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MAG-Überblick: Playstation-Power - die jungen Wilden der Fußball-Bundesliga

25. Januar 2012, 13:37 geschrieben von informer, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Sie beherrschen den Ball wie ihre Play-Station – eher sogar noch besser: die jungen Profis der Bundesliga. Einst machte Borussia Dortmund mit seinem Kinder-Riegel in der Abwehr von sich reden, jetzt sind Borussia Mönchengladbach, Schalke 04 und andere Vereine gleichgezogen – mit jungen Talenten wollen sie nach vorn.

Deutschland, sonnabends, Fußball-Bundesliga-Zeit. Julian Draxler (18), Joel Matip (20), Matthias Ginter (18) und Patrick Hermann (20) flitzen in den Bundesliga-Stadien. Sie alle sind Talente der Bundesliga, die nach Worten von Bundestrainer Joachim Nivea Löw „gut vorbereitet sind, dabei aber bescheiden und zielstrebig.“

Vergreisung der Nationalelf abgewendet

Na, das hört sich doch ganz anders an als in den 90er Jahren, als der damalige Bundesberti Vogts den Nostradamus der Bundesliga gab und die Katastrophe vorhersagte. Die fehlende Jugendarbeit der Bundesliga und die Überschwemmung der Bundesliga mit günstigen osteuropäischen Spielern gefährde die Bundesliga, orakelte Vogts. Nun, Nostradamus’ angekündigte Giga-Flutwelle kam nicht, und die Vergreisung der Nationalelf auch nicht. Denn seit der EM 2000 ist das Zusammenspiel des DFB-Talentförderprogramms mit den Stützpunkten der Landesverbände und den Leistungszentren der Proficlubs verbessert – und die Nationalelf wurde jünger. Mit Spielern wie Reus und Götze gewinnt sie dennoch an Qualität.

Die Bundesliga auch: Das Durchschnittsalter aller Profis in den Kadern der Bundesliga-Clubs liegt bei 25,0 Jahren – so frisch war die Bundesliga zuletzt 1989. Der von vielen gehasste Kader Hoffenheims ist mit 23,56 Jahren sogar noch jünger – ein von Finanzier Hopp verordneter Finanzspritzenstopp führt den Club zumindest in diesem Punkt schon mal auf Platz eins. Borussia Dortmund war die jüngste Meistermannschaft und hat unter Erfolgstrainer Jürgen Klopp den Trend gesetzt. Er hat vermittelt, dass Fitness und Schnelligkeit auf dem Platz wichtiger werden können als Routine und Übersicht. Und deshalb gab er jüngeren Spielern den Vorzug vor langsameren. „Wir sind jung und deshalb fit“, sagte Kevin Großkreutz lapidar auf die Frage nach dem 5:1 in Hamburg, wie ein Team so viel laufen könne. Und obwohl Dortmund inzwischen mehr Geld im Portemonnaie hat als noch vor ein paar Jahren (und man sich teurere Spieler nicht leisten konnte), will der BVB diesen Kurs fortsetzen. Die Wechsel von Moritz Leitner (19), Ilkay Gündogan (21) und Leonardo Bittencourt (18) deuten darauf hin.

Durchsetzen auf hohem Niveau

Die Vorzeichen für junge Spieler in der Bundesliga sind derzeit gut wie selten. Dennoch wird es für manche ein Problem, sich durchzusetzen: Zwei, drei Spiele kann man über sich hinauswachsen, Leistung über längere Zeit ist da schon schwieriger. Die Vereine gehen deshalb dazu über, die jungen Spieler etwas mehr zu betreuen und weniger ins Rampenlicht zu zerren. So wie zum Beispiel Freiburg im Fall Matthias Ginter. Er feierte zwei Tage nach seinem 18. Geburtstag sein Bundesliga-Debüt und erzielte kurz nach seiner Einwechselung das Siegtor zum 1:0 gegen Augsburg. Fragen an den Schützen lehnte Freiburg nach dem Spiel ab und verhängte zudem ein Interviewverbot. Ginter soll zunächst mal seine Abiklausuren schreiben.

Maulkörbe zum Selbstschutz – das scheint das probate Mittel der Vereine, den Druck für die Youngsters nicht zu groß werden zu lassen. Denn die Erwartungen sind sehr hoch: Nachdem Deutschland in der Fünfjahreswertung den dritten Platz belegt, gehen die Hoffnungen auch in den Vereinen dahin, dass Deutschland in absehbarer Zeit Platz zwei angreift. Viel Arbeit für Götze, Reus, Draxler X. Co.


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