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[Afrika Cup 2012] Tunesien schlägt Marokko mit 2:1 - Korbi und Msakni sorgen für Sieg

23. Januar 2012, 23:45 geschrieben von tofu87, abgelegt unter Int-Fussball.

Etwas glücklich konnte sich die tunesische Nationalmannschaft am ersten Spieltag der Gruppe C im Afrika Cup gegen Marokko durchsetzen und gewann mit 2:1. Entscheidend war die größere Effektivität vor dem Tor, die Marokkaner ließen selbst Hochkaräter liegen und waren selbst schuld an der knappen Niederlage.

Marokko 1:2 (0:1) Tunesien

Zum 15. Mal in ihrer Geschichte trafen Marokko und Tunesien aufeinander, die Bilanz zwischen den beiden Maghrebstaaten war bis hierhin völlig ausgeglichen bei je drei Siegen und acht Remis. Im Afrika Cup standen sich die Nordafrikaner zuletzt im Jahr 2004 im Finale gegenüber, welches Tunesien mit 2:1 für sich entschied , was den bis dato einzigen Titel in der Verbandsgeschichte bedeutete. Und so sollte auch die heutige Begegnung im Stade d’Angondjé enden, wobei die von Sami Trabelsi trainierten Tunesier mehr als zufrieden sein dürften mit diesem knappen Sieg, da er doch etwas glücklich zustande kam.

Marokko ohne Fortune vor dem Tor – Korbi trifft für Tunesien

Denn die Begegnung wurde vom Start weg von den Marokkanern dominiert, die den Ball gut durch die eigenen Reihen laufen ließen und sich einige Möglichkeiten erspielten. Die erste Chance gehörte Arsenal-Profi Chamakh, der nach feiner Vorarbeit Boussoufas frei vor Mathlouthi auftauchte, der mit vollem Risiko aus seinem Kasten stürmte und den Schuss noch abblocken konnte (12.). Und auch in der nächsten Szene stand der Torwart im Zentrum des Geschehens, als Boussoufa es mit einem Schuss aufs kurze Eck versuchte, Mathlouthi parierte bravourös (18.). Tunesien bekam kaum die Möglichkeit, sich aus der Umklammerung zu befreien und brauchte fast 23 Minuten, um erstmals für Torgefahr zu sorgen. Dhaouadi setzte sich in der gegnerischen Hälfte durch und probierte es aus der Distanz, das Leder klatschte jedoch nur an den linken Außenpfosten. Den Takt gab aber weiterhin Erik Gerets’ Team vor, das es aber allmählich schwerer hatte mit der Defensive Tunesiens, die sich immer besser auf die Angriffe einstellte. So benötigte es einen Freistoß, um wieder richtig für Gefahr zu sorgen, doch der direkt geschossene Standard El Kaddouris war nicht scharf genug, sodass Mathlouthi die Kugel noch über die Latte heben konnte (28.).

Das erste Tor erzielten dann überraschend die Adler von Karthago. Korbi schlug einen Freistoß hoch in den Sechzehner, Khalifa erreichte den Ball nicht mehr ganz mit seinem Kopf, es reichte aber um Lamyaghri im Tor der Marokkaner zu irritieren, der zu spät reagierte und den 0:1-Rückstand seines Teams nicht mehr verhindern konnte (34.). Der Afrikameister von 1976 erholte sich schnell vom dem Schock und behielt das Heft in der Hand – doch wollte einfach kein Treffer gelingen. Auch Belhanda blieb glücklos, der per Übersteiger den oft überforderten Abdennour aussteigen ließ und das Gehäuse dann knapp unten rechts verfehlte (43.). In der Nachspielzeit der ersten 45 Minuten hatte Chamakh den Ausgleich eigentlich auf dem Kopf liegen, als er bei einer Flanke gedankenschneller als Mathlouthi war, die Kugel ging jedoch über die Latte (45. +1).

Msakni legt nach, Kharja gelingt nur der Anschlusstreffer

Erik Gerets reagierte direkt zu Beginn des zweiten Durchgangs und brachte mit Taarabt eine neue Offensivkraft, der auch die erste Möglichkeit hatte. Sein Schuss wurde vom tunesischen Keeper abgewehrt (48.) Danach tat sich lange nichts, Marokko blieb bemüht, aber glücklos, da auch die entscheidenden Ideen im Spiel nach vorn fehlten. Das kam Tunesien natürlich entgegen, das sich völlig auf den Erhalt der stabilen Defensive konzentrierte und sich nur ab und zu für einen Konter im gegnerischen Drittel aufhielt. Bis zur 66. Minute dauerte es, als wieder etwas Nennenswertes passierte – dies war dann aber direkt eine hundertprozentige Chance: der kurz zuvor eingewechselte Hadji lupfte nach einem langen Ball das Leder über Abdennour, und stand so völlig frei vor dem Tor, mit aller Zeit der Welt, um sich eine Ecke aussuchen zu können. Doch Hadji hob nicht den Blick und schoss kläglich links am Kasten vorbei.

Den Löwen vom Atlas mangelte es wirklich nicht an ausreichend guten Einschussmöglichkeiten – aber wenn man diese nicht nutzt, rächt sich das irgendwann. In diesem Spiel war es auch nicht anders, denn Tunesien legte das vorentscheidende 2:0 nach. Msakni ließ bei einem klasse Solo vier Abwehrspieler stehen und schloss aus circa 15 Metern ab. Der Schuss wurde von Benatia so ungünstig abgefälscht, dass Lamyaghri keine Chance mehr hatte und zum zweiten Mal an diesem Abend den Ball aus dem Netz fischen musste (76.). Marokko gab sich weiterhin nicht auf und wurde immerhin noch mit dem Anschlusstreffer belohnt, auch wenn es irregulär war. Nach einer Ecke kam El Kaddouri in einer eindeutigen Abseitsposition am langen Pfosten an das Leder, legte es auf Kharja zurück und der Mittelfeldspieler drückte die Kugel über die Linie (86.).

Das war dann aber zu spät, sodass es beim 2:1 für Tunesien blieb, das sich damit in der Gruppe C hinter Gabun einreihte, das am Nachmittag mit 2:0 gegen den Niger siegreich war.

Statistik

Marokko: Lamyaghri – Chrétien, Benatia, Kantari, El Kaddouri – Belhanda, Kharja – Amrabat, Boussoufa (60. Hadji), Assaidi (46. Taarabt) – Chamakh (78. El Arabi) – Trainer: Gerets

Tunesien: Mathlouthi – Ifaa, Haggui, Abdennour, Jemal – Korbi – Traoui, Dhaouadi (80. Chermiti) – Chikhaoui (65. Ragued) – Allagui (57. Msakni), Khelifa – Trainer: Trabelsi

Tore: 0:1 Korbi (34.), 0:2 Msakni (76.), 1:2 Kharja (86.)

Schiedsrichter: Daniel Bennett (Südafrika)
Stadion: Stade d’Angondjé (Gabun)
Gelbe Karten: Benatia, Chrétien / Korbi, Jemal, Mathlouthi


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