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[Premier League 2011/12] Manchester City schlägt die Tottenham Hotspurs glücklich mit 3:2

22. Januar 2012, 17:30 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Int-Fussball.

Die im Vorfeld mit Spannung erwartete Partie zwischen Manchester City und den Tottenham Hotspur benötigte eine 45-minütige Anlaufphase, ehe sie in der zweiten Halbzeit alle Erwartungen erfüllte. Am Ende des Dramas in fünf Akten war es Balotelli, der den Sieg für City sicherte.


Der komplette Spielplan
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Manchester City 3:2 (0:0) Tottenham Hotspur

Am heutigen Sonntagnachmittag trafen sich Manchester City und Tottenham Hotspur zum Spitzenspiel im Etihad Stadium. Für Tabellenführer City ging es darum, die Spitze zu behaupten und die beiden verloren gegangenen Heimspiele vor eigenem Publikum in den Pokalwettbewerben abzuhaken. Für die Gäste aus der Hauptstadt ging es darum, sich noch ein Stück weiter den Platz an der Sonne anzunähern und die böse 1:5-Heimniederlage aus dem Hinspiel wettzumachen. Im Ligabetrieb war es das 122. Aufeinandertreffen, die Spurs hatten mit 47 zu 44 Siegen die leicht bessere Bilanz vorzuweisen.

Keine Treffer in Halbzeit eins

So richtig auf Touren kamen beide Teams trotz eigentlich doch offensiver Ausrichtung zu Beginn der Partie nicht, erst in der 18. Minute kam so etwas wie Torgefahr auf. Citys quirliger Spielgestalter Silva fand den Weg über links bis an die Grundlinie und konnte den Ball flach vor das Tor ziehen, dort waren sich aber Dzeko und Agüero uneins und behinderten sich gegenseitig. Agüero schoss dann zwar noch, doch er verfehlte das Gehäuse um gut einen Meter.

Der Argentinier, der in der Anfangsphase überall in der Offensive zu finden und somit mit Abstand der auffälligste Spieler auf dem Platz war, bereitete einige Minuten später die nächste Gelegenheit für die Hausherren vor. Agüero tanzte durch den Strafraum, behauptete sich gegen zwei Gegenspieler und bediente dann den heraneilenden Silva flach in den Lauf, der Spanier traf den Ball aber nicht richtig und verzog, der Ball ging gleich um einige Meter am rechten Pfosten vorbei. Nach einer halben Stunde setzte sich Agüero zum dritten Mal in Aktion, einen Richards-Pass von rechts nahm er mit und zog stramm aus circa zehn Metern ab – Oldie Friedel im Kasten der Gäste war aber auf der Hut und parierte den Schuss. Von den Londonern kam in der Offensive noch nichts gefährliches in der ersten halben Stunde, sie beschränkten sich erstmal auf die Defensivarbeit und gingen nur wenig Risiko ein.

Doch plötzlich setzten auch sie einige Achtungszeichen. Zunächst probierte sich van der Vaart, dessen Versuch wurde allerdings geblockt, dann durfte Kaboul nach einem Foul an Bale den fälligen Freistoß aus halblinker Position ziemlich unbedrängt in Richtung Tor abfeuern. Allerdings hatte er seine Zielautomatik deutlich zu hoch eingestellt, so dass der bis dato praktisch beschäftigungslose Hart im Kasten der Citizens weiter auf seine erste Bewährungsprobe im Match warten musste. Und darauf wartete er auch bis zum Halbzeitpfiff vergeblich. Auf der Gegenseite versuchte sich Diego noch einmal mit einem Gewaltsschuss, doch auch dieser ging meilenweit im Kasten vorbei. Insgesamt war es in diesem ersten Durchgang noch nicht das von vielen erwartete Topspiel, beide Mannschaften hatten noch Luft nach oben.

Balotelli trifft die Spurs tief ins Herz

Zu Beginn des zweiten Abschnitts verzichteten beide Trainer zunächst einmal auf Wechsel, so nahm unter anderem auch der nach Verletzung zurück ins Team gekehrte Balotelli erstmal wieder auf der Bank Platz. Und er sah jetzt ein offeneres Spiel mit deutlich mehr Aktionen in beiden Strafräumen, wenngleich die ganz großen Torchancen immer noch auf sich warten ließen. Doch plötzlich zappelte der Ball Tor – Nasri schoss die Gastgeber nach einem wunderschönen Zuspiel von Silva durch die Schnittstelle der Spurs-Viererkette mit einem satten Schuss in Führung (56.). Das jetzt deutlich höheres Tempo der Mancini-Elf hinterließ erste Spuren in der Defensivabteilung der Gäste. Bevor sich Tottenham von dem Schock des Rückstandes erholen konnte, schlugen die Citizens erneut zu. Nach einer Silva-Ecke verlängerte Dzeko mit dem Kopf und Lescott stocherte den Ball aus kürzester Distanz über die Linie (59.). Angesichts des bisherigen Spielverlaufs, hätte das eigentlich die Vorentscheidung gewesen sein müssen.

