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[Copa del Rey 2011/12] Barcelona steht nach hochstehendem Clásico im Halbfinale

26. Januar 2012, 10:55 geschrieben von Jaqui, abgelegt unter Int-Fussball.

Dank dem 2:1-Sieg im Hinspiel konnte sich der FC Barcelona in einem hochstehenden Clásico-Rückspiel fürs Halbfinale qualifizieren. Real Madrid war beim 2:2 die bessere Mannschaft, die Katalanen zitterten sich aber in die nächste Runde.

FC Barcelona 2:2 (2:0) Real Madrid

Im Viertelfinal-Rückspiel der Copa del Rey empfing der FC Barcelona den Erzrivalen aus Madrid. Die Königlichen gingen mit einer 1:2-Hypothek ins Rückspiel im Camp Nou. Sie waren also gezwungen, mindestens zwei Tore zu erzielen. Das letzte Mal gelang dies ihnen in einem Clásico im August 2011, als man in der Supercopa im Hinspiel zu Hause ein 2:2 herausholte, im Rückspiel in Barcelona allerdings mit 2:3 den Kürzeren zog. Aus diesem Grund, aber womöglich auch, weil Mourinho zuletzt viel Kritik wegen seiner defensiven Spielweise im Hinspiel einstecken musste, agierte Real von Beginn an offensiv. Es dauerte nur gerade zehn Sekunden, ehe sich Higuain die erste Großchance bot. Dani Alves spielte einen Rückpass zu Piqué, der den Ball zum Torhüter Pinto durchlassen wollte. Doch Higuain ging dazwischen und zwang Pinto bereits früh, das erste Mal einzugreifen. Nur drei Minuten später folgte die nächste große Chance für Real Madrid. Nach einem Handspiel von Piqué flankte Xavi Alonso den fälligen Freistoss in den Strafraum, wo erneut Higuain am zweiten Pfosten in den Ball reinrutschte und Pinto zu einer Parade zwang. Doch der Ersatz-Torhüter war auch bei dieser Aktion auf der Höhe (4.). Für die nächste Aktion war Ronaldo zuständig. Özil lancierte ihn mit einem Steilpass, der Portugiese wurde von Dani Alves leicht abgedrängt und daher ging der Schuss knapp am linken Pfosten vorbei.

Barca findet nur langsam ins Spiel

Auch in der Folge gelang es dem FC Barcelona nur sporadisch, gute Aktionen zu zeigen. Erst in der zehnten Minute kamen die Katalanen das erste Mal in den Strafraum, doch Sanchez konnte den langen Ball von Xavi nicht kontrollieren. Im Gegenzug fuhr Real über Kaka einen schnellen Konter, sein Pass auf die linke Seite erreichte Ronaldo, der Pinto zur dritten Parade in diesem Spiel zwang (11.). Auf der Gegenseite spielte Fabregas nach einem Vorstoß Messi an der Strafraumgrenze an, der Weltfußballer des Jahres schlenzte den Ball jedoch knapp am linken Pfosten vorbei (14.). Real Madrid spielte in der Startphase sehr diszipliniert. Waren sie in Ballbesitz, suchten sie schnell den Zug nach vorne, war Barcelona im Ballbesitz, zogen sie sich zurück und ließen die Katalanen kaum zu Abschlüssen kommen. Das Spiel beruhigte sich in der Folge etwas, die ganz großen Chancen blieben vorerst aus. Erst als Mesut Özil aus rund dreißig Metern abzog, ging wieder ein Raunen durchs Publikum. Er schoss von der rechten Seite, Pinto hatte wohl das Gefühl, der Ball gehe deutlich drüber, doch er senkte sich zum Schluss hin und prallte von der Lattenunterkante auf die Linie. Wenig später unterschätzte Pinto erneut eine Situation, als er mit dem Ball am Fuß eine Finte gegen Özil machte, den Ball dann aber statt zu Abidal direkt Higuain in die Füße spielte. Der Argentinier versuchte direkt davon zu profitieren, doch Pinto machte seinen Fehler mit einer Fußabwehr wieder gut.

