG konstanter auftreten zu lassen.
Darüber hinaus bereiteten 1899 auch disziplinarische Verfehlungen den Weg in das Mittelfeld der Liga. Ausgerechnet Firmino, seines Zeichens bester Torschütze im Verein, fiel mehrmals unangenehm auf durch das Verpassen des Trainingsstarts. Dies hatte zwischenzeitlich zur Folge, dass er für ein Spiel suspendiert wurde. Für das gleiche Vergehen musste auch Obasi für ein Spiel aussetzen.

Roberto Firmino ist in der Bundesliga angekommen, wenn auch mit einigen Stolpersteinen/Foto: www.zaunsturm1905.de
Neben Firmino konnte sich vor allem Fabian Johnson in den Vordergrund spielen. Der Neuzugang vom VfL Wolfsburg beeindruckte vor allem mit seinen Allrounder-Qualitäten und gab 7 Torvorlagen, die ihn zum vereinsinternen Top-Scorer machten. Seine Leistung blieb nicht unbeobachtet: so wurde er neben seinem Vereinskollegen Williams von Nationaltrainer Jürgen Klinsmann für die USA nominiert.
Wenig Verbesserung gab es in der Liga, im Pokal stehen die Kraichgauer aber mittlerweile im Viertelfinale, wo sie auf den Aufstiegsaspiranten Greuther Fürth treffen werden. Das Team von Holger Stanislawski konnte auch in den Spielen gegen Köln und Augsburg nicht besonders überzeugen, aber das dürfte im Viertelfinale niemanden mehr interessieren.
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Platz: 9 |
| Punkte: 22 – 6S/4U/7N | |
| Heim: 13 – 3/4/1 | |
| Auswärts: 9 – 3/0/6 | |
| Bester Schütze: Firmino 5 | |
| Bester Scorer: Johnson 7 – 0 Tore/7 Vorlagen | |
| Zuschauerschnitt: 28.750/ Auslastung:95,3 % | |
| Fair-Play-Wertung: Platz 12 / 45 Punkte |
Personalien
Nach diversen Großinvestitionen in den letzten Jahren, fielen die Gelder für Neuzugänge in dieser Saison eher spärlich aus, auch weil es keine größeren Transfers auf der Abgangsseite gab. In der Winterpause gab es zusätzlich weitere Verschlankungen mit zwei namhaften Abgängen – wenn auch vorerst nur für die Rückrunde. Der in Ungnade verfallene Obasi wird für die Rückrunde an den Ligakonkurrenten Schalke 04 verliehen, während Sigurdsson sich weitere Spielpraxis in der Premier League bei Swansea City holen soll, da der Top-Scorer der vergangenen Saison seinen Stammplatz an Firmino verloren hat. Zum Ausgleich investiert 1899 weiter in seine Zukunft und verpflichtete vom FC Basel das 18-jährige liechtensteinische Mittelfeldtalent Sandro Wieser (1.000.000 €) sowie Stefan Thesker (100.000 €, 20 Jahre) von den Amateuren des FC Twente als weitere Alternative für die zuletzt etwas dezimierte Innenverteidigung.
Trainer und Umfeld
Nach dem verunglückten Versuch Pezzaiuolis, Ralf Rangnicks Trainerposten zu beerben, wurde zur neuen Saison in Person von Holger Stanislawski ein aussichtsreicher Trainerkandidat gefunden und mit dem Ziel beauftragt, Hoffenheim weiter in der Liga voranzubringen. Dieses ist – Stand jetzt – bisher nicht umgesetzt worden. Eine besondere Entwicklung der Mannschaft ist nach der Halbserie auch noch nicht zu erkennen. Trotzdem scheinen die Verantwortlichen dem Hamburger mehr Zeit zur Verfügung zu stellen, damit er noch weitere Hebel zur Umsetzung seiner Spielphilosophie in Bewegung setzen kann.

Holger Stanislawski – Mit Herzblut dabei – ob das ausreicht? /Foto: www.zaunsturm1905.de
Es ist festzuhalten, dass die Entwicklung in Hoffenheim keinesfalls negativ, aber genausowenig überdurchschnittlich zu bewerten ist. Dementsprechend ruhig ist es zurzeit auch in Hoffenheim. Die Möglichkeit in Ruhe zu arbeiten begrüßte Stanislawski im Vergleich zu Hamburg, wird sich allerdings spätestens am Saisonende daran messen lassen müssen, dass er viele freie Gestaltungsmöglichkeiten besitzt.
Die Saisonziele, Prognose
In der Liga dürfte das Ziel für die Rückrunde lauten, dass möglichst ein einstelliger Platz erreicht wird. Die Chance einen internationalen Startplatz zu erhalten, sollte möglichst lange aufrecht erhalten werden. In Frage kommt dafür auch die Qualifikation über den DFB-Pokal. Sofern dort sogar das Halbfinale erreicht wird, darf sicherlich bereits von einem großen Erfolg im Pokal gesprochen werden. Der Finaleinzug würde womöglich bereits zur Qualifikation für die Europa League ausreichen, da sich noch drei Vereine aus der Tabellenspitze im Pokal befinden. Sollte Hoffenheim vorzeitig ausscheiden, reicht mit etwas Glück auch Platz 7 in der Liga für die Europa League. Mit einer ordentlichen Rückrunde liegt dieser sicherlich auch im Bereich des Möglichen.
Tipp: Platz 7-9
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