Doch, Pustekuchen! Jetzt durften die Gäste jubeln. Praktisch im Gegenzug schloss Defoe nach einem Fehler von Savic einen Angriff gekonnt ab, umkurvte den bis dahin arbeitslosen Hart und schob mühelos zum Anschluss ein (60.). Jetzt war es das erhoffte Topspiel, jetzt gab es Action und Torszenen fast im Minutentakt. Es blieb keine Zeit zum verschnaufen, auf der Gegenseite hatte Dzeko nach einer tollen Kombination das 3:1 auf dem Fuß. Doch der ehemalige Torschützenkönig der Bundesliga ballerte erneut über die Querlatte.

Wahnsinn, kurz darauf rappelte es schon wieder im Karton. Tottenham markierte durch Bale, der den Ball vor dem gegnerischen Sechzehner von Lennon zugepasst bekam, mit einem krummen Ding aus circa 20 Metern den Ausgleich (65.). Ein sehenswerter Treffer des stets energiegeladenen Walisers. Der bedröppelte Hart konnte es nicht fassen, nix zu tun und zweimal überwunden. Und auch der Großteil der Stadionsbesucher war komplett ernüchtert, einzig die mitgereisten Spurs-Anhänger waren jetzt zu hören.

Nach diesen unglaublichen zehn Minuten beruhigte sich die Partie dann wieder etwas, wobei eher ein weiterer Treffer für die Gäste in der Luft lag als für die Heimelf. Das Fehlen des rotgesperrten Kompany machte sich doch mehr bemerkbar, als es Mancini lieb sein dürfte. Letztlich schien alles auf eine leistungsgerechte Punkteteilung hinauszulaufen, ehe es in der Nachspielzeit noch einmal richtig drunter und drüber ging. Zunächst hatte Tottenham gar die Riesengelegenheit zum Sieg und zum kompletten Comeback. Nachdem Bale wieder einmal auf seiner linken Seite unwiderstehlich durchgebrochen war, konnte er vor das entblößte City-Gehäuse passen. Adressat war der mit aufgerückte Defoe, der allerdings einen Schritt zu spät kam und den Ball nicht mehr über die Linie drücken konnte; knapp strich das Spielgerät am rechten Pfosten vorbei.

Das wurde noch bitter bestraft. In der 94. Minute holte King den für Dzeko eingewechselten Balotelli im Strafraum von den Beinen – Schiedsrichter Webb entschied sofort und richtig auf Elfmeter. Balotelli legte sich die Kugel selbst zurecht und behielt eiskalt die Nerven – 3:2 für City, Abpfiff. Und so standen die großartig kämpfenden Spurs am Ende ohne den Punkt da, den sie nach diesem Auftritt eigentlich verdient gehabt hätten. City dagegen konnte sich von den Spurs weiter absetzen und hat einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft gemacht.

Statistik

Manchester City: Joe Hart – Micah Richards, Joleon Lescott, Stefan Savić, Gael Clichy – James Milner, Gareth Barry – Samir Nasri, Kun Agüero,David Silva – Edin Džeko (65. Mario Balotelli) – Trainer: Roberto Mancini

Tottenham Hotspur: Brad Friedel – Kyle Walker, Younes Kaboul, Ledley King, Benoît Assou-Ekotto – Aaron Lennon (87. Steven Pinaar), Scott Parker, Luka Modrić, Gareth Bale – Rafael van der Vaart (68. Jake Livermore) – Jermain Defoe – Trainer: Harry Redknapp

Tore: 1:0 Nasri (56.), 2:0 Lescott (59.), 2:1 Defoe (60.), 2:2 Bale (65.), 3:2 Balotelli (90.+ 5)

Schiedsrichter: Howard Webb
Zuschauer: 47.422 im Etihad Stadium (Manchester)
Gelbe Karten: Clichy, Balotelli / Parker


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