Pedros Einwechslung bringt die vermeintliche Vorentscheidung

In der 30. Minute verletzte sich Iniesta nach einem fairen Zweikampf gegen Arbeloa und musste deswegen ausgewechselt werden. Für ihn kam Pedro ins Spiel. Was eine vermeintliche Schwächung für Barcelona war, zeigte sich in der Folge als großer Glücksfall. Mit Pedro im Spiel agierte Barcelona deutlich offensiver. In der 33. Minute sah Sergio Ramos die gelbe Karte, nachdem Ronaldo übermotiviert in die Beine von Dani Alves trat. Ramos reklamierte daraufhin unnötigerweise, deswegen war er nach Diarra der zweite Spieler, der den gelben Karton unter die Nase gehalten bekam. Der fällige Freistoß von Xavi erreichte Puyol im Zentrum nicht. Schon eine Minute später tauchte Messi im Strafraum von Real Madrid auf, Ronaldo war aber zurückgeeilt und klärte in dieser Situation zu einer weiteren Ecke für die Katalanen, doch auch diese brachte nichts ein (34.). Eine weitere Minute später gab es die erste strittige Strafraumszene, als Pepe Sanchez im Fünfmeterraum von den Beinen holte. Für solche Aktionen gab es auch schon Elfmeter, doch der Schiedsrichter ließ das Spiel weiterlaufen. Auf der Gegenseite gab es gleich die nächste umstrittene Situation. Nach einem Fallrückzieher berührte der Ball leicht Abidals Hand, die sich auf Kopfhöhe befand. Auch hier blieb der Elfmeterpfiff aus (35.).

Als es langsam in Richtung Halbzeitpause ging, schlug Barcelona dann doch noch zu. Messi zog im Zentrum mit Pepe, Ramos und Xabi Alonso gleich drei Gegenspieler auf sich, wodurch Pedro auf der linken Seite völlig frei stand. Dieser wurde durch die kleine Gasse, die sich Messi auftat, angespielt und so konnte er sich die Ecke aussuchen. Er wählte die linke und ließ Casillas keine Chance, das 1:0 war Tatsache (43.). Zwei Minuten später sah auch der erste Spieler von Barcelona die gelbe Karte – Lionel Messi trat Pepe von hinten in die Beine, wofür er zu Recht verwarnt wurde. Diese Aktion löste nochmals richtige Emotionen aus, denn wenige Sekunden später wurde eben dieser Messi am Strafraumeck von Diarra gelbwürdig von den Beinen geholt – es wäre die zweite gelbe Karte für Diarra gewesen. Die Barca-Spieler forderten deshalb vehement die rote Karte, was Casillas wiederum gar nicht gefiel, wie der Schiedsrichter zu hören bekam. Letztlich sah bei der folgenden Rudelbildung nur Real-Torhüter Casillas Gelb. Der anschließende Freistoß wurde von Messi ausgeführt und von der Real-Abwehr vermeintlich geklärt. Doch der Ball rollte entlang der Sechzehnerlinie auf die linke Seite, wo Dani Alves aus dem Hintergrund kam und abzog. Sein Hammer schlug im linken oberen Winkel ein, ein Traumtor zum 2:0-Halbzeitstand und damit war die vermeintliche Vorentscheidung gefallen (45.+3.).

Real kommt dank Doppelschlag zurück ins Spiel

Die erste Szene in der zweiten Halbzeit ging erneut auf das Konto von Real Madrid. Pepe luchste Fabregas den Ball ab, spielte diesen dann sofort steil auf Ronaldo. Pinto war jedoch auf der Hut und konnte den Ball mit dem Kopf ins Seitenaus klären (49.). Auf der Gegenseite war es einmal mehr Messi, der mit seiner unnachahmlichen Art und dem Ball am Fuß zu einem Solo ansetzte, das erst kurz vor dem Strafraum durch ein Foul von Ramos gestoppt werden konnte. Den Freistoß aus rund zwanzig Metern schoss Xavi allerdings deutlich über den Kasten (50.). Nachdem Mourinho den ersten Wechsel vollzogen hatte (Granero kam für den rotgefährdeten Diarra ins Spiel), kamen die Madrilenen zum ersten Tor, das aber annulliert wurde. Xabi Alonso schlug einen Freistoß auf den zweiten Pfosten, wo Sergio Ramos zum vermeintlichen Anschlusstreffer einnickte. Doch der Abwehrspieler hatte sich im Duell gegen Dani Alves unfair Raum verschafft, weshalb Teixeira Vitienes zu Recht auf Foulspiel entschied (54.). Ronaldo sah nach dieser Aktion wegen Reklamierens als nächster Spieler die gelbe Karte.

Wie schon nach dem Wechsel von Barcelona konnte auch Real nach der Auswechslung vom neuen Wind im Spiel profitieren. Dies wurde durch den Doppelwechsel von Benzema und Callejon, die für Kaka und Higuain ins Spiel kamen, noch deutlicher. Benzema konnte sich kurz nach seiner Einwechslung ein erstes Mal in Szene setzen, als er auf der rechten Außenbahn mit einem Absatztrick die Barca-Abwehr düpierte. Die Hereingabe erreichte zwar den aufgerückten Arbeloa, doch dieser brachte keinen Druck mehr hinter den Kopfball, so dass die Aktion erfolglos zu Ende ging (65.). Es war letztlich Ronaldo vorbehalten, den viel umjubelten Anschlusstreffer zu erzielen. Der Portugiese wurde von Mesut Özil steil geschickt, auf der rechten Seite täuschte er einen Schuss an und ließ Pinto dadurch zu Boden gehen, umlief ihn anschließend und schob zum 1:2 ein (68.).

Die letzte Aktion von Cesc Fabregas in diesem Spiel war eine schmerzhafte. In einem Zweikampf mit Pepe ruderte dieser mit den Armen und traf Fabregas im Gesicht. Absicht war Pepe da sicherlich nicht zu unterstellen, doch Fabregas wurde in der 70. Minute trotzdem ausgewechselt. Für ihn kam Thiago ins Spiel. Doch dieses Mal kippte das Spiel nicht auf die Seite von Barcelona, denn bereits zwei Minuten später wollte Piqué auf der rechten Abwehrseite den Ball nach vorne schlagen, traf aber den Kopf von Callejon, von dort sprang der Ball Benzema vor die Füße. Der Franzose lupfte den Ball herrlich über Puyol und drosch die Kugel zum verdienten Ausgleich ins Netz. Das Spiel war damit wieder offen, Real Madrid hatte sich in einen Spielrausch gesteigert und wäre bei einem weiteren Treffer im Halbfinale gestanden.

Barcelona zittert sich ins Halbfinale

Dem FC Barcelona war nach dem Ausgleich die Nervosität deutlich anzumerken. Man konnte viele Unkonzentriertheiten und Fehlpässe beobachten, dazu zogen sich die Katalanen weit in die eigene Hälfte zurück. Symptomatisch dafür war die Aktion in der 76. Minute, als Özils Hereingabe von Puyol zum Eckball geklärt wurde. Thiago klärte diese Ecke mit einem Befreiungsschlag, doch rund um die Mittellinie befanden sich nur Spieler von Madrid. Wenig später kamen die Katalanen trotzdem wieder in den Real-Strafraum und einmal mehr war es Sanchez, der beim Zweikampf mit Pepe zu Fall kam. Das Spiel lief zu Recht weiter und so kam es auf der Gegenseite zu einer ähnlichen Situation, als Benzema nach einem weiteren langen Ball im Laufduell mit Puyol leicht geschoben wurde, doch auch hier blieb der Elfmeterpfiff wohl zu Recht aus (78.).

Als Mascherano in der 80. Minute für Sanchez ins Spiel kam, war den meisten klar, dass Barcelona das Spiel über die Runden schaukeln wollte, auch wenn Sanchez dies mit dem Halten der Schulter und einer vorgetäuschten Verletzung zu kaschieren versuchte. Trotzdem ging Barcelona danach wieder in die Offensive, Lionel Messi wurde einmal mehr mit einem Foul gestoppt, wofür Coentrao die gelbe Karte sah. Der Argentinier schoss den fälligen Freistoß aus rund 25 Metern dann aber knapp übers Tor. Da Real in den letzten Minuten sehr offensiv agierte, boten sich den Katalanen immer wieder Räume zum Kontern, wie auch in der 84. Minute, als sich Messi erneut gegen mehrere Real-Spieler durchsetzen konnte. Sein Steilpass auf dem mitgelaufenen Piqué wurde aber zur Beute von Casillas. Wenig später wäre der Torhüter geschlagen gewesen, doch Messis Schuss aus gut 20 Metern strich um Haaresbreite am rechten Torpfosten vorbei (84.).

Fürs letzte Aufbäumen von Real war unter anderem Özil, einer der Besten am gestrigen Abend, zuständig. Sein Eckball erreichte Ronaldo auf Höhe des Elfmeterpunktes, doch dessen Kopfball ging klar am Tor vorbei (86.). In der nächsten Aktion foulte Puyol Benzema auf der linken Seite, der folgende Freistoß von Alonso wurde von den Katalanen aber geklärt (88.). In den letzten Minuten ging es nochmals hitzig zu. Bei einem Kopfballduell stieg Sergio Ramos mit ausgestreckten Armen hoch, wofür ihn der Schiedsrichter zum zweiten Mal verwarnte, er flog damit nach einer zweifelhaften gelb-roten Karte vom Platz (89.). Danach verfiel Real wieder in alte Muster. Auch Granero sah nach seinem harten Einsteigen, als er mit gestrecktem Bein in Piqué rutschte, nur Gelb (90.). In der Nachspielzeit wurde auch Pepe verwarnt, als er Dani Alves von hinten in die Beine fuhr (90+2). Sportlich kam von Real dann aber nichts mehr, so dass sich der FC Barcelona mit dem 2:2 ins Halbfinale zitterte. Als Teixeira Vitienes bei einem Freistoß für Real Madrid im Mittelkreis das Spiel nach drei Minuten Nachspielzeit abpfiff, beschwerten sich Pepe und einige andere Real-Spieler beim Schiedsrichter, doch Casillas stellte sich dazwischen und verhinderte damit allfällige unschöne Szenen. Für José Mourinho war es der achte Clásico, wobei Real davon nur einen gewinnen konnte. Das dritte Remis dürfte für ihn aber einer gefühlten Niederlage gleichkommen, denn durch dieses Unentschieden ist für die Königlichen damit die erste Titelchance verstrichen.

Im Halbfinale trifft Barcelona wohl auf den FC Valencia. Das Rückspiel in Levante findet zwar erst heute statt, dank dem 4:1-Sieg im Hinspiel befindet sich Valencia aber in einer komfortablen Situation. Im zweiten Halbfinale trifft Athletic Bilbao auf den Drittligisten CD Mirandes, das sich überraschend dank der Auswärtstorregel gegen Espanyol Barcelona durchsetzen konnte.

Statistik

Barca: Pinto – Puyol, Alves, Abidal, Piqué – Xavi, Busquets, Iniesta (30. Pedro), Fabregas (70. Thiago) – Messi, Sanchez (80. Mascherano)

Real: Casillas – Arbeloa, Ramos, Pepe, Coentrao – Özil, Diarra (52. Granero), Xabi Alonso, Kaka (61. Callejon) – Ronaldo, Higuain (61. Benzema)

Tore: Pedro 1:0 (43.), Dani Alves 2:0 (45. + 3.), Ronaldo 2:1 (68.), Benzema 2:2 (72.)

Schiedsrichter: Teixeira Vitienes
Stadion: Camp Nou
Gelbe Karten: Diarra, Casillas, Ronaldo, Coentrao, Granero, Pepe / Messi
Gelb-Rote Karte: Ramos (89.)


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